Ein ganz besonderes Konzert

Ein ganz besonderes Konzert

Auf der Suche nach dem Paradies hat sich das Quartett Naschuwa in der KuSch mit seinem aktuellen Programm „A Nacht in Gan Ejdn“ begeben. Bei seinem zweiten Auftritt in Herborn wartete das Quartett wieder mit einer mitreißenden Mischung aus jiddischen und hebräischen Liedern, berührenden israelischen Balladen, jiddischen Witzen und temperamentvollen Klezmerstücken auf, mit denen man das Publikum begeisterte.

Der Garten Eden – ein Symbol für Paradies, Frieden und Versöhnung. In einer Zeit, die von Konflikten und Kriegen geprägt ist, setzt Naschuwa mit seiner Musik einen wichtigen Akzent für Verständigung und Erinnerung. Die Zuhörer erlebten eine facettenreiche Darbietung, die von temperamentvollen Klezmerstücken über jiddische Lieder aus Ost- und Mitteleuropa bis hin zu israelischen Balladen und Weisen synagogaler Liturgie sowie musikalischen Ausflügen in den Orient und das moderne Israel reichte.

Naschuwa, bestehend aus Matthias Helms (Geige, Gesang, Moderation), Julian Keßler (Gitarre), Thore Benz (Kontrabass) und Rainer Ortner (Akkordeon), stiegen mit großem Elan und enormem Spielwitz in die Welt der jüdischen Musik ein, in der Frieden, Versöhnung und Menschsein im Vordergrund stehen. Und ordentlich menschelt es auch im jüdischen Witz, der voller tiefer Erkenntnis steckt, aber auch die Kunst beherrscht, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Helms lieferte einige Beispiele über die geradezu dichterische Wirkung des jüdischen Humors ab.

Zwischen Tradition und Gegenwart, Religion und weltlichen Bedürfnissen nahm das Quartett das Publikum mit auf eine eindrucksvolle und bewegende Reise durch die vielfältigen Welten jüdischer Musik. So mancher Klassiker, wie „Hava Nagila“, reihte sich in das bunte, von Nachdenklichkeit und tänzerischem Elan bestimmte Programm ein. Lieder über die Frage, was Gott mit uns vorhat, standen der Suche nach dem Glück und dem Wunsch, geliebt zu werden, gegenüber.

Das Publikum genoss das lockere, musikalisch exzellent aufbereitete Konzert des Quartetts, das sich als Teil einer Erinnerungskultur versteht. Gegen das Vergessen und Verdrängen feierten sie stimmungsvoll die Vielseitigkeit des Lebens.

(Text + Fotos: Helmut Blecher)