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Hoher Besuch aus dem inneren Zirkel des Kanzleramts – in der Herborner Kulturscheune war jetzt „Im Auftrag ihrer Kanzlerin" die selbsternannte „Merkel-Souffleuse“ Simone Solga zu Gast.

Dabei zeigte die nur knapp 1,59 m große Power-Frau, warum sie eine der ganz Großen ist. Aus Berlin angereist, sei sie gekommen, um den Herbornern eine wichtige Mitteilung zu machen. Dabei sollte sich letztlich herausstellen, dass die Stadt als neuer Standort für ein atomares Endlager erkoren sei, weil ja eh Hopfen und Malz in dieser Region verloren sei.

Allerdings werde die Stadt für Ausreisende am Persischen Golf wieder aufgebaut. Die Scheichs seien ganz versessen darauf, einer kleinen mittelhessischen Kommune beim Aussterben zuzusehen.

Doch das war nur die thematische Klammer für einen Rundumschlag gegen Politik und deren Personal. Angefangen beim „sprechenden Penis“ Donald Trump über die Herren de Maiziere und Seehofer („Der eine weiß viel, sagt aber nix und der andere….“) bis hin zu Sigmar Gabriel („Wie weit kann sich ein Wendehals drehen, ohne, dass er sich das Genick bricht?“) bekamen alle ihr Fett weg.

Gegen die aktuelle Stimmung im Kanzleramt sei der Führerbunker ein Hort der Glückseligkeit gewesen, meinte Solga, die auch vor unpopulären Themen nicht zurückschreckt. Die Politik um die Flüchtlingskrise herum hält sie für ein Armutszeugnis. Manchmal, so die in Gera geborene Leipziger Kabarettistin, fühle sie sich wie in der DDR, wo man auch so sehr aufpassen musste, was man sagte. „Ich will frei sagen können, was ich denke", betonte sie. Für kritische Worte zur aktuellen Flüchtlingspolitik möchte sie nicht in die rechte Ecke gestellt werden. Wenn diese Kritik nicht mehr möglich sei, habe man den Nazis das Feld überlassen.

Wobei sie weiß: „Wir können noch eine Million Flüchtlinge verkraften, und nächstes Jahr wieder eine. Eskalieren wird die Situation erst, wenn die alle einen Telekom-Anschluss beantragen.“

Auf die Grünen blickt sie ebenso desillusioniert („Ich hätte nie gedacht, dass ich mir den Trittin mal zurückwünschen könnte") wie auf die Praktiken der AfD. „Frau Petry geht immer mal wieder zu weit, um zu wissen, wie weit sie gehen kann". Dass es in der AfD trotzdem ein „Führerproblem" gebe, beweise nur, „dass der liebe Gott Humor hat". Und die Linken? Sahra Wagenknecht solle verinnerlichen: „Die Erde ist ja eine Kugel. Wenn man immer weiter nach links geht, kommt man irgendwann rechts an."

Nebenbei lüftete sie auch noch ein Geheimnis, denn „Ich habe die Raute erfunden", erklärte sie beiläufig. Als Chefsouffleuse habe sie Merkel beim Treffen mit Putin und Obama um ein Handzeichen zur Charakterisierung des Gesprächspartners gebeten. So sei die Raute entstanden. „Sie müssen jetzt nur darauf achten, wer in ihrer Nähe steht, wenn sie die Raute macht", löste Solga das Rätsel mit der berühmten Geste: „Das ist ein Arschloch."

(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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