herborner-schlumpeweck

Historie

herborner-schlumpeweck

Historie

Preisträger

Preisträger

Preisträger 2008

1. Preis: Waschkraft
2. Preis: Wolfgang Trepper
3. Preis: Michael Krebs
Publikumspreis: Waschkraft
Weitere Teilnehmer: Dittmar Bachmann, Heino Trusheim und Trifolie
Moderation der Preisverleihung: Peter Vollmer

Preisträger 2009

1. Preis: Ass-Dur
2. Preis: Bidla Buh
3. Preis: Butterfahrt 5
Publikumspreis: Ass-Dur
Weitere Teilnehmer: Tom van Hasselt, Frank Fischer, Onkel Fisch
Moderation der Preisverleihung: Peter Vollmer

Preisträger 2010

1. Preis: Mannheimer Kulturknall
2. Preis: Ulan & Bator
3. Preis: Julian Heun
Publikumspreis: Linne & Riesling
Weitere Teilnehmer: Joachim Zawischa, Johannes Kirchberg
Moderation der Preisverleihung: Peter Vollmer

Mannheimer Kulturknall

Der Mannheimer Kult-Urknall, das seit 2005 bestehende Trio mit Madeleine Sauveur, Clemens Maria Kitschen und Volker Heymann, hat es in der kurzen Zeit seines Bestehens bis an die Spitze des deutschen Ensemble-Kabaretts gebracht. Dabei setzen die drei Protagonisten auf eine ganz eigene Form der Unterhaltung, in des Wortes bester Bedeutung. Den Blick fest auf das Wesentliche gerichtet, beleuchten sie mit sprachlicher Brillanz und musikalischer Virtuosität die rätselhaften Dinge, die sich zwischen Mann und Frau ereignen und vereinen dabei hohes fachliches Können mit einer großen Prise Humor. In Herborn haben sie den 3. Herborner Schlumpeweck mit einem Kult-Urknall eröffnet und beschließen ihn auch zurecht mit dem ersten Preis der Jury.

Ulan & Bator

Sebastian Rüger und Frank Smilgies lernten sich beim Schauspielstudium auf der Folkwang-Hochschule in Essen kennen. Seit 2001 sind sie als Duo "Ulan & Bator" auf der Bühne zu sehen - das jedoch eigentlich in einem abgedrehten Paralleluniversum. Die passionierten Mützenmänner, für die es nun überhaupt keine Rolle spielt, wer gerade Ulan und wer Bator ist, haben eine völlig neue Kunstform auf die deutschen Bühnen gebracht. Insassen einer Anstalt oder erleuchtete Clowns – das ist hier die Frage? Und doch auch wieder nicht. Wenn die Fußball-Bundesliga, Brehms Tierleben sowie Schiller und Sophokles zu einem Großen und Ganzen verschmelzen, dann sind hier zwei echte Theaterprofis am Werk, die im Sinne der altgriechischen Bedeutung dieses Wortes genau die szenische Darstellung eines inneren und äußeren Geschehens als künstlerische Kommunikation zwischen Akteuren/Darstellern) und dem Publikum erreichen. Anders gesagt: Das, was die Beiden treiben, wird den Zuschauern nie einerlei sein. Und das ist gut so!

Julian Heun

Er ist in vielem der Erste auf der Bühne der KuSch. Er ist der erste Poetry-Slammer, der seit 2004 hier aufgetaucht ist. Er ist der erste Künstler, dessen familiäre Wurzeln in dieser unserer schönen Stadt liegen, was jedoch bei der Vorauswahl noch gar nicht bekannt war. Er ist mit seinen 21 Jahren der mit Abstand jüngste Künstler, der bislang hier aufgetreten ist und demzufolge auch der Jüngste, der einen Schlumpeweck mit nach Hause nehmen darf. Er hat die Macht des Wortes für sich entdeckt und nutzt sie auch, manchmal so eindringlich, dass nicht jeder der Zuhörer dem bedingungslos folgen mag. Doch ganz sicher immer so virtuos und eindringlich, dass man sich der Sprachgewalt seiner Texte nicht entziehen kann – und zwar getreu der Aussage seines ehemaligen Deutschlehrers „Der Julian brüllt nicht, der ist präsent“. Nach eigener Aussage hat er glücklicherweise keine „paranoide Angst vor Unterhaltung“, was uns und ihm immerhin die Teilnahme an diesem Wettbewerb ermöglicht hat. Und wir sind sicher, dass wir in den kommenden Jahren von ihm noch vielmehr hören werden.

Linne & Riesling

Für einen Künstler ist es wohl immer eine der größten, wenn nicht die größte Auszeichnung, wenn er einen Preis erhält, für den das Publikum verantwortlich ist. In ähnlichen Worten beschrieben auch die beiden Herren, die jetzt zu ehren sind, nach ihrem ersten Auftritt am Montag ihr Seelenleben. Nun, so gesehen, sollte da alles im Reinen sein, sind sie doch mit einer überwältigenden Mehrheit von den Zuschauern des 3. Herborner Schlumpewecks zum Gewinner des Publikumspreises gekürt worden. Stefan Linne und Klaus Loch finden mit absoluter Körperbeherrschung und grandioser Mimik vor allem eines - den direkten Draht zum Zwerchfell der Zuschauer. Dort krallen sie sich während ihrer Zeit auf der Bühne fest und lassen es nicht mehr los. Und nicht zuletzt aus diesem Grunde haben sich die Beiden den Herborner Schlumpeweck 2010 redlich verdient.

Preisträger 2011

Jurypreise: Wortfront, Die Mimusen, Liederfee (Fee Badenius)
Publikumspreis: Wortfront
Weitere Teilnehmer: John Doyle, Magic Udo, Peter Frohleiks
Moderation der Preisverleihung: Wolfgang Trepper

Wortfront

Sie nehmen uns mit auf eine manchmal bittersüße Zeitreise zum eigenen Ich. Dabei verbinden sie Poesie und populäre Musik zu nachhaltiger und intelligenter Unterhaltung. Text und Musik aus der Feder von Roger Stein, kombiniert mit dem Bühnen-Charisma von Sandra Kreisler und der Virtuosität von drei hervorragenden Musikern ergeben eine hohe Qualität. Sie bieten keine seichte Beliebigkeit und sind - um es mit ihrer eigenen Textzeile zu sagen - keine Beifahrer der Belanglosigkeit. Sie zwingen uns zur Auseinandersetzung mit uns selbst, und lassen dennoch Zeit für eine gehörige Prise Humor. Das ist gut, das ist besonders und das ist einen Schlumpeweck wert.

Die Mimusen

Ist es bei Wortfront die Macht der Worte, so muss man hier vom Gegenteil sprechen. Vieles, fast Alles entsteht für das Publikum nur im Kopf. Sie erzählen kleine Geschichten, mit zum Teil mehreren Minuten Länge und schaffen es doch, den Spannungsbogen dabei immer zu halten. Dabei erwecken sie eine fast schon vergessen geglaubte Kunst zu neuem und vor allem originellen Leben. Man kann es als Körperkunst bezeichnen, in jedem Fall ist es für Klaus Franz und Marc Maschek auch physisch anstrengend, was sie da auf der Bühne treiben. Es ist aber auch und vor allem eines: eine Form von Poesie, verbunden mit einer ganz eigenen Leichtigkeit des Seins.

Liederfee (Fee Badenius)

Schüchtern und ein wenig verloren wirkt die junge Frau, die sich anschickt über Witten und die Walldorfschule die Welt der deutschen Kleinkunst zu erobern. Mit Alltagswahrnehmungen, die sie alles andere als alltäglich schildert, hat Felicitas Badenius einiges zu sagen. Man muss hinhören, ohne dass der Spaß an der Zweideutigkeit zu kurz kommt. Sie hat Freude an dem, was sie da auf der Bühne treibt, das lässt sie das Publikum mit einer unheimlich positiven und zugleich ein wenig verschmitzten Ausstrahlung spüren. Wir freuen uns darauf, ihren weiteren Weg verfolgen zu dürfen und sind sicher, dass sie ihn erfolgreich gehen wird.

Preisträger 2012

Jurypreise: René Steinberg, Marcus Jeroch, Ensemble Weltkritik
Publikumspreis: Muttis Kinder
Weitere Teilnehmer: Calvero, Klaus Kohler
Moderation der Preisverleihung: Lisa Feller

René Steinberg

„Wer lacht, zeigt Zähne!“ So heißt sein neues Programm, und jeder Zahnarzt hat bei seinen Auftritten freien Blick auf viele Kauwerkzeuge des abendlichen Publikums. Er verbindet kabarettistische Ansätze mit den Mitteln der Comedy und bedient sich dabei geschickter Montagen aus O-Tönen und Parodie, um sein Anliegen deutlich zu machen. Mit hoher Bühnenpräsenz vermeidet er es jedoch – wie andere Kollegen dieses Genres – über seine eigenen Gags selbst am längsten zu lachen, sondern esu_tabliert sich so als ernst zu nehmender Comedian, der dieses bei Kleinkunstpreisen oftmals am Rande stehende Genre auf den deutschen Bühnen weiter voranbringen kann. In diesem Sinne: „Glück auf“ ins Ruhrgebiet und ein Herborner Schlumpeweck 2012 von der Jury für René Steinberg.

Muttis Kinder

Würde das Publikum aufgefordert werden, eine Begründung zu formulieren, warum man ihnen ein Preis geben sollte, dann könnte sich das so anhören: Sie stehen für eine Weiterentwicklung des klassischen Acapellagesangs, die über den Liedrahmen hinaus Geschichten erzählt und in ihrem gruppendynamischen Prozess die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Kommunikation kabarettistisch überzeichnet und dadurch sichtbar macht. In ihrer Unmittelbarkeit und Spielfreude wirken Claudia Graue, Marcus Melzwig und Christopher Nell ansteckend und machen Mut, eventuell aufkommende Probleme des Zusammenlebens mit Hilfe gesangstechnischer Lösungen anzugehen. Vielleicht würde das Publikum aber auch nur sagen: Was für ein GEILER Abend. Der Publikumspreis des Herborner Schlumpeweck 2012 für: Muttis Kinder!

Marcus Jeroch

„Wenn Worte keine Sprache wären“, dann könnte sich dieser ann trotzdem mitteilen. Er bietet eine ureigene Mischung aus Clownerie, Akrobatik und dem Umgang mit dem gesprochenen Wort, die es so, innerhalb der deutschsprachigen Kleinkunstszene, kein zweites Mal gibt und die unserer Alltagssprache zusätzliche Ebenen erschließt. Ein Phänomen, das dazu führt, dass man sich nach einem Abend mit diesem Sprachkritiker dreimal überlegt, was genau man eigentlich sagen will. Somit trägt Marcus Jeroch ganz entschieden und mutig zur Rettung der Deutschen Sprache vor allgemeiner Verflachung bei und ganz nebenbei ist er auch der größte Verfechter einer ordentlichen Portion Bühnenstaub im Haar. Ein Jurypreis des Herborner Schlumpeweck 2012 geht an Marcus Jeroch!

Ensemble Weltkritik

„Im Westen nichts Neues“ – aber im Osten schon. Auch diese beiden Künstler kommen aus einem Teil der Republik, in dem Innovation und fundierte Bühnenausbildung zu stimmig schrägen Bühnenfiguren führen. Sie stehen für politisches Kabarett das sich, versteckt hinter Hilflosigkeit und Dilettantismus, über sich selbst lustig macht. Erst auf den dritten Blick ahnt man die Professionalität von Bettina Prokert und Maxim Hofmann und stellt fest, dass man den beiden Künstlern auf den Leim gegangen ist. Dieses Gesamtkunstwerk, welches hinterhältig komödiantisch daher kommt und ein Lachen provoziert, das einem immer wieder im Halse stecken bleibt, ist als Kleinkunst getarnte große Kunst. Ein Jurypreis des Herborner Schlumpeweck 2012 geht an das Ensemble Weltkritik!

Preisträger 2013

Jurypreise: Benjamin Tomkins, Nagelritz, Sebastian Nitsch
Publikumspreis: Lars Redlich
Weitere Teilnehmer: Roberto Capitoni, Hortkind
Moderation der Preisverleihung: Lisa Feller

Benjamin Tomkins

Bauchreden? Langweilig! Puppenspiel? Ein alter Hut! Comedy? Kann jeder! Wer so denkt, der sollte ihn live sehen. Der sollte erleben, wie man traditionelle Elemente der Bühnenkunst neu verknüpfen und zu einer zeitgemäßen Melange verbinden kann. Gewürzt mit einer Prise Selbstironie, vor allem aber einer hohen humoristischen Grundsicherheit und verblüffender Technik und nimmt Benjamin Tomkins die Besucher mit in seine eigene, pardon, bauchgesteuerte Welt, in der es vor Figuren nur so wimmelt. Dabei ist er immer ganz dicht am Publikum, das ihm seinen offensichtlichen Spaß auf der Bühne anmerkt.  Ein Jurypreis des Herborner Schlumpewecks 2013 für Benjamin Tomkins!

Nagelritz

Wer bei einem „singenden Seemann“ nur an Hans Albers denkt, der wird enttäuscht sein. Wer eine in sich stimmige Bühnenfigur erwartet, für die Weisheiten der Welt gerne auch mal zur Ahoj-Brause werden, der ist bei Dirk Langer, alias Nagelritz goldrichtig. Man vermutet stetigen Seegang, wenn der beste Freund von Hinnerk und Raoul in schwankendem Gang die Bühne betritt und dabei über das Große und Ganze, aber auch das Kleine und manchmal sehr Spezielle philosophiert. Melodiös, unterhaltsam und den Zuschauer schnell in den Bann ziehend. So sieht sie aus, die neue Kultur der Matrosen!  Ein Jurypreis des Herborner Schlumpewecks 2013 für Nagelritz!

Sebastian Nitsch

Die Kultur der Langsamkeit hat er für sich entdeckt, nein, genauer gesagt saugt er sie auf – die Momente und Stimmungen des zwischenmenschlichen Miteinanders. Die „Augenblick, verweile doch“-Mentalität hat er verinnerlicht und kultiviert sie bei seinem Blick auf die Widersprüchlichkeiten des Alltags und das Leben als Gesamtkunstwerk. Sebastian Nitsch hat dem Kabarett Poesie zurückgegeben, was ihn aber nicht daran hindert, auch die Sprunghaftigkeit seiner Gedanken auf die Bühne zu bringen. Und so entsteht ganz nebenbei eine subtile, neue Kunstform. Ein Jurypreis des Herborner Schlumpewecks 2013 für Sebastian Nitsch!

Lars Redlich

Ist das alles echt? Nein, speziell in dieser Nummer natürlich nicht. Aber sonst durchaus. Und wie! In atemberaubendem Tempo nimmt er uns mit durch seine Welt, in der Obst- und Gemüsesorten einen ebenso festen Platz haben wie schokobraune, sächsische Solariums-Nutzerinnen, die untote Whitney Houston oder Betrachtungen über das vermeintlich beste Stück des Mannes. Stets augenzwinkernd, auf hohem musikalischen Niveau und mit einer Energie, die auf der Bühne außergewöhnlich ist. Wir freuen uns, einen relativen Neuling in der Szene erlebt zu haben. Und Sie offensichtlich auch, denn der Publikumspreis des Herborner Schlumpewecks 2013 geht an Lars Redlich!

 Preisträger 2014

Jurypreise: Zu Zweit, Harry & Jakob, pro:C-Dur
Publikumspreis: Matthias Romir
Weitere Teilnehmer: Kai Spitzl, Marius Jung
Moderation der Preisverleihung: Jörg Michael Simmer

Zu Zweit

Sie sind im wahrsten Sinne das, was man unter ihrem Künstlernamen vermuten könnte: Zu Zweit! Zwei Entertainer, die gemeinsam über die Bühne wirbeln. Zwei hervorragende Musiker, die instrumental und vokal klar machen, dass sie wissen, was sie da tun. Zwei liebenswerte Menschen, die sich dem harten Schicksal der vernachlässigten Kreaturen dieser Erde zuwenden. Seien es Zimmerpflanzen, Glühwürmchen oder doch nur der Paketbote Vladimir im Til-Schweiger-Gedächtnis-Look. Keck, kess, komisch, lustvoll, launig, liebenswert – sie bieten ein Gesamtpaket, das auf deutschen Bühnen so nicht oft zu finden ist. Deshalb geht ein Jurypreis des Herborner Schlumpewecks 2014 völlig zurecht an Tina Häußermann und Fabian Schläper, alias „Zu Zweit“.

Harry & Jakob

Sie stammen aus einer Hochburg der Fabulierkunst, nämlich aus Tübingen. Und sie sind erwiesene Fans, Fans der deutschen Sprache. Was sie allerdings mit dieser auf der Bühne alles anstellen, das sucht im deutschen Kabarett- und Comedysektor seinesgleichen. Sie liefern sich einen verbalen Schlagabtausch in REIMkultur und bestechen dabei durch ein hohes Maß an Tempo und Wortwitz. Improvisierte Freestyle-Poesie, garniert mit musikalischen Sequenzen – da hätten auch Johann Wolfgang und Friedrich ihre Freude dran gehabt. Weil sie eben echte SIEGERTYPEN sind und weil sie im Feld der Bühnenkünstler einen neuen und äußerst lebhaften Farbtupfer gesetzt haben, geht ein weiterer Jurypreis des Herborner Schlumpeweck 2014 an Harry (Kienzler) und Jakob (Nacken)!

pro:C-Dur

Wenn die Hummeln atemlos werden und Papa Schlumpf den Sandman hört – dann ist das ein klarer Fall für diese beiden jungen Männer. Eine tastenvirtuose Rampensau und ein Rocker, der als Riverdancer seine wahre Bestimmung zu finden scheint – auch hier verbinden sich Witz, Tempo und vor allem musikalische Virtuosität zu einem genussvollen Ganzen. Sie wollen sich gegenseitig ein „E“ für ein „U“ vormachen und lieben doch die dazu passenden Musikstile heiß und innig. Wie sonst könnte man schrille Dissonanzen mit musikalischen Harmonien kreuzen, Urgewalt und Momente der Einkehr verbinden und dazu stets den passenden Spruch auf Lager haben? Bei diesen Beiden klappt das – und wie! Deshalb geht ein Jurypreis des Herborner Schlumpeweck 2014 an Tobias Janssen und Timm Beckmann, alias pro:C-Dur!

Matthias Romir

Mal konkret, mal abstrakt, mal laut, mal leise und dabei stets den Grenzbereich von Jonglage, Objekttheater und Clownerie auslotend. Das ist seine Welt, und die hat die Besucher in ihren Bann gezogen. Es ist nicht alleine die technische Virtuosität der Jonglagen, es ist seine Kunst Geschichten zu erzählen, die berührt. Zumeist wortlos, aber nie ohne Aussagekraft verzehrt er sich als trauriger Clown schüchtern nach der romantischen Liebe. Er stellt sich dem Stress der modernen Welt wie einst Charlie Chaplin mit subversiver Komik entgegen. Das ist besonders, das ist neu und das hat auch das Publikum berührt, denn das verleiht den Publikumspreis des Herborner Schlumpeweck 2014 an Matthias Romir.

