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Der Wettbewerbsabend des Hessischen Kabarettpreises hat das gehalten, was man sich im Vorfeld versprach. Gankino Circus, Jan Philipp Zymny, Flüsterzweieck und René Sydow zeigten die ganze Bandbreite des Kabaretts.

„Gankino Circus“ waren die Ersten, die sich der Jury und dem Publikum in der Kulturscheune stellten. Die bekennenden Westmittelfranken aus dem schönen Dietenhofen erwiesen sich als brillante Musiker und zeigten sich anarchisch, selbstironisch und schräg. Musikalisch irgendwo zwischen Welt- und Volksmusik angesiedelt, waren es vor allem Schlagzeuger Johannes Sens und Gitarrist Ralf Wieland die die Zuschauer in Staunen versetzten. Und als Sens in der Schlussnummer während eines Stückes sein Outfit wechselte, da gab es im Saal kein Halten mehr.

Jan-Philipp Zymny, Poetryslammer, der den Weg auf die Kabarettbühnen gefunden hat, erwies sich als echtes „Kind der Weirdness“. Dass der Titel des neuen Programms kein Zufall ist, konnten die Zuschauer erleben, als sie sich mit dem Bochumer auf eine Reise zum selbstbestimmten Ich begaben, die mit surrealem Humor nur so gepflastert war.

Nach der Pause war es an „Flüsterzweieck“, die Konventionen der Bühnenkunst zu sprengen. Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger setzten auf „stabile Eskalation“, zeigten Theaterkabarett vom Feinsten und stiegen mit vollem Körpereinsatz in die Untiefen ihrer Emotionen und geheimen Sehnsüchte ab. Ohne Pointen-Feuerwerk, dafür aber mit sprachlicher Geschliffenheit und schauspielerischem Können.

René Sydow markiert den Schlusspunkt des Abends und hielt in seinem klassischen Kabarettvortrag ein Plädoyer für das Denken als Form des zivilen Ungehorsams. Wahrhaftigkeit ist allemal wichtiger als Effizienz und rücksichtsloses Erfolgsstreben.

Seine klare Botschaft kam bei den Zuschauern an, die ihm letztlich den Publikumspreis zuerkannten. Die Jury entschied sich nach längerer Beratung einstimmig für „Flüsterzweieck“.

Mit der Preisverleihung, die ebenso wie der Auftaktabend auf charmante Weiser von Bernd Gieseking moderiert wurde, ging der Hessische Kabarettpreis am zweiten Tag weiter.
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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