Drei Stunden Abwechslung pur

Drei Stunden Abwechslung pur

Zwei ganz besondere Abende haben am Wochenende in der Herborner „Kulturscheune“ (KuSch) auf dem Programm gestanden. Eine ganze Reihe von Mitwirkenden aus dem heimischen Raum hatte sich auf der Bühne versammelt, um sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Die beiden Benefizabende zugunsten des „Herborner Brotkorbs“ gingen auf die Idee des ehemaligen Geschäftsführers der „KuSch“, Helmut Rolfes, zurück. Ihm gelang es, jeweils über 150 Kulturschaffende verschiedenster Couleur zum Mitmachen zu animieren: „Für mich war klar, dass wir auch in unserer Stadt viel Bühnen-Potenzial haben, das wir für die gute Sache nutzen können.“

Das Publikum kam so in den Genuss von Musik, Tanz und Gesang bis hin zu Sketchen, Theater, Kampfsport und einer Gemäldeausstellung mit Werken der „ARThaus-Malschule“ sowie von Santiago Gallardo und Geneviève Lehmann auf der Foyer-Empore.

Jörg Michael Simmer und Helmut Rolfes, die zunächst Bürgermeister Lukas Winkler (CDU) als Schirmherrn der Benefizveranstaltungen begrüßten, führten die Zuschauer durch ein buntes Programm, das unter dem Motto „Bühne frei für Herborn“ stand. Eröffnet wurden die langen Abende jeweils mit der Big Band des Musikvereins Herbornseelbach, die mit Swing-Klassikern wie „In The Mood“ gleich zu Beginn für gute Stimmung sorgte. Herausragend auch der Auftritt der „KuSch-Company“, die ihr neues Musical „Bad Girls“, das im Oktober Premiere hat, vorstellte.

Thomas Jopp und Susanne Schlabach führten in ihrem Sketch vor, was es mit dem Kauf eines Esszimmertischs so auf sich hat, wenn ein Praktiker auf eine Ästhetin trifft: Da war der Streit vorprogrammiert. Danach setzten sich Schülerin­nen der Comenius-Schule und des Johanneum-Gymnasiums mit Theaterimprovisation und Poetry-Slam-Texten in Szene. Die Herborner Kantorei unter der Leitung von Johann Lieberknecht trug unter anderem das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ vor, während sich „Johnnys Voices“ Werken von Ed Sheeran widmeten.
Die Egerländer Gmoi tanzte im Polka-Rhythmus über die Bühne.

Flotte Gardetänze aus der letzten Kampagne boten die Fünkchen und Funken des Herborner Karnevalsvereins, während sich die Schülerinnen der Ballettschule Gallardo mit einem Tanz aus „Schwanensee“ und dem Ballett „Coppélia“ vorstellten. Mitglieder des Herborner Judo- und Ju-Jutsu-Clubs „Yama Arashi“ demonstrierten schließlich die hohe Kunst der fernöstlichen Selbstverteidigung. Abgerundet wurde die große Bandbreite der auftretenden Akteure durch zwei Chansons, darunter „Oh, Champs-Élysée“, vorgetragen von Markus Lehmann von den Freunden von Pertuis. Den Schlusspunkt setzte schließlich das Mundartquartett „Die Vier“, bestehend aus Klaus Schülert, Thomas Jopp, Manfred Becker und Edwin Panz.

„Wir sind ja einige Groß-Events gewohnt, aber das ist selbst für unsere Verhältnisse ein Mammut-Event mit großen logistischen Herausforderungen“, sagte Jörg Michael Simmer. Der Erlös beider Abende geht komplett an den „Herborner Brotkorb“, der sich als ehrenamtlich betriebene und spendenbasierte Tafel um die Versorgung Bedürftiger kümmert und er sollte sich, wie die Initiatoren hoffen, im hohen vierstelligen Bereich bewegen.
(Fotos: Helmut Blecher)

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher