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Erst seit 2008 wird der Herborner „Schlumpeweck“ vergeben, und dennoch ist er in der Kleinkunstszene schon zu einer heiß begehrten Trophäe geworden. Die sechs Finalisten,

die in der dritten Auflage mit Kabaretttheater, Clown-Comedy oder subtiler Liedkunst um die Gunst des Publikums und der Jury buhlen, werden bis zur Preisverleihung am Sonntag (3.10.) für heftige Angriffe auf die Lachmuskeln sorgen. Die ersten Kandidaten, der Mannheimer KultUrknall und Linne & Riesling, die am Montagabend die KuSch-Bühne betraten, legten die Latte für die nachfolgenden Acts jedenfalls schon mal ziemlich hoch.
Das Trio Mannheimer Kulturknall, bestehend aus Madeleine Sauveur, Volker Heymann und Pianist Clemens Maria Kitschen, eröffneten mit ihrem Programm „Herz sticht“, das in einem Café irgendwo in Deutschland spielt, den Wettbewerb, der von hr2 komplett aufgezeichnet wird.

Während der Ober Klavier spielt, kommen zwei Gäste – ein Mann und eine Frau – miteinander ins Gespräch. Zur Gaudi des Publikums starten die Beiden alsbald eine Tour de force der Anmache, die von furiosen Wortspielereien uns rhythmischen Reimen bestimmt wurde. Über den Beginn einer romantischen Beziehung bis hin einer gemeinsamen und der dann unwiderruflich folgenden Trennung, strampelten sich Mann und Frau ab.
Die Zuschauer konnten dem Tempo der dadaistisch überdrehten Show kaum folgen, die ungeahnte Sprach- und Klangdimensionen vorstieß. Man redete miteinander, aneinander vorbei, redete über Film und über das Liebesleben der Weinbergschnecke. Man zog sich über den Tisch, man massierte und dressierte sich. Höhepunkte des grotesken Paarungstanzes, waren die musikalischen Ausflüge, die vom Walzer bis zum Rap reichten. Mannheimer KultUrknall bot eine Revue der Sinne und der Sinnlichkeit, einen herrlich schrägen Spaß, der einfach zum Dahinschmelzen war.

Ein anderes Kleinkunstgenre, das für Verblüffung, ungläubiges Staunen und permanent Angriffe auf das Zwerchfell sorgte, bot der zweite Act des Abends: Linne & Riesling. Die St.Ingberter „Pfanne“ hat das einzig sprechende Pantomimen-Duo bereits eingeheimst. Heiße Anwärter auf den Herborner „Schlumpeweck“ sind sie nach ihrem furiosen Auftritt in der KuSch.

Im schwerelos anmutenden Kampf mit der Schwerkraft, hebelten sie die Gesetze der Physik und erschufen für ihre Zuschauer eine Welt, die per Fernbedienung in Bewegung und insbesondere für Riesling aus den Fugen geriet. Ob im wundervoll geschmacklosen 70er Jahre Disco-Dress oder als „Olympic Boys“ auf dem Weg zum Triumph, der Parcours, den Stefan Linne und Klaus Loch als Riesling auf der KuSch-Bühne absolvierten, wahr mehr als olympisch, sondern einfach nur himmlisch.


Die Art, wie das durchtrainierte Duo zu Walzerklängen zu einen spannungsgeladenen Wettkampf in Zeitlupe ansetzt oder Stefan Linne mit seinen geschickten Händen eine rührselige Schlangennummer über Liebe und Enttäuschung, fressen und gefressen werden entfachte, war einzigartig.
Die Zuschauer bogen sich vor Lachen, ob ihrer köstlichen Mimik, ihrer perfekten Körperbeherrschung und ihres unübertrefflichen Klamauks. Linne & Riesling waren zum schreien komisch.
(Text+Fotos: Helmut Blecher)

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Schlumpe­weck

Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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