 Preisträger 2015

Jurypreise: Holger Edmaier, Marco Tschirpke, Vocal Recall
Publikumspreis: Starbugs
Weitere Teilnehmer: Alain Frei, Anna Schäfer
Moderation der Preisverleihung: Benjamin Tomkins

Holger Edmaier

Holger Edmaier ist der Erfinder des Pop-Kabaretts, für das er eine Poesie des Bedrohlichen entwickelt hat. Mit gefälligen Melodien lockt er sein Publikum immer wieder auf eine falsche Fährte. Schon möchte man sich entspannt zurücklehnen und mal so richtig schön Ablachen, da bekommt man lächelnd eins in die Fresse gesungen. Mit dieser Spannung zwischen gefälliger Popmusik und bitterbösen Texten gelingt es Holger Edmaier aus dem Üblichen einen Abend voller überraschender Gedanken zu destillieren, an dem seinem Publikum schon mal das Lachen im Halse stecken bleibt. Das ging auch der Jury des 8. Herborner Schlumpeweck so, und gerade deshalb befand sie Holger Edmaier für preiswürdig.

Marco Tschirpke

Mit seinen Lapsusliedern ist er im deutschsprachigen Musikkabarett ein Solitär. Bei ihm werden historische Dimensionen auf ganze zwei Strophen komprimiert. Wo andere Balladen dichten, kommt er mit einem Zweizeiler aus. Er ist eine Herausforderung für sein Publikum. Auch das ist unüblich in den Hochburgen deutscher Komik-Rezeption. Während er literarische Hochkultur mit den Niederungen des Alltags mischt und man dabei seinem hochartifiziellem Klavierspiel lauscht, weiß man nie genau, amüsiert er sich jetzt über mich oder darf ich mich über ihn amüsieren. Und gerade das macht ihn besonders, gut und natürlich preiswürdig für die Jury des 8. Herborner Schlumpeweck.

Vocal Recall

Vocal Recall - das ist lupenreiner Satzgesang, eingerahmt von verbaler Gruppendynamik, die dem Publikum endlich mal Einblicke in die beinharten Hierarchien auf der Bühne vermittelt. Das Repertoire reicht von Klassik bis Kühlschrank und von handfesten Alltagstipps zum Abtauen bis zu den Allmachtsphantasien eines Zahnarztes. Und selbst vor ganz klar besungenen Animositäten schrecken Vocal Recall nicht zurück. Dieses Quartett bezieht unüberhörbar Stellung. Es hat einen ureigenen Stil entwickelt, der sich sehr angenehm vom üblichen comedy-acappella-Gemisch unterscheidet. Somit geht ein Jurypreis des 8. Herborner Schlumpeweck an Vocal Recall aus Berlin.

Starbugs

Sie nennen sich selbst “die lautesten Pantomimen der Welt“, doch das greift zu kurz. Starbugs sind mehr. Was da auf der Bühne zu sehen ist, ist eine Mischung aus Breakdance, Akrobatik, Clownerie, Trash, nonverbaler Comedy und ja, auch Pantomime. Das Spiel mit Klischees und das “sich selbst nicht ganz ernst nehmen“. Perfekte Körperbeherrschung, perfektes Timing und Lust am Spiel, gepaart mit äußerster Präzision, die leicht und unaufwendig daher kommen. Der Publikumspreis des 8. Herborner Schlumpeweck geht deshalb völlig zurecht an das Schweizer Trio Starbugs!

