CavemanMännliches Revierdenken kommt immer wieder durch.Guido Fischer im Caveman

Es gibt Theaterstücke, die treffen nicht nur den Nerv der Zeit, sondern auch einen zeitlosen Nerv. Ein solches Stück ist „Defending the Caveman“ (Den Höhlenmensch verteidigen), das jetzt in der „Kulturscheune“ Herborn zu erleben war.

Das 1991 uraufgeführte Solo-Stück des amerikanischen Autors und Schauspielers Rob Becker ist eines der am längsten am Broadway gespielten Werke, wurde in über 15 Sprachen übersetzt und in mehr als 30 Ländern aufgeführt. Seit dem Jahr 2000 tourt die Inszenierung auch in der deutschen Übersetzung von Kristian Bader unter dem Titel „Caveman – Du sammeln. Ich jagen!“ in der Regie von Esther Schweins mit anhaltendem Erfolg durch Deutschland.

Was hier abgehandelt wird, ist ganz offensichtlich ein ewiges Thema: Das Verhältnis, die Querelen und Missverständnisse der Geschlechter unter- und miteinander. In rasanten zweieinhalb Stunden versteht es der Vollblutschauspieler Guido Fischer, das Publikum im Saal von der ersten bis zur letzten Sekunde in seinen Bann zu ziehen. Die Zuschauer sind „dran“ an ihm und dem was er zu erzählen weiß. Das Herborner Publikum dankt es ihm und beweist, wie gerne es mitmacht, wenn es direkt angesprochen wird. Der hohe Wiedererkennungswert all dessen, was da auf der Bühne präsentiert wird, tut natürlich das Seine hinzu.

Von seiner Frau vor die Tür gesetzt aufgrund eines Streites, dessen eigentlichen Grund er überhaupt nicht versteht, beginnt er, über Frauen und mehr und mehr auch über sich und das Mann-Sein zu räsonieren. In einer Art Traum erscheint ihm der Höhlenmann, der Neandertaler, und erinnert ihn daran, was Sache der Frauen und was Sache der Männer ist. Dabei kommen eindrückliche Tatsachen, Hintergründe, Erinnerungen und kleinere oder größere Wahrheiten über das Verhältnis der Geschlechter zueinander und untereinander ans Licht.

Dabei sind es nicht nur Klischees (das auch), sondern auch feine Beobachtungen, die dem Abend bei aller Leichtigkeit auch ein Stück Ernsthaftigkeit abgewinnen. An die männlichen Zuschauer gerichtet, stellt er die Frage: „Mal ehrlich Männer: Welche Räume im Haus sind wirklich Eure Räume?“ Prompt schallt es aus dem Publikum: „Der Keller.“ „Jawohl“, freut sich der „Caveman“. „Und was noch?“ „Die Garage. Der Gorde.“ Der „Caveman“ weiß nicht, was Letzteres sein soll, bis er entdeckt: „Oh, der Garten!“ Das Publikum grölt.

Am Ende ist es doch ein Plädoyer für mehr Akzeptanz von beiden Seiten. Männer und Frauen sind eben unterschiedlich, und das ist gut so. Auch Männer haben Gefühle, wenn sie diese auch nicht so offen aussprechen (können). Denn: Warum haben Männer Navigationssysteme erfunden? Weil Männer sehr oft das Gefühl haben, Frauen nichts recht machen zu können. Darum haben sie Navigationssysteme erfunden. Damit sie wenigstens einmal am Tag von einer Frau hören: „Sie haben ihr Ziel erreicht!“

 

 

 

 

 

 
Autor

Von Karola Weil

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