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Der Hessische Kabarettpreis 2017 hat mehr als würdige Preisträger: Neben Arnulf Rating (Ehrenpreis) und Moritz Neumeier (Förderpreis) sind dies das Theaterkabarett „Flüsterzweieck“ und  Kabarettist René Sydow.

Sie alle erhielten jeweils eine Trophäe und ein Preisgeld von 3000 Euro.

Bei der Preisverleihungs-Gala nahmen Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger („Flüsterzweieck“) den Jurypreis („Bethmännchen“) aus den Händen von Jörg Michael Simmer (Vorsitzender der KuSch) entgegen. Zur Begründung hieß es unter anderem: „Wenn Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger stabil eskalieren, dann ist das alles andere als „fad“ oder „oam“. Im Gegenteil: Es ist schräg, es ist direkt, es ist absurd. Es ist vor allem aber eines: große Bühnenkunst. Das österreichische Duo traut sich was, kennt keine Tabus und bricht mit dem vermeintlich Erwartbaren einer normalen Bühnenperformance.“ Zudem lobte die Jury Darstellungskunst, Phantasie und sprachliche Treffsicherheit der Beiden.

Moritz Neumeier, der den Förderpreis „Grie‘ Soß“ erhielt, zeigte sich auch auf der KuSch-Bühne als unkonventioneller, direkter und unterhaltsamer Typ. Mit bitterstem Humor ging er gegen seine und unsere Ängste an und plädierte für eine temperamentvolle, solidarische Gesellschaft, die mit subversiven Aktionen den Hasspredigern aller Couleur den Wind aus den Segeln nimmt. Michael Glebocki vom „Fresche Keller“ übernahm die Würdigung des Youngsters in einer Laudatio.

René Sydow hatte bei den Zuschauern die Nase vorn und erhielt den Publikumspreis („Handkäs‘ mit und ohne Musik“) von Manfred Heuser, der für ihn gestimmt hatte, überreicht. Dieser lobte ihn, als in der Tradition Kurt Tucholskys und Dieter Hildebrandt stehenden Bühnenkünstler, der den Blick für das Wesentliche schärft.

Der Moderator, der ostwestfälische Kabarettist Bernd Gieseking, führte während der Veranstaltung am Freitag- und Samstagabend mit kurios-köstlichen Geschichten über den Umgang mit Finnen und Alkohol sowie mit seinen imaginären Telefonaten mit Heiko Maas, Helmut Schmidt und Ursula von der Leyen so gut durch den Wettbewerb, dass ihm sogar eine Wahlstimme aus dem Publikum zuteil wurde.

Er konnte am Samstag auch ein Urgestein des deutschen Kabaretts auf die Bühne holen. Arnulf Rating erhielt den Ehrenpreis „Ahle Worscht“. Und der Mann im Nadelstreifenanzug und roten Lackschuhen machte klar, dass man sich nie in Sicherheit wiegen darf: In einer launigen Presseschau nahm er das große und kleine Weltgeschehen bissig aufs Korn.

Insgesamt erlebte das Publikum an beiden Tagen sechs Stunden schräge Musik und starke Worte. Das macht Lust auf mehr, 2018 geht es weiter - dann mit dem Team des "Fresche Keller" als Ausrichter..

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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