Historie

Historie

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“Theater in Herborn”, dieser Begriff hat für die Kommunalpolitik der Bärenstadt seit Jahren Gültigkeit und – betrachtet man sich gelegentlich die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung – sicher auch seine Berechtigung. Nimmt man eine der Bedeutungen des Wortes Theater (Schauspielaufführung, Vorstellung), so rückte diese erstmals 1951 ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Als aus Anlass der 700–Jahrfeier der Stadtrechte Herborns der unvergessene Walter Schwahn das Schauspiel “Barbara” schuf und dieses in der Festwoche mehrfach mit großem Erfolg aufgeführt wurde, waren sie geboren – die “Herborner Heimatspiele”.

In den folgenden Jahren – Walter Schwahn hatte das opulente Stück inzwischen behutsam in eine Trilogie mit drei Themenschwerpunkten umgewandelt (Herborner Stadtgeschichte zu Zeiten der Hexenverfolgung, der Pest und des Dreißigjährigen Krieges in den Stücken “Die Barbara”, “Tod und Leben” sowie “Die Freiheit”) – gab es immer wieder Aufführungen, die anfangs wie bei der Premiere auf dem Kornmarkt stattfanden und später den Weg in den historisch–beladenen Hof der Hohen Schule fanden. Bis in die achtziger Jahre wurden somit mehrere tausend Menschen Zeugen von “herwerschen” Einzelschicksalen der Geschichte, dargestellt von engagierten Hobby–Mimen, die im Zivilleben als Handwerker, Beamte, städtische Bedienstete oder in der freien Wirtschaft ihren Mann und ihre Frau standen.

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Namen wie Dieter Nunnemann, Erich Großkopf, Otto Rauhofer oder der unvergessene Erich Zehner gaben den Heimatspielen ihr unverwechselbares Gesicht. Als 1988/1989 zunächst Erich Zehner und wenige Monate später auch Walter Schwahn starben, reifte in einigen Schauspielern der Gedanke, sich in einem eigenen Theaterverein selbstständig zu machen. Es sollte bis zum 26. November 1990 dauern, ehe dieses Ansinnen in die Tat umgesetzt wurde. Maßgeblich initiiert von Bernd Winnemann und Adelheid Simmer, die folgerichtig auch als 1. und 2. Vorsitzender Verantwortung übernahmen, war unter heftigen “Geburtswehen” das jüngste Kind der Herborner Vereinswelt entstanden. In Anlehnung an den seit Jahren eingeprägten Standardtitel für die Aufführungen der Schwahn–Stücke wählte man den Vereinsnamen “Herborner Heimatspiele e.V.”.

Damit verbunden waren Anspruch und Verpflichtung zugleich, die Trilogie Walter Schwahns im Zwei-Jahres-Rhythmus auf der “Open-Air-Bühne” der Hohen Schule dem Publikum zugänglich zu machen. Dieses Vorhaben wurde vom neuen Verein zwischen 1991 und 1997 mit den Aufführungen von ” Tod und Leben” (1991/1997), “Die Freiheit” (1993) und “Die Barbara” (1995) konsequent in die Tat umgesetzt. Daneben schuf sich der Verein ein weiteres schauspielerisches Betätigungsfeld. Seit 1991 freuen sich nicht nur die Herborner Schulen, sondern Kinder aus dem gesamten Dillkreis in der Vorweihnachtszeit über eigens für sie inszenierte Stücke. Vom “Gestiefelten Kater” über den satanarchäolügenialkohöllischen “Wunschpunsch” bis hin zum “Dschungelbuch” oder der “Zauberfee von Oz” gab es dabei thematisch einige Abwechslung. Inzwischen sind es Jahr für Jahr bis zu 2500 Schulkinder, die sich von den Heimatspielern unterhalten lassen und so zum Teil den ersten Kontakt zur Welt des Theaters erhalten. Seit 2003 kümmert sich Franz-Josef Neunzerling als Regisseur um die Vorweihnachtsstücke und hat maßgeblichen Anteil daran, dass diese sich inzwischen zu einer echten “Marke” des vereins entwickelt haben.

