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Wenn sich das Publikum in der KuSch stehend vor den Künstlern verneigt, dann hat das in Herborn Seltenheitswert. Insofern war der Auftritt des Duos „die feisten“ etwas ganz Besonderes. Aber nicht nur aus diesem Grund.

Was Mathias „C.“ Zeh und Rainer Schacht als übrig gebliebenes Duo des ehemaligen Trios „Ganz Schön Feist“ auf der Bühne präsentieren, das hatte früher einmal den Titel „Popacapellacomedy“. Welche Schublade man auch immer bemüht – es ist einfach großer Bühnenkunst und höchst unterhaltsam.

Beim insgesamt dritten Auftritt in Herborn nach 2008 und 2011 vermochten Zeh und Schacht eine Atmosphäre zu schaffen, die reich war an unaufgeregter Selbstironie, melodischer Sinnlichkeit und skurillsten Geschichten.

Klassiker und neues Liedgut wechselten sich im Laufe der gut zweistündigen Show ab, die eine Besucherin so kommentierte: „Zu zweit sind sie noch besser als früher!“ Zumindest sind „die feisten“ noch eindringlicher und ausdrucksstärker, mit dem Blick und großer Lust auf die kleinen Dinge des Lebens. Etwa beim „Nussschüsselblues“, wo es heißt: „Greif‘ nicht in die Schüssel mit den Nüssen rein, da drin können viele Dinge außer Nüssen sein.“

Begleitet vom Einsatz der verschiedensten Saiten- und Percussions-Instrumente, die zumeist Rainer Schacht ins Klangbild einbringt, plaudern sich die beiden munter, aber auch intim und subtil durch seltsamsten Alltagsphänomene und ließen auch ihrer heimlichen Liebe für den Schlager freien Lauf. „Flamingo Dolores“ ist das Resultat der Beschäftigung mit diesem Genre, natürlich nicht ohne das berühmte feist’sche Augenzwinkern.

Wenn der sonnenbrillenbehütete „C.“ sich im „Tsunami der Liebe“ einer ihn nervenden Partnerin entledigt, wenn Klassiker wie „Gänseblümchen“ oder „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst“ erklingen oder wenn das Duo in der moritatenähnlichen Ballade der „Prunzuela“ auch schauspielerisch alles gibt – dann erleben die Zuschauer einen Abend, der in Erinnerung bleibt und der klar macht, warum „die feisten“ den Deutschen Kleinkunstpreis 2017 erhalten haben.

Weil bei ihnen Niveau eben keine Körpercreme ist und weil ihnen alles zuzutrauen ist – selbst die Reinkarnation „C’s“ als James Brown, allerdings mit einer Einschränkung: „Ich kann tanzen wie ein Gott, aber dieser Körper nicht.“

Aber genau das und vieles mehr will man von den beiden sehen, gerne auch bald wieder in der KuSch.

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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