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Bereits seit 2005 ist der Abschlussjahrgang der Staatlichen Artistenschule Berlin auf Deutschland-Tour. Zum vierten Mal gastierten jetzt junge Artisten in Herborn – einer der besten Entscheidungen der KuSch-Programmmacher.

Im vollbesetzten Haus in der Au entwickelte sich eine Show, in der zwölf Nachwuchskünstler keine „Nummernschau“ präsentierten, sondern bestens choreografierte 90 Minuten, in denen das Motto des Abends, „on the road“, immer sichtbar blieb.

Regisseur Tobias Fiedler ließ die Artisten in kleinen Sequenzen Geschichten erzählen, von Begegnungen auf der Straße, aus dem Alltag oder über sich selbst. „Erzählen“ – das bedeutete selbstverständlich ohne Sprache, sondern nur durch die Kraft der Akrobatik, der Anmut und der atemberaubenden Kunststücke, die der Bühnen-Nachwuchs präsentierte.

Aus dem insgesamt leistungsmäßig starken Cast stechen sicherlich einige Charaktere besonders heraus. Giulia Reboldi etwa, die nicht nur vier Sprachen spricht, sondern in Herborn auch zwei Luftnummern zeigte und mit hoher Bühnenpräsenz beeindruckte. Ihr Luftstuhl ist dabei ein ganz eigenes Requisit, aber auch die Strapatennummer, die sie ganz frisch entwickelt hat, kann sich sehen lassen.
Was macht ein Jongleur mit einer Autotür? Florian Maertz gab in seinem Part eine beeindruckende Antwort, wobei die Nummer vor allem gegen Ende an Qualität und Tempo gewann.

Mit den Bedingungen in der KuSch zu kämpfen hatte Jule Schuster. Die Schlappseil-Artistin benötigte für ihre Darbietung eine Verlängerung der Bühne, konnte aber – da die hinzugezogenen Podeste zu sehr vibrierten – etwa die Hälfte ihres Programms nicht zeigen. Was die Zuschauer jedoch zu sehen bekamen, machte, auch aufgrund ihres Charakterkopfes, Lust auf mehr.

Bouncende Bälle jonglieren – das hat man schon häufiger gesehen. In Verbindung mit zwei schrägen Dreiecks-Ebenen aber noch nicht – das Requisit hat Lukas Köster selbst gebaut und präsentiert damit ein überzeugendes Gesamtpaket.

Verblüffung rief auch Nicole Ster hervor. Was wie eine „normale“ Handstand-Equilibristik begann, entwickelte sich zu einem „Treppengang“ der besonderen Art und beeindruckte die Besucher nachhaltig.

Einige Meter über der Bühne unterwegs waren Julia Grote mit ihrem Luftring, Miriam van der Neut, die die Vorliebe zum Tango und ein artistisches Spiel im Netz kombinierte sowie Carina Guillermo und Leonid Bethäuser. Das Duo zeigte – quasi unter dem Dachstuhl der KuSch – eine dynamische Duo-Trapeznummer, die ebenfalls vielversprechend war.

Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Tim Kriegler seine Strapatennummer verletzungsbedingt nicht präsentieren konnte und Dana Schulte-Siepmann und Kyra Reinert ihr Schleuderbrett mangels ausreichender Höhe bzw. trockener Verhältnisse außerhalb der KuSch gar nicht erst auspacken konnten.

Die Artisten sind noch bis Anfang Oktober „on the road“. Wohin der Weg letztlich führt, bleibt abzuwarten. Eines ist aber sicher: Eine bessere Vorbereitung für den Artistenberuf als die zahlreichen Gastspiele in den unterschiedlichsten Locations kann es kaum geben. Da darf man sich bereits jetzt auf den Abschlussjahrgang 2018 freuen – natürlich auch wieder in Herborn!
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

 

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