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Unterhaltsam, gehaltvoll, wortgewandt, musikalisch – Spieltag Nummer sechs der Kabarett-Bundesligaspielzeit 2016/2017 geriet zu einem der beiden besten Abende dieser Serie. Am Ende gab es dabei nur Gewinner.

Die Künstler, Bastian Korff/Florian Ludewig sowie Christof Spörk, deren Duell mit 4,96:5,04 hauchdünn ausging und eigentlich beide zu Siegern machte. Und das Publikum, das einen tollen Abend in Herborn erlebte.

Platte Comedy und abgedroschene Scherze blieben außen vor, als – von Moderator Martin Guth angekündigt – zunächst Pianist Florian Ludewig (ehemals Begleiter des Duos „Malediva“) sowie Bastian Korff in den „Teenager Shangri-La-Partykeller“ einluden. Der Auftritt der beiden geriet zum Fest für die Sinne, was nicht nur am sagen wir extravagant-buntem Outfit des Frontmanns lag, sondern am Gesamtkunstwerk „Pop-Kabarett“, das die beiden als Genre für sich entdeckt haben.

Korffs herrlich authentische Zwischenmoderationen über seine Erfahrungen im Offenbacher Biomarkt und dazu passende Lieder wie die Ode an „Inken“ oder die Zustandsbeschreibung einer „Veganella“ nahmen die Zuschauer zu jeder Sekunde mit. Und als zum Finale Bonnie Tylers „Total eclipse oft he heart“ in einer feinen Adaption mit wichtiger Zuschauerunterstützung erklang, da gab es im Saal kein Halten mehr und die Discokugel-Effekte in der KuSch hatten Schwerstarbeit zu verrichten.

Musikalisch beschlagen, jedoch deutlich politischer kam der einzige Österreicher im 14-köpfigen Teilnehmerfeld der KBL daher. Christof Spörk ist dort aktuell ein heißer Kandidat auf einen Podiumsplatz in der Gesamtwertung, und das völlig zurecht, wie er in Herborn nachhaltig unter Beweis stellte. Sprachwitz auf ganz hohem Niveau, etwa als er die EU-Streitereien um den Brexit und die Folgen kurzerhand in einer Schweizer Berghütte verlegte, wo sich Brexit, Grexit, Öxit, Fraxit, Dexit und Co. um die Zukunft streiten. Solch wortgewaltige Teile paarte er mit musikalischer Vielseitigkeit. Klavier, Klarinette und Akkordeon waren seine Begleiter, wenn er etwa gegen die inflationäre Zunahme der „Lärmschutzwände“ im Alpenraum ansang und mit gesellschaftspolitischem Durchblick auch sonst vor nichts und niemandem haltmachte.

Fazit: Die Zuschauer sahen insgesamt eine knapp zweistündige Kleinkunst-Gala, von der man gerne mehr erleben möchte…

(Fotos: Andreas Rühl)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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