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Zum zweiten Mal binnen vier Monaten stand Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ in der Kulturscheune auf dem Spielplan. Diesmal in einer eher düsteren, schrillen und surrealen Version des jungen Ensemble „16+“.

„Wonderland“ haben sie ihr selbst geschriebenes Werk genannt, das auf rührseligen Schnickschnack verzichtet, Licht und Ton geschickt zur Unterstützung nutzt, um am Ende dann doch die Aussagen Carrolls, die Macht der Phantasie und den Kampf mit den Abgründen des Bösen plastisch umzusetzen.

Eine ganz in schwarz getauchte Bühne und „Paint it black“ als passende musikalische Untermalung machen schnell klar, wohin die Reise geht. Vom Märchenhaften ist dieses „Wonderland“ soweit entfernt wie die Frankfurter Eintracht vom Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft.

Die meisten Charaktere aus der Romanvorlage der viktorianischen Zeit tauchen in der von Dominik Visca und Jonas Wogenstahl inszenierten Aufführung auf, oftmals jedoch anders als gedacht.

Alice (gespielt von Livia Warch) ist von allem nur pubertär genervt. Die Raupe Absolem (Tsion Asrat) und ihre Getreuen frönen den chilligen „Großstadtgeflüster“-Grooves, die Pik-Karten stehen auf der dunklen Seite der Macht, die von der bösen und schwarzen Herzkönigin repräsentiert wird. Die Guten, wie die weiße Königin (Nina Messerschmidt) oder die Herz 7 (Miriam Peuser) haben da einen schweren Stand, zumal da ja noch die Grinsekatze (Daniel Feldmann), ein ständig auf der Suche nach Strom befindliches Weißes Kaninchen (Kevin Sohn) sowie die in einem eigenen Universum lebenden Twideldie (Christopher Großmann) und Twideldum (Max Bierbach) sind.

Ganz zu schweigen vom teesüchtigen, leicht ADHS geplagten Hutmacher (Fabian Herr) und seinem treuen Freund, dem Märzhasen (Anne Wendland) und Alicé Vater (Lukas Winkler), der – in Darth-Vader-Manier der dunklen Seite der Macht verfällt.

Sie alle kreisen in einer wilden Revue um die Frage, wer denn das letzte Herz im Wunderland ist. „Wer bin ich und wo bin ich?“, fragt Alice bei ihrer Reise durch die Welt der Phantasie mehrfach. Das kann sie erst erkennen, als sie aus ihrem Traum erwacht. Dort hat die Liebe letztlich ihre Ängste und Wut besiegt. Eigentlich ein ganz ermutigendes Zeichen in diesen Tagen…

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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