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Da aber Schwahn–Stücke plus Weihnachtsmärchen einigen schauspielwütigen Mimen immer noch nicht ausreichten, kam es 1996 zu einer weiteren Premiere, als wir im Jahr zwischen den Stücken der Trilogie mit dem “Lampenschirm” für Furore sorgten und somit bewiesen, dass auch Werke anderer Autoren (in diesem Fall von Curt Goetz) für die inzwischen gewachsenen Fähigkeiten der Theatergruppe eine locker zu bewältigende Hürde waren. Mit zwei weiteren Einaktern von Curt Goetz (“Minna Magdalena”/”Nachtbeleuchtung”) wurde dies 1998 eindrucksvoll untermauert, ehe wir 1999 wieder Neuland betraten – und dies in zweierlei Hinsicht. Zum einen hatte Vereinsmitglied Gabriele Greis nach dem Weihnachtsstück “Kein Prinz für Schneewittchen” ihr zweites eigenes Stück (“In Bauschs Garten”) verfasst, das sich – im Gegensatz zu Walter Schwahns Werken – mit den Geschehnissen in Herborn zur Zeit des Vormärz befasste. Zum anderen erwies sich der erstmals gewählte Schlosshof als stimmungsvolle Theaterkulisse, die bei vielen Zuschauern in so nachhaltiger Erinnerung geblieben war, dass es sich anbot, auch 2002 wieder hier zu spielen.

Zunächst aber standen die Heimatspieler nach dem Motto “Zurück zu den Wurzeln” im Stadt–Jubiläumsjahr 2001 vor ihrer vielleicht größten Herausforderung. Mit der Aufführung der “Ur–Barbara” an historischer Stätte auf dem Kornmarkt erwiesen wir neben der städtischen auch unserer eigenen Geschichte Referenz. Mit einem gewaltigen Aufwand an Menschen (rund 60 Mitwirkende), Material (Kostüme, Bauten) und Pferden gab es erneut ein “Theater in Herborn”, bei dem der Begriff Laienspiel inzwischen kaum mehr angebracht schien. Über 2500 Besucher sorgten für das Rekordergebnis in der Geschichte unseres Vereins. Wir trotzten erneut dem Regen und mussten sogar eine zusätzliche Aufführung einschieben. Fazit aller Beteiligten: Es war der helle Wahnsinn!

Womit die Überleitung zum Kriminalstück des Jahres 2002 geschaffen wäre. In dem bekannten Agatha–Christie–Stück “…da waren’s nur noch 9!” wagten sich die Heimatspieler erneut auf unbekanntes Terrain, stand doch erstmals eine Geschichte auf dem Spielplan, in der ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen trieb. Kontrastprogramm in der Schlosshof-Idylle also, die auf einen enormen Zuspruch stieß und uns sogar eine Zusatzvorstellung abverlangte.

Nachdem wir im Jahr 2003 den Ortswechsel auf den Bereich des alten LWV–Gutshofes vollzogen und auch ein Genre-Wechsel zustande kam, durften wir – auf vielfachen Wunsch – unser komödiantisches Talent ausleben und die britische Boulevardkomödie mit Niveau “Und das am Hochzeitsmorgen” zur Aufführung bringen.

2004 nun hatte es uns wieder Curt Goetz angetan, wobei wir uns selbst “recycelten”, schließlich stand das Stück bereits 1996 auf unserem Spielplan, wurde jedoch seinerzeit in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. “Der Lampenschirm” hielt wettertechnisch seine schützende Hand nicht über uns. Es waren verregnete und stürmische zehn Spieltage. Frei nach dem Inhalt des Stückes konnten wir sagen: “Ärgern Sie sich nicht, wundern Sie sich man bloß!”

