Dudenhöffer bietet theatralisches „Kabarett noir“

Dudenhöffer bietet theatralisches „Kabarett noir“

An der Figur des Heinz Becker, dargestellt von Gerd Dudenhöffer, scheiden sich die Geister und die Befindlichkeiten, schert er sich doch wenig um political correctness. Seine Fans, die am Dienstagabend die Herborner „KuSch“ füllten, hatten jedenfalls ungetrübten Spaß an „DOD – Das Leben ist das Ende“, der aktualisierten Lebensbeichte des Saarländers.

Heinz Becker trägt Schwarz. Seine Hilde hat er zu Grabe getragen und nun sitzt er allein in seiner Küche und räsoniert über sein Leben: „Auch wenn ich lange verheiratet war, gibt es doch schöne Erinnerungen“, lässt sich der Hinterbliebene vernehmen, der sich jetzt der Frage stellen muss, ob man den samstäglichen Hefezopf einfrieren kann und wer nun das Bier kaltstellt.

Für Heinz Becker ist nichts mehr so, wie es war. Da helfen ihm auch die Ratschläge seiner Nachbarn und Freunde nicht weiter. Ab jetzt muss er selbst entscheiden, wie es weitergeht. Trauer vermischt sich mit kummervoller Nachdenklichkeit. Er lässt seinen Lebensweg kurz Revue passieren, nur um festzustellen, was er und seine Eltern alles versäumt haben, die sich nur selten nackt gesehen haben.

„Liebe ist nur etwas für Hippies und Kommunisten“, bekommt Heinz Becker gesagt, dem ohnehin andere Dinge wichtiger sind: „Bekomme ich eine Witwenrente? Was hat es mit der Demenz auf sich? Geht es mir wie Trump, der in den Spiegel schaut und Putin sieht?“

Der Becker Heinz wird geradezu philosophisch, wenn er sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt und dabei auch noch den Urknall bemüht, nur um darauf zurückzukommen, ob er sich ein Altenpflegeheim leisten kann oder ob es nicht besser ist, gleich die Sterbehilfe zu bemühen. Es läppert sich halt viel zusammen, wenn das Alter und der Tod an die Tür klopfen und man sich selbst nur noch durchs Leben quengelt.
„Das Leben ist, wenn man trotzdem lacht“, verkündet Heinz Becker zu guter Letzt. Der Tod ist teuer. Den Bestatter freut es, auch wenn er keine Stammkundschaft hat. „DOD – theatralisches Kabarett Noir“, treffsicher zwischen Tragik und Komik inszeniert, lieferte einmal mehr die grotesk-authentische Karikatur des bornierten Menschen wie du und ich ab.

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher