Verdiente Preisträger

Verdiente Preisträger
Die Würfel sind gefallen, die „Schlumpewecks“ und die damit verbundenen Preisgelder von jeweils 2000 Euro vergeben. Die Jury des Herborner Kleinkunstpreises wählte Florian Hacke, Bernard Paschke sowie das Duo Fischer & Jung aus, während sich das Publikum für die Crossover-Artisten Benno & Max entschied. 

Die Moderation des Abends lag in den Händen von Andy Ost, der ebenfalls eine preiswürdige Vorstellung abgab. Auch im zweiten Jahr der Pandemie mit weniger Zuschauerbeteiligung ausgerichtet, konnte sich das Niveau der Aspiranten auf die vom Uckersdorfer Künstler Christoph Oester neu gestalteten Trophäen auf recht hohem Niveaus halten, wenngleich man sich nicht zu weit vom gängigen Narrativ des Angepasstseins an die derzeitigen Verhältnisse entfernt hatte.

Locker, entspannt und fröhlich – nicht zuletzt dank der Moderation der humoristischen Allzweckwaffe Andy Ost – verlief der Preisverleihungsabend. Der Hanauer Comedian, Sänger und Songwriter lieferte einen brandneuen „Schlumpeweck“-Song ab und babbelte sich mit hohem Spaßfaktor in die Herzen des Publikums.

Und wie aufgedreht, befreit vom Druck, sich als preiswürdig erweisen zu müssen, zeigten sich dann auch die Gewinner der „Schlumpewecks“: Nachdem sich der mit einem grippalen Infekt das Bett hütende Florian Hacke nur mit einer nur einer aufgezeichneten Dankesrede zu Wort hatte melden können, zog Jung-Kabarettist Bernard Paschke abermals vom Leder. Süffisant fertigte er Politiker wie den „Scheuer-Andi“ ab und kalauerte sich munter durch ein Kurzprogramm: „Was macht ein Pirat am Computer? Er drückt die Entertaste.“

Fischer & Jung sezierten noch einmal genüsslich die unterschiedlichen Sexualpraktiken und wie sich Paare mit ungewöhnlichen Aktionen frisch und bei Laune halten. Und mit noch mehr Tempo und Tricks gaben die Publikumspreisträger Benno & Max mit ihrer halsbrecherischen Akrobatik und subversiven Witz einfach alles.

Der „Godfather of Kleinkunst“, wie Andy Ost den „KuSch“-Vorsitzenden Jörg Michael Simmer betitelte, hob in seiner Laudatio noch einmal das vielseitige Spektrum der Kleinkunstszene hervor, repräsentiert durch die Preisträger der Herborner Kleinkunsttrophäe, die – in Uckersdorfer Kirschenholz eingelegt – von den Jury-Mitgliedern Birgit Ernst und Fabian Nell überreicht wurden.

Es war ein denkwürdiger Abend in der Herborner „KulturScheune“ mit Spaß und Spiel und tollen Aktionen, der sich stets haarscharf am Rand des Wahnsinns abspielte.

 

 

Gert Fabritius

Helmut Blecher