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Was für eine Premiere: Zum ersten Mal machte das Musikcomedy-Duo „Gogol & Mäx“ Herborn seine Aufwartung. Der Auftritt der beiden Freiburger geriet zu einem der Höhepunkte in 13,5 Jahren KuSch-Geschichte.

Das „Concerto Humoroso“ im eigens aufgebauten Musiksalon war ein ganz eigenwilliger Mix aus Musikalität und Akrobatik, aus Slapstick und hochkarätigem Nonsens, wie ihn so auf deutschen Bühnen nur die beiden Männer aus dem Breisgau präsentieren. Zwei Stunden lang bearbeiteten Christoph Schelb („Gogol“) und Max-Albert Müller („Mäx“) Klassiker der Klassik mit einer humorvollen Kunstfertigkeit, die ihresgleichen sucht und das Publikum im Sekundentakt zum Lachen, aber auch Staunen bringt.

Musikalische Korrektheit – sie ist ein Fremdwort im „Concerto humoroso“ und doch weiß man ganz genau, dass die beiden Künstler, wenn sie denn wollten, auch mühelos einen klassischen Konzertsaal bespielen könnten.

„Piano solo“ hofft „Gogol“ bei jedem neuen Stück, das er ankündigt. Doch daraus wird nichts, denn da hat „Mäx“ etwas dagegen. Hier der Weiße Clown“, korrekt gescheitelt und im Frack. Da der „dumme August“, anarchisch und Publikumsliebling. Rund 25 verschiedene Instrumente bringt der langmähnige, kleine Mann mit auf die Bühne und sofort ins Geschehen. Und eine heimliche Vorliebe für die kleine Kakerlake. „La Cucaracha“ intoniert er bei jeder Gelegenheit und treibt damit „Gogol“ zur Weißglut.

Bach, Beethoven, Schumann – all das ist zu hören. Kurz klassisch, lang anders und neu. Denn man kann mit fast allem Musik machen, sogar mit der Bodenplatte eines Xylophons. Aber das natürlich auf ungewöhnliche Art – mit einem Geigenbogen. Große Trommeln, ein Alphorn, kleinste Blasinstrumente aller Art – der schier unerschöpfliche Fundus führt zu den kuriosesten Neubearbeitungen durch die beiden Erzkomödianten, die sich neben ihrer artistischen Spielkunst auch auf ihre brillante Mimik verlassen können.

Und als man schon dachte, der clowneske Husarenritt durch die Welt der Musik sei nicht mehr steigerungsfähig, da zeigte sich „Gogol“ als Pianisten-Ballerina im rosafarbenen Tütü auch auf schmaler Stange in luftiger Höhe sicher balancierend. Die Musikgötter werden im Olymp dazu geschmunzelt haben.

Und gleich danach vor Rührung ein Tränchen vergossen haben, als die beiden Ausnahmekönner als Zugabe auf ihrer Glas-Harfe und unterschiedlich stark gefüllten Weingläsern mit ihrem ganz speziellen Gutenacht-Lied einen würdigen Schlusspunkt hinter eine wirklich tolle Show setzten.

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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