Preisträger 2016

Jurypreise: Belle Mélange, RaDeschnig, Frank Sauer
Publikumspreis: Les Papillons
Weitere Teilnehmer: Michael Feindler, Alexander Merk
Moderation der Preisverleihung: Martin Sierp

Belle Mélange

„Konzertcomedy mit Genrefreiheit“ – so bezeichnen sie selbst das, was sie auf der Bühne machen. Theresa Heinz, Vitalina Pucci, Polina Blüthgen und Nadja Schneider bieten Frauen-Power der ganz besonderen Art. Musikalisch hochwertig, textlich originell und immer ganz nah am Publikum. Immer auf der Suche nach dem Unergründlichen in der Beziehung zwischen Mann und Frau dringen sie in Dimensionen vor, die nie ein Mann zuvor verstanden hat. Selbstironisch und ohne den hessischen Migrationshintergrund zu verleugnen. Ein Jurypreis des 9. Herborner Schlumpeweck geht somit zurecht an Belle Mélange!

RaDeschnig

Geschwister auf der Bühne gibt es selten, Zwillinge noch seltener. Vielleicht liegt darin aber genau einer der Gründe für die perfekte Symbiose dessen, was da zu sehen ist. Nicole und Birgit Radeschnig versprühen nicht nur Charme und augenzwinkernde Heiterkeit – sie schauen genau hin und nehmen sich der Merkwürdigkeiten des Alltags an. Musikalisch wertvoll, vor allem aber darstellerisch sowie in Gestik und Mimik präzise bieten sie eine originelle Form des Kabaretts, die der Jury einen Preis des 9. Herborner Schlumpeweck wert war.

Frank Sauer

Er ist ein Beobachter und Fragensteller. Und seine Antworten führen dabei stets zu neuen, manchmal absurden Fragen. Frank Sauer schafft es, auf pfiffige, komische, aber durchaus tiefgehende Art und Weise unseren Alltag und die Entscheidungen, vor denen wir stehen, zu beleuchten. Sprachlich hintergründig, aber äußerst humorig verpackt bietet das, was er auf der Bühne anstellt, eine absolut zeitgemäße Art des Kabaretts. Und auch dies war für die Jury einen Preis beim 9. Herborner Schlumpeweck wert.

Les Papillons

Wenn sich Michael Giertz und Giovanni Reber durch die Musikgeschichte duellieren, dann hält der Zuschauer den Atem an, stellt die Ohren auf und muss sich unweigerlich auf dieses kongeniale Duo einlassen. Mit einem Augenzwinkern kombinieren sie Mozart und Madonna oder Pachelbel mit Pop-Collagen. Zwei Großmeister der Instrumentalkunst sezieren Musik, basteln neue Klang-Sequenzen und lassen ein staunendes Publikum zurück, das dieser Faszination erliegt und sie zurecht mit dem Publikumspreis beim 9. Herborner Schlumpeweck würdigt.

 Finalberichte

 

 

 

Schlumpeweck-Songs

 Schlumpeweck-Songs

Schlumpeweck-Rap 2008 von Michael Krebs

 

 

Songtext:

O.K., liebe Leute, wenn es jetzt noch Fragen gibt:
Die werd ich jetzt noch klären, doch gebt mir erst mal nen Beat.
Also klatscht mir den Rhythmus, die Hände in die Höh.
Ihr müsst jetzt alles geben, sonst krieg ich Diarrhoe.
Doch ich weiß. dass ihrs könnt, schließlich seid ihr Hessen.
Also singt mit mir ein Lied über euer liebstes Essen.

Das ist der Schlump’, der Schlump’, der Schlumpeweck.
Der Schlump’, der Schlump’, der Schlumpeweck
Der Schlump’, der Schlump’, der Schlumpeweck
Der Schlumpeweck ist das geilste Gebäck.

Er ist besser als Star Trek, besser als Crack.
Er hat den Oscar verdient, mehr noch als Jack Black.
Er ist viel mehr wert als ein Blankoscheck.
Er hat mehr zu sagen als Dieter Thomas Heck.
Auf dem Hochzeitslaken ein roter Fleck
macht nicht so glücklich wie ein Schlumpeweck.
Und ich sag dir noch eins, auch wenn du dann flennst:
Ein Dillenburger ist keine Konkurrenz für

Den Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck.
Den Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck
De Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck
Der Schlumpeweck ist das geilste Gebäck.

Das geht raus an alle Schwarzwälder-Kirschtorten- Mampfer.
An alle Fans von Blumenkohl und Sauerampfer,
an alle Kombucha und Actimel-Homies,
Kinderschokoladen und Butterkeks-Omis.
Hört mal her ihr Veganer und Ayurveda-Jünger,
ihr Hungerhaken und Süßstoff-Verschlinger
Habt ihrs nicht im Gepäck das Gebäck, an dem ich so gern leck?
Seid ihr Dreck, macht euch weg oder check:

Den Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck.
Den Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck
De Schlump’, den Schlump’, den Schlumpeweck
Der Schlumpeweck ist das geilste Gebäck.

Ich hab gewonnen also her mit dem Scheck!
Iss einen, iss zwei, iss drei, iss vier -
dann bist du fit wie ein Igel fürs Winterquartier.

Schlumpeweck-Song 2013 von Lars Redlich

 

Songtext:

An einem schönen Herbsttag, da traf ich ihn
Strahlte ihn an, mir wurde warm und ich hatte weiche Knie
Er war Ästhetik pur und er hatte verdammt viel Stil
sein Aussehen und sein Odeur war was mir sofort gefiel

Ich fühlte mich zu ihm hingezogen, das war schon fast sexuell
Leute, ich steh auf Frauen, doch er war sensationell
als ich ihn das erste mal spürte, tief in meinem Mund
eine Explosion der Sinne und so gesund

Ich liebe ihn den Schlumpeweck,
Kunstwerk aus Herborns Patisserie
für son Weck brauchste kein Besteck
er gibt Dir Vitamine und Energie

Zuhause hatte ich schlaflose Nächte, dann hab ich endlich reagiert
Und hab wie son perverser Stalker im Internet recherchiert
Man braucht Hefe, Eier, Zucker, Milch und etwas Mehl und macht n schönen Teig daraus
Ab in Ofen, fülln mit Apfelmus und dann kurz anbraten – schon haste Schlumpewecken zuhaue!

Jetzt bin ich endlich schlauer und ich habe einen Master-Plan
wie ich die Welt mit dieser Delikatesse bereichern kann
Ich will dass alle ihn kennen und lieben, von New York bis Teheran
und eröffne in Berlin das erste Frenchaise Schlumpeweck-Restaurant!

Ich liebe ihn den Schlumpeweck,
Kunstwerk aus Herborns Patisserie
Ich hau jetzt täglich acht Dinger von dem Weck weg,
das ist meine neue Lebensphilosphie
Wer auch immer ihn erfunden hat – ein Genie
Bald gibt’s in Deutschland eine Schlumpeck-Euphorie
und er steht jetzt sogar in meiner Biographie
ich danke Euch, das vergesse ich nie
Der Weck ist das Ziel!

Radioberichte /-mitschnitte

Radioberichte /-mitschnitte

 HR 2 : 1. Herborner Schlumpeweck 2008

 

Part 1

 

 

Part 2

 

 

Part 3

 

 

 

 HR 2 : 5. Herborner Schlumpeweck 2012

 

Part 1

 

 

Part 2

 

 

Part 3

 

 

 

 HR 2 : 7. Herborner Schlumpeweck 2014

 

 

HR 2 : 9. Herborner Schlumpeweck 2016

 

kbl2014

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Schlumpe­weck

Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

KulturScheune Herborn - Herborner Heimatspiele e.V.      Austraße 87     35745 Herborn