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Deshalb wollten wir weiter nach dem Motto verfahren: “Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!” Aus diesem Grund agierten wir 2005 – nach sieben Jahren unter freiem Himmel – erstmals wieder bei einem Sommerstück unter dem schützenden Dach. In der Kulturscheune stand die Kriminalkomödie “Erben ist nicht leicht” auf dem Spielplan. 2006 jedoch kehrten wir zu unseren Wurzeln zurück, denn auf der Burg Greifenstein stand “Das Edle Haus” auf dem Spielplan, ein Stück aus der Feder des verstorbenen Herborner Ehrenbürgers Walter Schwahn, das wir letztmals im Jahr 1988 an gleicher Stelle aufgeführt hatten.

Seit 2006 hatte der Verein zudem die Möglichkeit, eine engagierte Jugendarbeit zu betreiben. Bis zu drei feste Nachwuchsensembles steuern seitdem Jahr für Jahr engagierte und qualitativ hochwertige Eigenprioduktionen beim, die allesamt an anderer Stelle aufgeführt sind.

Die Betrachtung der Sommerproduktionen geht mit dem Jahr 2007 weiter, wo wir schließlich “Außer Kontrolle” waren und in der KuSch die britische Komödie präsentierten. Back to the roots hieß es dagegen 2008, als wir auf dem Kornmarkt die “Barbara” spielten.

2009 dann waren wir “In Bauschs Garten” unterwegs, das Stück unseres Mitglieds Gabriele Greis, das in den neunziger Jahren eigens für uns geschrieben wurdee. Und 2010 dann “rauschten die Gelder” in der KuSch. Eine britische Komödie von Michael Cooney sorgte dort für einen Riesenerfolg. 2011 wurde es mit “Sweeney Todd” wieder deutlich gruseliger und in Sachen Inszenierung ein Stück weit moderner. Beide Werke hatte mit Marcel Nascimento ein Youngster als Regisseur zu verantworten, der dann aber aus Studiengründen nicht mehr zur Verfügung stand. Zum Lachen bot dann 2012 die Komödie “Taxi, Taxi” reichlich Anlass, die erstmals seit Jahren wieder soviel Andrang hervorrief, dass eine Zusatzvorstellung eingeplant werden musste. Als Regisseur war nun Holger Heix im Boot.

2013 nun wollten wir dem Publikum wieder die Chance geben, die Sorgen zu vergessen. Aus diesem Grund entschieden wir uns für “Wie wär’s denn…?” Und auch 2014 blieb es lustig, wenn gleich durchaus mit einigen nachdenklichen Passagen. "Der Vorname" sorgte auf der Bühne für Diskussionen und im Saal durchaus für Lacher. 2015 waren 25 Jahre Vereinsbestehen Anlass, uns mit uns selbst zu beschäftigen. "Was'n Theater" - so nannte Holger Heix sein selbstgeschriebenes Stück, das einige der Erfolgsproduktionen der vergangenen Jahrzehnte aufnahm und daraus eine neue, eigene Geschichte erzählte. Theater im Theater also!

Im Jahr 2016 dann standen die Probleme der "Best Ager" im Stück "Blütenträume" im Mittelpunkt.

Volksbühne

Volksbühne

gruendung-volksbuehne-300x195Die Aufführungen der “Barbara” im September 1951 waren Geschichte, aber die Theaterbegeisterung vieler Herborner Bürger war geblieben. Es dauerte ein knappes Jahr, ehe dieser durch die Gründung einer “freien Gemeinschaft theaterfreudiger Interessenten” auch formal Rechnung getragen wurde. Am 26. August 1952 erblickte die Volksbühne das Licht der Welt. Diese hatte das Ziel “gute und gehaltvolle dramatische Literatur, die durchaus auch unterhaltsam sein darf” aufzuführen. So jedenfalls ist es einem Pressebericht zur Gründung zu entnehmen, der am 29. August 1952 in der Dill-Zeitung zu lesen war. Und weiter heißt es dort: “Sie unterscheidet sich bewusst von reinen Laienspielgruppen, ebenso wie von den üblichen Dilettantenaufführungen bei Vereinsfestlichkeiten, was auch der gewählte Name Volksbühne für künstlerisches Laienspiel zum Ausdruck bringt. Die Leitung des Zusammenschlusses hatte Dr. Erich Großkopf, sein Stellvertreter und Spielleiter war Hermann Bernd. Richard Graben war Kassierer, Gretel Reinhard die Schriftführerin und Wilhelm Meckel der technische Leiter.  Die erste Produktion der Volksbühne hatte am 13. Oktober 1952 in der damals neuen Aula der Mittelschule (heute: Diesterwegschule) Premiere. Gespielt wurde das Stück von Otto Ernst, “Flachsmann als Erzieher”. Die Aula sollte der Schauplatz aller Volksbühnen-Stücke bleiben, die sämtlich von Hermann Bernd inszeniert wurden.

