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Hildegart Scholten ist die Siegerin des vorletzten Spieltags der Kabarettbundesliga-Saison in Herborn. Durch ihren klaren Erfolg gegen Inka Meyer hat sie die TOP3 der Gesamtwertung nun fest im Blick.

Es war schon ein besonderes Frauen-Doppel, das Moderator Theo Vagedes ankündigen konnte. Den Anfang machte die Wahl-Frankfurterin Inka Meyer, deren aktuelles Programm „Der Teufel trägt Parka“ sich gegen den Wahnsinn der Schönheitsindustrie und für eine entspannte Weiblichkeit ausspricht. Die „mittelfränkische Rheinhessin mit nordfriesischem Migrationshintergrund“ wandelt gekonnt zwischen politischen Spitzen und eingestreuten Witzen. Die SPD könne man kaum noch beschreiben, denn „im Mondenschein hast du was fahles, Andrea Nahles.“ Und zur AfD meint sie: „Wahre Schönheit kommt von innen, deswegen bringt Alice Weidel viele Menschen zum Kotzen!“ Dumm ist vor allem eines: „Zum Wählen muss man volljährig wein, aber nicht zurechnungsfähig.“

Modetechnisch hat Inka Meyer ebenfalls eine klare Meinung, denn sie weiß: „Der größte Feind der Schönheit ist der Pragmatismus.“ Und ganz klar ist: „Ötzi muss ein Deutscher gewesen sein, die Deutschen sind das einzige Volk, das in Sandalen ins Hochgebirge geht.“

Dass Männer nur ungern über ihre Gefühle sprechen, machte im Anschluss Theo Vagedes klar, ehe mit Hildegart Scholten ein Unikum der Kleinkunstszene die Bühne betrat. „Mutti, ich bin für alle ein Sexsymbol“, erklärt sie der Mutter am anderen Ende der Telefonleitung und macht schnell klar, was sie von dem Abend erwartet: „Mein Name ist Hildegart Scholten. Ich bin Künstlerin, aber das ist mir scheißegal! Ich such’ eine Beziehung.“ Und so kommt es zum intensiven Dialog mit Lars, Norbert, Volker und weiteren „Pralinen“ der männlichen Zunft im Publikum, mit zum Teil denkwürdigen Dialogen. „Was sind Sie von Beruf? Bauleiter! Das trifft sich gut, ich bin Baustelle.“

Was hat man über die Miterfinderin der Reihe „Kunst gegen Bares“ schon alles geschrieben, etwa vom „Sexsymbol im XXL-Röckchen“ ist da die Rede. Fest steht: Hildegart Scholten beobachtet ihr Publikum präzise, ist ungemein schlagfertig und bietet grandioses Improtheater.

Und wenn sie dann noch zu den Klängen ihres Pianisten Dennis Kresin über Sterntaler und die große Liebe singt, dann ist nicht nur der ganze Körper unter ungelenker Spannung. Dann ist es auch um die Besucher geschehen und Hildegart Scholten kann zufrieden feststellen: „Heute habe ich Herborn hormonell aufgeputscht.“

Der Lohn für so viel (Körper-)Einsatz: Knapp 57 Prozent des Publikums sahen die Kölnerin am Ende des Abends als Gewinnerin.
(Fotos: Gertz Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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