Celtic Folk vom Allerfeinsten

Celtic Folk vom Allerfeinsten

Rau und karg sind die schottischen Highlands, die etwas Ursprüngliches und Mystisches haben. Vor allem aber bringen sie Bands hervor, die traditionelle schottische Musik performen, wie Mànran. Die schottische Band hat sich im Verlauf ihrer bisherigen Karriere den Ruf eingebracht, eine der besten Celtic-Folk-Bands weltweit zu sein. Dies stellte das Septett am Samstagabend in der gut gefüllten Kulturscheune (Kusch) unter Beweis, wo sie den Fans des Genres – viele davon im Schottenrock erschienen – mit ihren Songs eine ausgewogene Mischung aus traditionellen folkloristischen Melodien und rockorientierten Rhythmen präsentierten.

Schon gleich zu Beginn legte Mànran (der Name ist schottisch-gälisch und bedeutet „Melodie“) einen heißen Ritt vor, gesattelt mit Pipes, Fiddle, Akkordeon, Schlagzeug, Gitarre, E-Bass, Dudelsack und gälischem Gesang. Ohne lange Ansagen entfachten sie ohne Umschweife mit ihrem fein abgestimmten Sound ein wild loderndes Stimmungsfeuerwerk. Wen wundert es, dass die Band, die seit 15 Jahren auf den bedeutendsten Folk-Festivals weltweit auftritt, als Nachfolger von Runrig gefeiert wird

Der Klang von Mànran, die übrigens die dritte schottische Band ist, die in der Kusch gastierte, war geprägt vom Zusammenspiel schottischer Bagpipes und irischen Uillean Pipes, die auf gälischen Gesang und schnörkellosen Rock trafen. Im Fokus standen zudem die Stimmen von Kim Carnie und Ewen Henderson, die ihre Songs sowohl auf Gälisch als auch auf Schottisch sangen.

Wäre das gut zweistündige Konzert nicht eine unbestuhlte Veranstaltung im Parkett gewesen, hätte es niemand auf den Sitzen gehalten. Mànrans besondere Heimatsongs aus eigener Feder zeichneten sich durch rasante Tempiwechsel und eine große Meisterschaft im Zusammenspiel von Pipes, Fiddle, Akkordeon mit Schlagzeug, Gitarre und E-Bass aus.

Längst gehört die vielfach mit Ehrungen bedachte Band zum Besten, was die schottische Musik aktuell hervorbringt, was auch vom Herborner Publikum nicht angezweifelt wurde. Mit Freuden gab sich das begeisterte Kusch-Publikum dem teuflisch guten Live-Sound hin.

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher