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Dieser Abend dürfte den Besuchern der Herborner Kulturscheune noch lange in Erinnerung bleiben: Die Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin faszinierten mit einer wahrhaft fantastischen Darbietung.

„Initial“ heißt die Show, mit der die Absolventen derzeit auf Tour sind. Die neun jungen Künstler im Alter zwischen 18 und 22 Jahren erzählen dabei ihre Geschichte des Künstler- und Erwachsenwerdens und wie aus Passion Profession wurde. Das Konzept stammt von Karl-Heinz Helmschrot, der auch Regie führte.

„Initial“, das steht auch für Aktion, Bewegung, Tatendrang im Sinne einer Initialzündung – und der zündende Funke sprang am Abend auf das Publikum über. Das lag an der faszinierenden Darbietung der Artisten, die, gerade weil das Dargebotene so spielerisch leicht wirkte, fast schon magisch – zumindest atemberaubend war.

Eine Stimme aus dem Off stellte zu Beginn das Motto und die einzelnen Artisten vor. Nicht in biederem Ernst, sondern mit einem Augenzwinkern, das sich in den von allen neun Künstlern gemeinsam gespielten Szenen wiederfand. Mit einem ironischen Unterton versehen zeigten sie in diesen Elemente und Stationen ihrer Ausbildung sowie ihrer jeweiligen Profession.

Die szenische Darbietung, die sowohl spielerische als auch tänzerische und akrobatische Elemente enthielt, wechselte sich mit den artistischen Einzeldarbietungen der Künstler ab. Zusammengenommen hatte dies etwas von einem Theaterstück mit mehreren Akten.

Natürlich standen die Nummern, bei denen die Künstler ihre artistischen Spezialgebiete dem Publikum präsentierten, im Mittelpunkt. Beeindruckend war dabei auch die Bühnenpräsenz der jungen Artisten.

Mona Tesch und Laura Borkowski wussten als „Duo Monalaura“ am Vertikaltuch mit großer Eleganz und Dynamik zu begeistern. Zu den Höhepunkten des Abends gehörte dann sicherlich die Handstand-Equilibristik von Saleh Yazndani. Auf einem und um ein Schaukelpferd herum zeigte Saleh eine spektakuläre Akrobatik.

Seinen Auftritt toppte er aber in der zweiten Programmhälfte noch einmal, als er im Duo mit Anna Shevdkova auftrat. Die beiden zeigten eine Romanze der artistischen Körperkunst, die gekonnt mit den Geschlechterrollen und Attributen wie Stärke, Schwäche, Zartheit spielte. Solo brillierte Anna zudem mit ihrer Trapeznummer.

Rosalie Held, die aus einer Artisten- und Sportlerfamilie kommt, zeigte zu Beginn ebenfalls eine Handstand-Equilibristik-Nummer und faszinierte dabei vor allem durch ihre anmutigen Bewegungen und ihre Ausstrahlung. Den Atem hielt das Publikum dann bei ihrem zweiten Auftritt an, als sie an der Tuchschlaufe traumhafte und zugleich gewagte Figuren ausführte.

Carlos Zaspel präsentierte dann die von ihm kreierte Weltneuheit. Das Requisit für seinen Auftritt nennt sich Spinning Pole und ist eine Weiterentwicklung des Chinesischen Masts, an dem eine zweite, bewegliche Stange befestigt ist. Schwerelos wirkten die gezeigten Figuren, bisweilen hatte der Zuschauer den Eindruck, der Artist könne die Schwerkraft aushebeln und sich schwerelos durch den Raum bewegen.

Wenn nach solch gelungen Darbietungen dann ein "Schotte" die Bühne betritt und ein Diabolo im Gepäck hat, darf man auf einiges gefasst sein. Das Publikum erlag dem Charme Adam Harwigs, alias Sir Adam, auch sofort. Der junge Artist im Schottenrock, mit dem sogar das ZDF schon eine Doku gedreht hat, zog alle Strippen. Er spielte mit einem, zwei, ja sogar drei Doppelkugelhalbschalen und überzeugte dabei mit seiner Jonglierkunst ebenso wie mit seinem Humor. Seine Interaktion mit dem Publikum war dabei nicht die eines Nachwuchskünstlers – ein „alter Hase“ im Showgeschäft hätte es nicht besser machen können.

Den Abschluss des Abends machte das Duo Sienna. Sina Brunner und Vienna Holz wirkten bei ihrer Vorführung am Luftring oftmals wie das eigene Spiegelbild. Kraftvoll, elegant und ebenso graziös waren die Figuren, die sie performten. Hier traf gelebte Avantgarde auf Artistik der Sonderklasse. Am Ende verwunderte es nicht, dass die Gäste in der „KuSch“ stehende Ovationen spendeten und zudem lautstark eine Zugabe einforderten.

 

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

 

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