Schlumpeweck-Presiverleihung 007aa

Die Entscheidung, wer die vier Schlumpewecks 2014 und das dazugehörige Preisgeld einheimsen wird, war bereits Donnerstagnacht gefallen. Doch erst am Sonntagabend

wurde das Geheimnis gelüftet. Die sechsköpfige Jury gab den Tübinger Reimakrobaten Harry & Jakob, dem Essener Klassik-Rock-Duo ['pro:c-dur] und dem Stuttgarter Chanson-Kabarett Zu Zweit ihre Stimme, während sich das Publikum für den clownesken Objektkünstler Matthias Romir entschied.

Es war, wie schon in den Jahren zuvor, eine lange, spannende und qualitativ berauschende Nacht der Kleinkunst, durch die nicht der Puppenflüsterer Benjamin Tomkins geleitete, der nach seiner langen Kusch-Jubiläumswoche buchstäblich „Bauchschmerzen“ hatte, sondern KuSch-Prinzipal Jörg Michael Simmer. Er verkündete nicht nur die Preisträger, sondern auch die Verlosung einer Saisonkarte für die KuSch. Janine Strycker wurde als glückliche Gewinnerin aus dem Topf Stimmtopf der Schlumpeweck-Dauerkartenbesitzer gezogen.

Viel neues Liedgut, noch mehr Spaß und Komik, hatten die Preisträger am Sonntagabend im Köcher, und so erwiesen sich ihre Dankes-Shows nicht als Wiederholung ihrer Wettbewerbs-Auftritte. Mit dem swingenden „Schön, dass ich Ich bin“ eröffneten Zu Zweit ihren Mix aus Mitmach-Songs, wie dem aufs Anderssein - auch in partnerschaftlicher Hinsicht. Tina Häußerman gab sich auf dem Klavier räkelnd als Märchenprinzessin, die ihren Froschkönig mit kessen Versen wachküsste, während sie zur Melodie von „Don’t Worry Be Happy“ ihre Vorfreude aufs anarchische Seniorendasein feierten.

Nach der galanten, hochmusikalischen Beglückung durch Zu Zweit lieferten Harry & Jakob hocherotische Reime auf den gar nicht unterkühlt wirkenden Schneekönig ab und lüpften mit ihrem „Sinnextraktor- Klartext“ die wahre Bedeutung der Worthülsen, die in einer romantischen Zweierbeziehung abgelassen werden. Als sie sich einen spontanen gesungenen und gerappten Reim auf eine „Ritzerote Rübenrupfmaschine“ in Verbindung mit den Wörtern Hubschrauber, Herzkatheter, Pantoffel und elektrische Zahnbürste machten, tobte die KuSch vor Begeisterung.

Rasend toll, obwohl total entschleunigt, war die Show der Stimmungskanone Matthias Romir, der nicht nur das Publikum mit Frechheit und Chuzpe einwickelte, sondern auch auf der Bühne Jörg Michael Simmer. Schwarz wie sein Kostüm waren auch seine Gedanken, mit denen er - wie mit seinen Jongliergeräten - akrobatisch zu balancieren verstand. Höhepunkt seiner schrägen Revue, die er eigentlich bei einem „Wow!“, dem Ergreifen eines Schlumpewecks und einem saloppen „Tschüss!“ belassen wollte, war seine auf einem Einrad sitzende Panflötenversion des „Lambada“, während er in der Hand einen Revolver drohend auf das Publikum richtete.

Ein totaler Knaller war auch der Auftritte von ['pro:c-dur], die ihre nicht ganz geglückte Performance am dritten Wettbewerbsabend wieder gutmachten. Knallharter Rock statt flauschige Klassik, standen bei Tastenkünstler Timm Beckmann und Gitarrenzampano Tobias Janssen im Fokus. Auf Nationalhymnen und ihre Wirkung aufs Gemüt – insbesondere das der Fußball-Nationalmannschaft – kaprizierte sich das Duo, das mit Fangesängen und furiosen Gitarren-Attacken ihrer Herborner Fangemeinde kräftig den Marsch blies.

Harmonisch ging’s bei der schlussendlichen Preisverleihung zu, die kurz vor Mitternacht den 7. Schlumpeweck in die Annalen der Kleinkunstgeschichte eingehen ließ. Mit dem gemeinsam angestimmten „Der Mond ist aufgegangen“ wurde das KuSch-Publikum in die frische Herbstnacht entlassen.

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

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