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Tag eins des Herborner Schlumpewecks 2017 – und schon dürfte das Publikum ins Grübeln gekommen sein. Mit Johannes Flöck und Marc Weide machten zwei Künstler den Auftakt, die bei den Besuchern gut ankamen.

Beide dürften im Kampf um den Publikumspreis sicher ein Wort mitreden.

Johannes Flöck, Kölner mit Koblenzer Migrationshintergrund, geht stark auf die 50 zu und weiß: „Mein Kopf macht mir Vorschläge, die mein Körper nicht mehr erfüllt!“ Es ist halt ein Kreuz mit dem Älterwerden, doch Flöck stellt sich diesem unvermeidlichen Prozess, bei dem „happy und birthday getrennte Wege gehen“ standhaft und mit Humor.
Mit einer gehörigen Portion Selbstironie sieht der Comedian seine Veränderungen, die das Alter so mitbringt, insgesamt positiv.

Aus dem Leben gegriffene Geschichten sorgen dafür, dass das Publikum sich mehr als einmal darin wiedererkannte. Charmant, pfiffig und mit kluger Komik enterte Johannes Flöck die Bühne, der zwar eine Art Urgestein der Stand-Up-Szene ist, dem aber derbe Sprüche und platte Schenkelklopfer eher fremd sind. Er sieht die Welt, passend zur nachlassenden Sehstärke, eben mit ganz anderen Augen.

Es gibt also ein Leben, das dem Jugendwahn trotzt. Und das kann ganz schön lustig sein. So jedenfalls sah man bei Johannes Flöck, dem dann mit Marc Weide ein Youngster der Szene folgte.

Der Gevelsberger ist 26 Lenze jung und zaubert bereits seit einem knappen Jahrzehnt. Und wie! Schien da anfangs der gefühlt zweihundertste Münztrick wenig Aussicht auf Innovatives zu bieten, so hatte der Beginn Methode. Denn Weide zog das Publikum, ganz ohne großillusionistische Effekthascherei, dafür aber mit viel Tempo, einer Extradosis Entertainmentfaktor und höchst originellen Tricks ganz schnell in seinen Bann.

Im wahrsten Sinne „bezaubernd“ war das, was er auf der Bühne anstellte. Wie hat er es geschafft, unbemerkt sein T-Shirt zu wechseln? Wie verstellt man einen Zauberwürfel mit wenigen Zügen genauso, wie es ein Zufallskandidat auf dem Publikum zuvor vorgegeben hat? Wie verschwindet ein Geldschein und taucht in einer handelsüblichen Zitrone wieder auf? Wer hat eigentlich die Seite unbemerkt aus einem Buch entfernt? Und was genau passierte eigentlich mit seinem Schuh?

Man möchte es als Zuschauer unbedingt wissen, zugleich aber auch nicht. Doch das, was man erlebt, das sind Fingerfertigkeit, ein stimmiges Gesamtpaket und vor allem moderne Unterhaltung – ungläubiges Staunen und schallendes Lachen inclusive.

Mit der Berliner Band „Tonträger“ und Comedian Roman Weltzien wird der 10. Herborner Kleinkunstpreis Schlumpeweck fortgesetzt. Man darf sich bereits jetzt freuen!
(Fotos Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

 

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Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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