Was für ein Abend! No scotland, no party

Was für ein Abend! No scotland, no party

„Skerryvore“, eine der populärsten schottischen Bands, ist jetzt zum dritten Mal in der Herborner Kulturscheune „KuSch“ zu Gast gewesen. Im brechend vollen Saal heizten sie ihren Fans von Beginn an mächtig ein. Ihr energiegeladener Traditional Rock mit Fiddle, Akkordeon, Pipes, Flutes, Whistles, Gitarre und Bagpipe brauste mit wilder Gischt gegen die auf Empfang gestellten Ohren ihrer Zuhörerschar.

Die Band „Anduril“ aus dem Bergischen Land, eröffnete mit ihren meerumspülten Songs aus eigener Feder den von Rock- und Celtic-Folk dominierten Abend. Dabei erwiesen sie sich nicht nur als Anheizer für „Skerryvore“, sondern vermochten mit ihrem Sound auch eigene Akzente zu setzen.

Skerryvore, die im Rahmen ihrer „20th Anniversary Tour“ in Herborn Station machten, entfachten sodann ein Feuerwerk aus Up-Tempo-Rock und Balladen, angereichert mit einem stets tanzbaren Mix aus Reels, Jigs und Rags. Die Fans gingen begeistert mit, ließen sich von dem höllisch gut abgestimmten Sound mitreißen.

Frontmann und Gitarrist Alec Dalglish, der mit seinem kraftvollen Gesang die Türme von Jericho zum Einsturz hätte bringen können, ließ mit seinen Mitstreitern Martin Gillespie und Scott Wood (Bagpipes und Whistles), Daniel Gillespie (Akkordeon), Craig Espie (Fiddle), Fraser West (Drums), Jodie Bremaneson (Bass) und Alan Scobie (Keyboards) nichts anbrennen.

Mit Hymnen wie ihrer Version von Runrigs „Look Up In The Sky“ oder mit ohrwurmträchtigen Eigenkompositionen wie „Take my hand“, in denen sie zum Tanz aufforderten – wegen der drangvollen Enge vor der Bühne kaum möglich –, zeigte die Band, dass sie zu Recht auf einer Welle des Erfolgs reiten.

Der Sound von „Skerryvore“, die sich nach dem Leuchtturm der „Isle of Tiree“ im Westen Schottlands benannten, war so atemberaubend wie die wilde und ungezähmte Insel selbst – die Heimat einiger Bandmitglieder. In der „KuSch“ gab das Oktett mit ihrem klassischen Rock und mythischem Celtic Folk der schottischen Topografie, wie dem spröden Charme der Highlands, den passenden Klang. „Skerryvore“ waren so geschmackvoll und bekömmlich wie ein schottischer Malt Whisky.

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher