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Varieté-Klassiker in origineller Form interpretiert, das haben die Besucher Kulturscheune in Herborn erlebt. Fünf Künstler zeigten atemberaubende Akrobatik, fantastische Jonglage, Magie und irrwitzige Clownerie.

Sprachkünstler Robert Woitas moderierte die bunte Show und nahm das Publikum dabei mit in eine Welt, die sich sprachlich in der Schieflage befindet. Die Reise führte beispielsweise über musikalische Wege in die Lahn-Dill Region wo Bach, gespielt in Ber-Moll zum Seel-Bach wurde. Die Sprach-Jonglage kam beim Publikum gut an. Dank Woitas sympathischer Art („Ich bin wie der Dalai nur lama.“) war es daher auch nicht tragisch, dass er sich am Freitag kurz im Märchenwald verirrte – er fand auch wieder hinaus.

Mit ihrer Hula-Hoop-Nummer beeindruckte Caroline Hammer. Sie ließ die Reifen nicht bloß kreisen, sondern verband ihre Profession mit schön anzuschauenden, gymnastisch-akrobatischen Figuren. „Wie macht er das?“, fragten sich die Zuschauer bei Sebastian Nicolas. Der Magier, Zauberkünstler und Illusionist zeigte zunächst einige klassische Tricks, ließ Karten und Bälle nach Belieben verschwinden und wieder erscheinen. Die Nummer lebte nicht zuletzt von der ausgefeilten Choreographie in deren Mittelpunkt Zeit als illusionäre Größe stand.

Im zweiten Teil des Abends faszinierte Nicolas mit Mental-Magie. Zwei Zuschauer erhielten unterschiedliche Bücher. Der eine durfte blind eine Seite auswählen, die andere Kandidatin schlug eben diese Seite in ihrem Buch auf und merkte sich den Titel des dort stehenden Rilke-Gedichts. Dann musste sie mit auf die Bühne, wo sie zusammen mit Nicolas zwei aufeinanderliegende Tafeln mit einem Stück Kreide dazwischen festhielt. Auf wundersame Weise erschien auf diesen der Titel des Gedichts. Im Buch hingegen fehlte plötzlich die Seite. Das herausgerissene Papier befand sich in einem zuvor auf der Bühne deponierten Umschlag. Großes Kino!

Donial Kalex wusste bereits im Rahmen der Absolventen-Show in der „KuSch“ zu überzeugen. Auch diesmal zog er die Anwesenden mit seiner fantastisch anmutenden Jonglage in den Bann. Den Varieté-Klassiker interpretierte Kalex auf seine ganz eigene Weise, jonglierte als eine Mischung aus Punk Harlekin und Deburau-Pierrot mit Bällen und erzählte dabei ohne Worte eine wunderbar tiefgründige Geschichte. Spektakulär war später auch die von ihm gezeigte Licht-Jonglage.

Der Höhepunkt des Abends bestand in der von Danilo Marder gezeigten Equilibristik. Schon das Wort ist pure Akrobatik, Marder beherrscht sie in Perfektion. Kraftvoll und zugleich äußerst filigran und elegant waren die Figuren die er vorführte. Eine wirklich atemberaubende Vorstellung.

Clowneske Einlagen gab es immer wieder von Jeff Hess. Der Meister des Gesichts-Yogas brachte die Gäste mit seinen absurden Späßen zum Lachen. Er raste als Easy-Rider mit Fahrradlenker und Hosen-Hupe durch den Saal und suchte dort einen Co-Piloten oder spielte mit einem Publikumskandidaten Pantomime-Tischtennis in Zeitlupe.

Viel Applaus gab es am Schluss für die Akteure, die allesamt mit ihrer jeweiligen Interpretation von zeitlosen Varieté-Klassikern für eine großartige Show sorgten.

 

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

 

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