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„Das war eine Sternstunde der deutschen Kleinkunstszene!“ Zuschauer und Künstler, die bei der Jubiläums-Gala zum 10. Schlumpeweck in die KuSch gekommen waren, erlebten einen ganz besonderen Abend.

13 Künstler, elf Auftritte und ein knapp vierstündiges Programm – so etwas hatte die KuSch noch nicht gesehen. Mit dabei waren Preisträger, die in den zehn Ausgaben des Preises seit 2008 Jury- oder Publikumspreise eingeheimst hatten.

„Da ist die Auswahl natürlich schwer gefallen“, wusste auch Theaterchef Jörg Michael Simmer, dass angesichts von rund 30 Preisträgern natürlich ein besonderer Fokus auf den letztlich Auftretenden lag. „Aber wir haben auch hierbei versucht, die größtmögliche Bandbreite der Kleinkunstszene abzubilden.“

Und das gelang bei dem Bühnenspektakel aufs Vortrefflichste. Den Anfang machte Marc Weide, erst tags zuvor mit einem Jurypreis bei der zehnten Ausgabe des Schlumpeweck dekoriert. Der Jüngste im Bunde verzauberte und verblüffte das Publikum erneut und legte so die Messlatte für einen denkwürdigen Abend hoch.

Mit Matthias Romir folgte der Publikumsfavorit des Jahres 2014. Auf Rollschuhen unterwegs begeisterte der Jongleur als schwarzer Clown die Zuschauer im Allgemeinen und seine persönliche Favoritin Elke im Besonderen. Die Besucherin der ersten Reihe erhielt unter anderem einen Luftballon von ihm.

Wortfront – das sind Sandra Kreisler und Roger Stein, die 2011 gleich zwei Auszeichnungen (Publikum und Jury) abgeräumt hatten. Und womit? Mit Recht, wie der Auftritt des Duos einmal mehr zeigte – und das nicht nur, weil sich Stein zum Abschluss als augenzwinkernder Volxmusik-Fan zeigte.

Poetryslammer Julian Heun war mit 21 Jahren im Jahr 2010 der jüngste Gewinner der Schlumpeweck-Historie und hat sogar Herborner Wurzeln. Er berührte diesmal das Publikum unter anderem mit einer Geschichte über seine Likörchen liebende Oma.

Wer in die Welt von Marco Tschirpke eintaucht, den erwarten skurrile Texte und Liedminiaturen mit kaum nachvollziehbaren Gedankengängen. Aber der höchst unterhaltsame Auftritt des Berliner Preisträgers aus dem Jahr 2015 riss den Saal zu Begeisterungsstürmen hin.

Diese setzten sich fort, als Benjamin Tomkins, Freund des Hauses, diesmal aber ohne Puppe und Bauchreden auftretend, von seinen Erlebnissen in einer Sanifair-Einrichtung auf einer Raststätte berichtete. Das war die richtige Dosis Ablachen vor einer kurzen Atempause.

Denn nachdem die aufgrund von Verletzungen bzw. Probenarbeit verhinderten Gewinner von 2008 (Wolfgang Trepper) und 2009 (Ass-Dur) ihre herrlich unkonventionellen Videogrüße übermittelt hatten, wurde die überaus vielfältige Gala fortgesetzt.

Und zwar mit Marcus Jeroch, Wortjongleur und Preisträger 2012, bei dessen Beitrag man ganz genau hinhören musste – denn nahezu jeder Satz war doppel- bis dreideutig zu verstehen.

Hinhören, das galt auch für Holger Edmaier. Der Sieger aus 2015 hatte nicht nur seinen Schlumpeweck-Song im Gepäck, sondern auch die Nachricht, dass er sich nach dem Herborn-Auftritt für zwei Jahre aus dem Bühnengeschehen zurückziehen würde.

Frank Sauer, tags zuvor noch Moderator der Preisverleihung an gleicher Stelle und Jurypreissieger 2016 nahm sich die Befindlichkeiten einzelner Bevölkerungsgruppen vor und kam nicht ohne Grund dabei gerne auf die Schwaben zurück.

„Die Krise kriegte“ danach das Ensemble Weltkritik, wozu jedoch kein Anlass bestand, denn Bettina Prokert und Maxim Hofmann (Gewinner 2012) ließen die Stimmung mit ihrem durch Lokalkolorit aufgepeppten gleichnamigen Song sowie eine besondere Art der Paartherapie nochmals auf den Siedepunkt steigen.

Auf dem surfte dann der Publikumspreisträger von 2013, Lars Redlich, gekonnt bis zum Showende. Der Berliner sorgte mit seinem Ritt durch die Geschichte der Frauenlieder in der dazu jeweils passenden Stimmlage für extreme Heiterkeit im Saal.

Und als dann zum großen Finale zur Melodie von „The Lion sleeps tonight“ alle Künstler gemeinsam auf der Bühne improvisierten, da war allen Beteiligten klar, dass sie Teil einer ganz besonderen Nacht der Kleinkunstszene waren, von der man noch lange reden wird.
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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