1952-1955

volksbuehne-1955-1992-1-300x207Ermutigt von dem großen Erfolg des Erstlingswerks dauerte es nicht lange bis zur zweiten Produktion. Am 11. April 1953 war unter der Regie von Hermann Bernd, der bei den meisten Produktionen auch selbst auf der Bühne stand, der “Sturm im Wasserglas” erstmals zu sehen. Konsequent titelte die Dill-Zeitung in ihrer Kritik: “Sturm im Wasserglas – Stürme der Begeisterung”. Erstmals hatte man dabei auch eine Schulvorstellung im Angebot. Mit “Die Ehre” von Hermann Sudermann stand am 21. November 1953 die nächste Produktion auf dem Spielplan. Das laut Presse “schwer zu spielende Stück führte man anlässlich des damaligen 25-jährigen Todestages des Autors auf. Ganze zwei Vorstellungen gab es im übrigen. 2728 Besucher in 14 Aufführungen – so lautete bis Ende 1953 die Bilanz der Volksbühne mit ihren verschiedenen Stücken. Immerhin dreimal wurde 1954 “Hilde und 4 PS” von Kurt Sellnick gezeigt. Das Sechs-Personen-Lustspiel hatte am 9. Mai 1954 mit Marianne Bögel in der Titelrolle Premiere. Karten kosteten übrigens zwischen einer und zwei Mark. Originelle Überschrift der Dill-Post zum Stück: “Volksbühne Herborn in flotter Fahrt”. Wegen des großen Erfolges gab es im November 1954 noch zwei weitere Aufführungen. volksbuehne-1955-1992-2-300x192Zuvor jedoch konnte die Volksbühne am 18. September 1954 eine Welturaufführung verbuchen. “Johannes Irlen”, das Stück des Heimatdichters und “Barbara”-Schöpfers Walter Schwahn wurde erstmals in der Aula gezeigt. Ursprünglich als Freilichtaufführung angelegt, musste man dem regnerischen Sommer Tribut zollen und das Stück in der “Mittelschule” spielen. Viermal wurde das Kammerspiel in Kostümen, aber vor fast leerer Kulisse mit großem Erfolg gezeigt. Curtz Goetz war der Autor des nächsten Stückes der Volksbühne. “Dr. med Hiob Prätorius” praktizierte erstmals am 16. April 1955 in der Aula. In der Titelrolle des “Facharztes für Chirurgie und Frauenleiden” glänzte Spielleiter Hermann Bernd. “Der Abend befriedigte in jeder Weise und fand bei den Zuschauern den entsprechenden Beifall”, hieß es dazu in der Dill-Zeitung. Insgesamt dreimal konnte man das Goetz-Stück sehen.

1956-1958

volksbuehne-1956-1958-300x205Im Oktober 1955 verschlug es dann Spielleiter Hermann Bernd beruflich nach Wetzlar, die Folge war eine einjährige Pause der Volksbühne. Proben für das Stück “Ministerkrise” wurden aufgenommen und wieder abgebrochen. Der Theaterverein schien am Ende, im Sommer 1956 wurde öffentlich über dessen Auflösung spekuliert. Doch dann die Wende: Mit Gerhart Hauptmanns “Der Biberpelz” feierte die Volksbühne am 10. November 1956 ein fulminantes Comeback. Bernd ließ es sich nicht nehmen, mehrmals pro Woche per Mpoed und Zug nach Herborn zu kommen, um dort mit seinen Getreuen zu proben. Nach drei öffentlichen Aufführungen und einer Schulvorstellung war klar, dass sich die Mühen gelohnt hatten. Interessant: “Der Großteil des Herborner Publikums legt weniger Wert darauf, bei der Premiere dabei gewesen zu sein, als vielmehr auf das, was diejenigen sagen, die ‘drin’ waren.” Im Klartext: Schon damals war die Mund-zu-Mund-Propaganda wichtig. “Der keusche Lebemann”, ein später vor allem aus dem Millowitsch-Theater bekanntes Werk von Franz Arnold und Ernst Bach stand am 6., 7., 10. und 13. April 1957 auf dem Spielplan. In der Presse wurde dies übrigens angekündigt als “Der große Lachschlager”. Pech nur, dass bei den Aufführungen am 10. und 13. April niemand zum Lachen zumute war, da Spielleiter und Hauptdarsteller Hermann Bernd krankheitsbedingt passen musste. Im Oktober allerdings war er wieder voll auf dem Damm, galt es doch die Uraufführung des von Walter Schwahn geschriebenen “Silcherlieds” zu gestalten, das die Volksbühne aus Anlass des 100-jähriges Bestehens des MGV “Liederkranz” Herborn zeigte. Mit “Monologe der Menschlichkeit” überschreibt die Dill-Zeitung die Premierenkritik vom 13. Oktober 1957. Auch hier war der Besuch in der Premiere noch “ausbaufähig”, ehe man hinterher sogar noch eine vierte Vorstellung anhängen musste. Nachdem man am 2. und 3. November die beiden ausgefallenen Aufführungen des “Keuschen Lebemannes” nachgeholt hatte, hieß es am 22. März 1958 Abschied nehmen. Dieter Nunnemann, tragendes Ensemblemitglied und Herborner Original, starb tragisch an einer Rauchvergiftung. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Verein mit Marianne Bögel eines ihrer wichtigsten Mitglieder verloren, die seinerzeit Herborn verlassen hatte.

1958-1959

volksbuehne-1958-1959-300x223“Ingeborg” hieß das inzwischen zehnte Stück, das die Volksbühne am 10., 14. und 18. Mai in der Aula der Mittelschule zeigte. Erneut war Curt Goetz der Autor, fünf Mitwirkende, darunter wie immer auch der Spielleiter, überzeugten Kritik und Publikum. Allerdings: Im Juni zogen erneut dunkle Wolken über der Volksbühne auf. Die Konkurrenz durch Tourneetheater, die der neu gegründete Konzert- und Theaterring engagieren wollte, ein Wegbrechen der eigenen Mitglieder sowie ein schwacher Besuch der “Ingeborg”-Aufführungen ließen die Stimmung in den Keller sinken. “Volksbühne hat Existenzsorgen” hieß es im Herborner Tageblatt vom 20. Juni 1958. Dennoch ging es weiter und zwar ab 2. November mit drei Aufführungen von “Hokuspokus”, zum dritten Mal hieß hier der Autor Curt Goetz. Marianne Bögel war wieder zurück gekehrt und begeisterte jetzt als Marianne Dahlhaus ebenso wie ihre Mitspieler in diesem Gerichtsdrama das Publikum. Im kommenden Jahr sollte dann letztmals ein Werk der Volksbühne zu sehen sein. “Das lebenslängliche Kind”, so hieß die bühnendramatisierte Version des Romans “Drei Männer im Schnee” von Erich Kästner, sollte die “Abschiedvorstellung” des Vereins werden. 14 Mitwirkende gaben am 23., 26. und 29. April in der Aula alles und freuten sich über ein volles Haus zur Premiere.

Das Ende

Danach ging alles vergleichsweise schnell. In der Mitgliederversammlung am 11. Mai 1959 konnte man noch mit Stolz auf 12 gespielte Werke in sechs Jahren mit insgesamt 48 Aufführungen und über 7800 Besuchern zurückblicken. Allerdings verkündete dort bereits Spielleiter Hermann Bernd aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug, was prompt dazu führte, dass die traditionelle Herbst-Aufführung zugunsten eines “Bunten Abends” abgesagt wurde. Zudem debattierte man über das Minus in der Kasse, das seit 1955 alle Produktionen begleitet habe, nicht zuletzt deshalb, weil der Verein freiwillig auf einen kleinen jährlichen Zuschuss der Stadt verzichtet hatte. Am 15. Dezember 1959 hielt die Volksbühne eine weitere Versammlung ab. Thema war das Vorhaben des Verkehrvereins, ab 1960 regelmäßige Festspiele in Herborn zu veranstalten. Am Ende der Diskussion war klar, dass dies für die kommenden Jahre die Zukunft des Theaters in Herborn sein sollte. Die Ära der Volksbühne wurde so vergleichweise leise beendet, ab 1960 gab es Theater in der Bärenstadt zunächst nur noch unter der Regie des Verkehrsvereins.

Alle Stücke der Volksbühne:

JahrStückRegieOrt
1952 Flachsmann als Erzieher Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1953 Sturm im Wasserglas Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1953 Die Ehre Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1954 Hilde und 4 PS Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1954 Johannes Irlen Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1955 Dr. med Hiob Prätorius Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1956 Der Biberpelz Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1957 Der keusche Lebemann Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1957 Silcherlied Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1958 Ingeborg Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1958 Hokuspokus Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)
1959 Das lebenslängliche Kind Hermann Bernd Aula der Mittelschule (Diesterwegschule)

 

Verkehrsverein

Verkehrsverein

Zwischen 1960 und 1989 fand das Theaterspiel in Herborn unter der Regie des Verkehrsvereins statt. Zahlreiche Mitwirkende, die zuvor in der Volksbühne aktiv waren, spielten nun unter einer neuen Leitung. Lesen Sie nachfolgend, wann welches Stück wo unter welcher Regie aufgeführt wurde:

JahrStückRegieOrt
1960 Die Barbara (Urfassung) Robert Rauhofer Kornmarkt
1963 Die Pest Robert Rauhofer Hof der Hohen Schule
1966 Die Barbara (Trilogie) Hans-Jürgen Sturm Hof der Hohen Schule
1967 Bunbury Hans-Jürgen Sturm Ev. Gemeindehaus
1975 Tod und Leben Robert Rauhofer Hof der Hohen Schule
1978 Die Freiheit Robert Rauhofer Hof der Hohen Schule
1980 Die Barbara (Trilogie) Christel Jopp Hof der Hohen Schule
1982 Das edle Haus Christel Jopp Hof der Hohen Schule
1984 Tod und Leben Christel Jopp Hof der Hohen Schule
1987 Die Freiheit Erich Zehner Hof der Hohen Schule
1988 Das edle Haus Erich Zehner Burg Greifenstein
1989 Die Barbara (Trilogie) Adelheid Simmer +
Bernd Winnemann
Hof der Hohen Schule

 

Herborner Heimatspiele e.V.

Herborner Heimatspiele e.V.

Ein neuer Verein

gruendungsurkunde-570x740Die Jahre 1988 und 1989 waren für die Theaterfreunde in Herborn mit Trauer verbunden. Zunächst starb Ende 1988 der langjährigen Vollblutschauspieler und Regisseur Erich Zehner, Anfang 1989 verstummte auch sein Freund Walter Schwahn für immer. Der Autor der “Barbara”, Ehrenbürger der Stadt und kritischer Freund des Laienspiels, erlebte die Weiterentwicklung des Theaters in der Bärenstadt nicht mehr mit. Für die “Barbara” 1989 fand sich mit Adelheid Simmer und Bernd Winnemann ein neues Regieduo aus langjährigen Mitspielern der Schwahn-Stücke zusammen, das die Aufführungen im Hof der Hohen Schule zusammen mit dem Ensemble mit Bravour über die Bühne brachte. Erstmals war man dabei in größerem Maße in die Bereiche Kostümauswahl, Technik etc. selbst verstärkt eingebunden.Und so reifte die Idee, dass man ab sofort selbst für alle organisatorischen Belange rund um die Aufführungen zuständig sein wollte. Nach vielen teilweise erhitzten Diskussionen, langwierigen Verhandlungen und großer Beharrlichkeit einiger prägender Köpfe war es am 26. Movember 1990 soweit: In der “Alten Schmiede” am Pertuisplatz erblickte der Verein Herborner Heimatspiele e.V. das Licht der Welt. In welchem Maße sich dieser in den kommenden Jahren weiterentwickeln und die Geschichte der Stadt mitprägen sollte, konnte damals niemand ahnen...

