001 PanG70 135131 760

Freunde gepflegter Jazzmusik hatten jetzt in der Herborner „Kusch“ einen Feiertag. Die Liebhaber bekannter Dixieland- und Swing-Evergreens kamen bei dem Auftritt von „Heye's Society“ voll auf ihre Kosten.

Mit charmanter Ausstrahlung, Spielwitz und jeder Menge Anekdoten über Louis Armstrong und Co., vermochten die sechs Musiker aus dem Raum München um Bandleader, Schlagzeuger und Sänger Heye Villechner es, mehr als nur nostalgische Gefühle zu bedienen.

Um ans Ziel zu kommen, kehrte die „Heye Society“ dorthin zurück, wo alles seinen Anfang nahm: Zur Musik aus New Orleans und Chicago zwischen 1900 und 1930. Mit dem „High Society Rag“ eröffneten Villechner, Toni Ketterle (Cornett, Gesang), Erwin Gregg (Posaune), Achim Bohlender (Klarinette), Dr. Tino Rossmann (Piano), Erwin Gregg (Posaune) und Leo Gmelch (Tuba) ihr rund zweistündiges Programm, das von den Zuhörerinnen und Zuhörern mit viel Szenenapplaus bedacht wurde.

Die sechs „Men in Black“ waren jedenfalls in ihrem Element, ließen in Sachen Ragtime oder New-Orleans-Jazz, mit Stücken wie „Eh la bas“ und „New Orleans Function“ nichts anbrennen. Neben Standards von Louis Armstrong, Duke Ellington und Hoagy Carmichael, wie der ,„Westend Blues” „Georgia On My Mind“ und „Creole Lovecall“ ließ die „Heye Society“ die Frühzeit des amerikanischen Jazz, die ab 1917 in New York und Chiacago zu Hause war, Revue passieren.

Von King Olivers „Sugar Foot Stomp“ über Buddy Boldens „South“ bis hin zu den Ragtime-Kompositionen von Scott Joplins „Maple Leaf Rag“ und sein durch den Film „Der Clou“ bekannt gewordenes Stück „The Entertainer“ reichte die Liste der zeitlosen Klassiker.

Mit viel Gefühl und unangestrengter Fröhlichkeit spielte und sang sich die „Heye Society“ durch ihr unterhaltsames Set. Dabei beließ es die Band häufig nicht bei einer einfachen Interpretation bekannter Swing- und Dixie-Evergreens, sondern variierte sie mit Melodien aus Klassik und Schlager, wie dem bei Puccini „ausgeliehenen „Avalon“ von Vincent Rose und der 1917 entstandenen ersten Jazzschallplatte, dem der Kornettist Nick LaRocka den Titel „Tiger Rag“ gab.

Dass Bandleader Hey Villechner zu Beginn der 1960er im Hamburger Starclub mit den Beatles auf der Bühne stand, gab dem Konzertprogramm zusätzliches Esprit: Auf der „KuSch“-Bühne präsentierte er den damals von den Beatles adaptieren Jazz-Standard „Ain’t She Sweet“.

Mit rauschendem Applaus wurde der Auftritt der „Heye Society“ belohnt, die sich dafür mit einigen Zugaben bedankte – darunter „What A Wonderful World“ und „When The Saints Go Marching In“.

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

helmut-blecher

Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

kbl2014

Dauerkarte Deutsche Kabarettmeisterschaft
Sie können Ihre Dauerkarte auch nach Beginn der Kabarettmeisterschaft kaufen.
Das Ticketsystem stellt Ihnen die verfügbaren Tickets zusammen und berechnet Ihren Preis.

Ticket 1. SpieltagTicket 2. SpieltagTicket 3. SpieltagTicket 4. SpieltagTicket 5. SpieltagTicket 6. SpieltagTicket 7. Spieltag

KuSch TV

Auf diesem YouTube-Kanal berichten wir über Künstler, die auf unserer Kleinkunstbühne in Herborn auftreten.

Schlumpe­weck

Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

KulturScheune Herborn - Herborner Heimatspiele e.V.      Austraße 87     35745 Herborn