Die mysteriöse Generation XY

Die mysteriöse Generation XY

Wenn es um humorvolle Geschichten aus der vermeintlich guten alten Zeit geht, die gefühlt noch gar nicht so weit zurückliegt, erweist sich der schwäbische Comedian Olaf Bossi keineswegs als sparsamer Schwabe. Bei seinem Auftritt am Freitagabend in der „KulturScheune“ nimmt der „Schlumpeweck“-Gewinner in seiner Show „Generation XY: Die 80er, die 90er und das Leben heute“ die damalige Zeit mit unverblümter Witzigkeit auf die Schippe.

„Die Generation XY steht mitten im Leben, befindet sie sich doch als Sandwichgeneration zwischen den Boomern und der Gen Z“, so Olaf Bossi, der auf seine Ähnlichkeit zu Elon Musk verweist, sodass er beim zukünftigen Bezahlen durch Gesichtserkennung kein Problem mehr bekommt. Probleme gab es beim Heranwachsen seiner Generation nur wenig, obgleich er bekennt, dass seine Kindheit eine einzige Gefahrenzone war. Man ist alleine in die Schule gegangen und als Jugendlicher ging er fünfmal in der Woche auf Partys.

Der Rückblick auf die 80er und 90er ist für den Familienmenschen Olaf Bossi eine Reise in eine Zeit, als man sich zum Telefonieren noch vor Telefonzellen anstellte, es noch Ladenschlusszeiten gab, seine Libido vor dem Sexualexperten der „Bravo“ ausbreitete und stundenlang Kassetten zurückspulen musste. Mit erzählerischem Elan öffnet der Comedian seinem Nostalgiebaukasten, in dem das Wähltastentelefon mit Verlängerungskabel die Freiheit der Kommunikation in der eigenen Wohnung versprach.

Von der Romantik der 80er und der Zeit des Aufbruchs in den 90ern findet Bossi zu den Gegebenheiten von heute, wo man sich mit den Wünschen der Kinder und der Ehefrau herumschlagen muss. Und Beziehungen zu anderen Paaren werden eh nur noch über die Elternabende in der Schule pflegt. „Ich wollte schon älter werden, aber nicht so schnell“, bekennt Bossi, der sich vorsorglich in der Apotheken-Umschau schon mal über die Behandlung diverser Gebrechen informiert.

Wehmütig erinnert sich Bossi an Zeiten, als selbst im Wartezimmer des Kinderarztes geraucht werde durfte und man sein Konterfei ungefiltert ins Fotoalbum klebte. Das echte Leben war bunt, laut und voller kurioser Momente, die bis heute unser Lebensgefühl prägen, schließt der Comedian.

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher