Bauer versteht Frau – und wie

Bauer versteht Frau – und wie

Stephan Bauer gehört zu der Spezies von Männern, die von ihren Frauen nicht verstanden werden. Statt Männer, die Trost und Tipps gut gebrauchen könnten, waren bei seinem Auftritt überwiegend Frauen in die Kusch geströmt, um ihrerseits zu erfahren, wie man den Männern wieder Hoffnung gibt und dem Geheimnis einer glücklichen Ehe auf den Grund geht. Es sei denn, es ist möglich. Schließlich heißt es ja „hei-raten“ und nicht „hei-wissen“.

Stephan Bauer fährt in seinem Programm „Am Ende der Nerven… und noch so viel Ehe übrig“ keine drögen Therapierezepte auf, sondern lässt es frisch von der Leber weg  krachen, bis man vor Lachen vergisst, dass die Ehe mehr ist als sich im Büßergewand den Beziehungsabgründen zu stellen. Dass der Mann ein Prinz sein könnte, hat sich der Frosch nur ausgedacht. „Schatz, darf ich auch mal was sagen?“, heißt es resignierend, wenn die Frau die Kontrolle über alles hat und somit die Leichtigkeit verschwindet.

Stephan Bauer neigt zu reflexartigen Handlungen. Da wird ein leerer Joghurtbecher in den Kühlschrank gestellt, weil der Gelbe Sack voll ist. Und wenn seine Frau morgens aufwacht, steht er sofort auf, um den Müll runter zu bringen. Und wenn sie die schweren Einkaufstüten schleppt, entfährt ihm der Spruch: „Ich hätte nie gedacht, dass du das schaffst.“

Den Sex kann man vergessen. Das Radio erinnert ihn daran. „Es liegen keine Verkehrsmeldungen vor.“. Vieles hat sich nicht nur in einer langjährigen Ehe verändert, wo gegenseitige Aufmerksamkeit und Lob zu raren Gütern geworden sind. Auch die Gesellschaft verändert sich. Gegen falsche Genderideale, überzogene Glücksvorstellungen und Orientierungsverlust muss man sich wappnen „Meine Mitmenschen gehen mir zunehmend auf den Keks“, so der Kabarettist und Humorist, der fragt, wie oft er bei einer Tat in Notwehr nachladen darf.

Bauer lässt sein Publikum teilhaben an seinen Erkenntnissen und der Liebe zu seiner Frau. Zwei Stunden bietet er Brüller ohne Pause. Wahrlich ein ganz großer Bauer.