Sehen Sie nachfolgend eine Übersicht über die seitdem gezeigten Stücke:

Die Sommerstücke

JahrStückRegieOrt
1991 Tod und Leben (Trilogie) Adelheid Simmer +
Bernd Winnemann
Hof der Hohen Schule
1993 Die Freiheit (Trilogie) Adelheid Simmer +
Bernd Winnemann
Hof der Hohen Schule
1995 Die Barbara (Trilogie) Adelheid Simmer +
Bernd Winnemann

Hof der Hohen Schule

1996

Der Lampenschirm Gerlind Brehm Aula der Diesterwegschule
1997 Tod und Leben (Trilogie) Adelheid Simmer +
Bernd Winnemann
Hof der Hohen Schule
1998

Nachtbeleuchtung +
Minna Magdalena

Gerlind Brehm Ev. Gemeindehaus
(Hintersand)
1999 In Bauschs Garten Gerlind Brehm +
Gabriele Greis
Schlosshof Herborn
2001 Die Barbara (Urfassung) Bernd Winnemann +
Markus Bender
Kornmarkt
2002 …da warens nur noch 9! Gerlind Brehm Schlosshof Herborn
2003 …und das am
Hochzeitsmorgen
Gerlind Brehm +
Michael Krüger
Gutshof Herborn
2004 Der Lampenschirm Florian C. Seibel Gutshof Herborn

2005

Erben ist nicht leicht Gerlind Brehm

Kulturscheune Herborn

2006

Das edle Haus Markus Bender +
Adelheid Simmer

Burgruine Greifenstein

2007

Außer Kontrolle Gerlind Brehm

Kulturscheune Herborn

2008 Die Barbara (Urfassung) Markus Bender +
Adelheid Simmer
Kornmarkt
2009 In Bauschs Garten Markus Bender +
Adelheid Simmer
Kulturscheune Herborn
2010 Und ewig rauschen
die Gelder
Marcel Nascimento +
Bernd Walther
Kulturscheune Herborn
2011 Sweeney Todd Marcel Nascimento Kulturscheune Herborn
2012 Taxi, Taxi Holger Heix Kulturscheune Herborn
2013 Wie wär’s denn…? Holger Heix Kulturscheune Herborn
2014 Der Vorname Holger Heix Kulturscheune Herborn
2015 Was'n Theater Holger Heix Kulturscheune Herborn
2016 Blütenträume Holger Heix Kulturscheune Herborn

Die Weihnachtsstücke

JahrStückRegieOrt
1992 Der Lebkuchenmann Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny
Turnhalle der
Diesterwegschule
1993 Der gestiefelte Kater Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny
Kleine Turnhalle des
Johanneum-Gymnasiums
1994 Der Wunschpunsch Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny

Ev. Gemeindehaus

1996

Kein Prinz für
Schneewittchen
Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny
Ev. Gemeindehaus
1997 Der überaus
starke Willibald
Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny
Ev. Gemeindehaus
1998

Der Lebkuchenmann

Gerlind Brehm +
Andreas Podhorny
Ev. Gemeindehaus
1999 Das Gespenst von
Canterville
Gerlind Brehm +
Sabine Rühl
Ev. Gemeindehaus
2000 Der Feenfänger Gerlind Brehm Ev. Gemeindehaus
2001 Der Wunschpunsch Gabriele Greis Ev. Gemeindehaus
2002 Rapunzel Gerlind Brehm Ev. Gemeindehaus
2003 Der Schweinehirtentraum Franz-Josef Neunzerling Ev. Gemeindehaus
2004 Der Teufel mit den
drei goldenen Haaren
Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn

2005

Das Dschungelbuch Franz-Josef Neunzerling

Kulturscheune Herborn

2006

Ronja Räubertochter Franz-Josef Neunzerling

Kulturscheune Herborn

2007

Tintenherz Franz-Josef Neunzerling

Kulturscheune Herborn

2008 Ein Sommernachtstraum Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2009 Igraine Ohnefurcht Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2010 Die Zauberfee von Oz Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2011 Reckless Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2012 Das Dschungelbuch Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2013 Pinocchio Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2014 Die wunderbare
Welt von Oz
Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2015 Peter Pan Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn
2016 Alice im Wunderland Franz-Josef Neunzerling Kulturscheune Herborn

Die Jugendstücke

JahrStückRegieOrt
2006 16+: Ein Sommernachtstraum Hanna Reich +
Marcel Nascimento
Kulturscheune Herborn
2006 16+: Wolken + Showdown Hanna Reich +
Marcel Nascimento
Kulturscheune Herborn
2007 Youngsters: Vampire waren
auch nur Menschen
Marleen Wolter

Kulturscheune Herborn

2007

16+: Hexenjagd Hanna Reich +
Marcel Nascimento
Kulturscheune Herborn
2008 Youngsters: Herr der Diebe Marleen Wolter Kulturscheune Herborn
2008

16+: Der Papst und die Hexe

Hanna Reich +
Marcel Nascimento
Kulturscheune Herborn
2009

16+: Der nackte Wahnsinn

Jonas Wogenstahl +
Christopher Opel
Kulturscheune Herborn
2009 Youngsters: Peter Pan Christian Schäfer +
Christopher Opel
Kulturscheune Herborn
2010 16+: Die Hölle wartet nicht Jonas Wogenstahl +
Christopher Opel
Kulturscheune Herborn
2010 Youngsters: Drachenreiter Christian Schäfer +
Bärbel Leun
Kulturscheune Herborn
2011 16+: Equus Jonas Wogenstahl +
Christopher Opel
Kulturscheune Herborn
2011 Youngsters: Die unendliche
Geschichte
Christian Schäfer Kulturscheune Herborn

2012

16+: Jack (the ripper) Jonas Wogenstahl

Kulturscheune Herborn

2012

Youngsters: Die Welle Christian Schäfer

Kulturscheune Herborn

2013

16+: Haltet den Hasen! Jonas Wogenstahl

Kulturscheune Herborn

2013 KuKis: Peterchens Mondfahrt Clara Eichel,
Christopher Großmann,
Hilde Graffmann
Kulturscheune Herborn
2013 Youngsters: Die Physiker David Löll + AJ Cunz Kulturscheune Herborn
2014 14+: Die Mausefalle Leon Kunz +
Anne Wendland
Kulturscheune Herborn
2014 16+: Hotel zu den zwei Welten Jonas Wogenstahl +
Sarah Junker
Kulturscheune Herborn
2014 Youngsters: Macho
auf Stöckelschuhen
David Löll + AJ Cunz Kulturscheune Herborn
2015 16+: Gerüchte, Gerüchte Jonas Wogenstahl +
Sarah Junker
Kulturscheune Herborn
2015 Youngsters: Die seltsame Gräfin David Löll + AJ Cunz Kulturscheune Herborn
2016 16+: Bunbury Jonas Wogenstahl + Dominik Visca Kulturscheune Herborn
2016 Youngsters: Schau' nicht unters Rosenbeet David Löll + AJ Cunz Kulturscheune Herborn
2017 16+: Alice im Wunderland Jonas Wogenstahl + Dominik Visca Kulturscheune Herborn

kbl2014

Dauerkarte Deutsche Kabarettmeisterschaft
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KuSch TV

Auf diesem YouTube-Kanal berichten wir über Künstler, die auf unserer Kleinkunstbühne in Herborn auftreten.

Schlumpe­weck

Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

KulturScheune Herborn - Herborner Heimatspiele e.V.      Austraße 87     35745 Herborn