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Die Kabarett-Bundesliga 2015/16 ist rum. Die beiden letzten Kandidaten, die deutschsprachige Vizemeisterin im Poetryslam, Sarah Bosetti, und der Satrirepopper Friedeman Weise, bildeten den Abschluss in der KuSch.

Und das mit sehens- und hörenswert ordentlichen Vorstellungen, die gleichermaßen gut beim Herboner Publikum ankamen.  Theo Vagedes, Spielleiter und Initiator der Kabarettmeisterschaft, machte es diesmal kurz, lobte die Macher und Helfer der KuSch für ihren Einsatz und gab ohne lange Umschweife die Bühne frei für die Wettbewerber.

Den Anfang machte die in Berlin lebende Slampoetin Sarah Bosetti, die mit ihren schnellen, ironischen und im Kern eigentlich bitterernsten Texten das aussprach, was in unserer Gesellschaft eigentlich selbstverständlich sein sollte: Gleichheit für alle, ohne Ansehen von Geschlecht, Herkunft und Religio.

Mit sprachlicher Eloquenz und einem scharfen Blick fürs Fein-und Hintersinnige, kam die Mitbegründerin einer Lesebühne in Berlin bei Themen, wie Kinder, Abenteuerurlaub oder Feminismus,  hart aber herzlich zur Sache. Für Klugscheißer und Scheißdenker waren  ihre Kurzgeschichten, die sie aus ihrem ersten Roman „Mein schönstes Ferienbegräbnis“ vortrug, kaum gedacht. Dafür bekamen alle Anders- oder Klardenker, die sich im Gehirn rechtzeitig einem Spamfilter eingebaut haben, reichlich Stoff zum Nachdenken. 

Sarah Bosetti musste nur selten ihre Stimme heben, um bei ihren Wortspielereien des Pudels Kern zu verstehen. Ist Kinderkriegen nur eine Frage der Kosten und er Effizienz? Immerhin muss man für ein Baby nachts nur aufstehen, während man mit einem Hund nachts schon mal „Gassi“ gehen muss.  Und was hat es mit dem Abenteuer Leben und der Liebe auf sich und der Lust auf Komplimente, die, falsch verstanden, schon mal ins Obszöne abgleiten können? Die Slampoetin fand für alles die passenden Worte und den richtigen Ton. Gut so!

Der Kölner Friedemann Weise gehört zu jener Spezies von Kleinkunstkünstlern, die man nur allzugerne als für zu leicht erwogen empfindet. Zugegeben der Musikkabarettist und selbsternanntes Leitmedium der deutschen Satirepopszene, ist kein Schwergewicht, doch was er sagt, ist kurz, klar, logisch und eigentliche leicht verständlich, vorausgesetzt man kann seinem Tempo und seinem Witz folgen.

In der KuSch klappte das gut, seine kurzen Lieder über Burnout-Symptome, über Kinder oder die Lust an „Do It Yourself“ besaßen Witz und Komik, um für schnelle Lacher zu sorgen. Gespickt mit Sprüchen und Bildwitzen, die Friedemann Weise auf eine große Leinwand projizierte, waren die Auszüge aus seinem aktuellen Soloprogramm „ Der große Kleinkunstschwindel“ alles andere als eine Mogelpackung.

Nicht ganz so abgedreht wie ein Helge Schneider und nicht ganz so aufgedreht wie der Betroffenheitslyriker Olaf Schubert bahnte sich Weise mit Drei-Akkorde-Gitarrenpop und galligen Scherzen den Weg in die  Herzen der Zuhörer. 

Am Ende hat es doch nicht ganz gereicht, Sarah Bosetti hatte als Gewinnerin des Abends mit 53 Prozent Stimmanteil die Nase vorn.

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

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