Hier kommt Schaluppke – und wie!

Hier kommt Schaluppke – und wie!

Zu Kurzauftritten war der Kölner Bademeister „Rudi Schaluppke“ alias Robbi Pawlik in Herborn schon zu Gast. Nun lieferte er in der „KulturScheune“ („KuSch“) sein aktuelles Programm „Spassbad“ ab, in dem es um mehr ging, als nur Arschbombern die Rote Karte zu zeigen.

„Ich bin der Mann am Beckenrand“, verkündet der „Badekönig“, und das bedeutet, Oberwasser zu haben. An seinem Arbeitsplatz in einem sozialen Brennpunktviertel Kölns ist er „Innen- und Außenbeckenminister“ und betreut ein buntes Badeklientel, das aus meckernden Muttis, renitenten Rentnern und pöbelnden Pubertieren besteht.
Bademeister sind eine Spezies, die unter sich bleibt. Wer den Chlorgeruch niemals abstreifen kann, heiratet nur in Bademeisterfamilien ein. Und auch sonst ist der Job etwas Besonderes. Arbeiten im Homeoffice ist für Bademeister keine Lösung. Wo kann man Ansagen machen, bei denen selbst der „Weiße Hai“ kuscht? Nur am Arbeitsplatz vor Ort. Das bekommt er auch von der künstlichen Intelligenz (KI) bestätigt: „Schaluppke ist der Chef.“ Wer sich nicht an die Regeln hält, geht duschen.

„Schaluppke“, der sich aufgrund der Sanierung seines Brennpunktbads neuen Herausforderungen stellen muss, nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch die deutsche Bäderlandschaft. Er hilft in Themen-Thermen, Wellness-Oasen und Erlebnis-Bädern aus, wo er sich einer nörgelnden Kundschaft und rabiaten Chefs stellt. Wie Uschi: „Sie ist die erste Frau, die mir hinterher gepfiffen hat“, verkündet er.

Wenn er sich nicht in der Superrutschbahn verirrt, hat Rudi Schaluppke alles im Griff, auch seinen Körper. Er singt, tanzt, rockt, rappt und gibt mit einer „Wasser-Zumba“-Einlage sogar einen rassigen „Latin Lover“ ab. Dem Publikum gefällt’s. Er ist nicht unbedingt originell, aber sein Humor sorgt für Lacher, wenn er in die dunklen Welten des feuchten Milieus eintaucht. Bereitwillig und voller Vergnügen lässt man sich in sein frischwärts gerichtetes Tun einspannen: „Ihr sagt ,Schaluppke’. Ich sach watt.“Gut zwei Stunden lang unterhält er das Publikum mit seinem Gespür für Rhythmus, Mimik und Komik, das mit viel Beifall belohnt wird. „Bademeister Schaluppke“ hat als Sozialarbeiter am Beckenrand der Gesellschaft alles im Griff.

(Text + Fotos: Helmut Blecher)