Peter Pan017

Erneut haben die Herborner Heimatspieler das Publikum in der "KuSch" in eine fantastische Welt entführt. Nachdem es im Vorjahr in die Zauberwelt von Oz ging, durften die Zuschauer diesmal mit "Peter Pan" ins "Nimmerland" reisen.

Es ist eine Reise, die einen Theaterbesuch lohnt. Bereits zum 13. Mal zeichnet Franz Josef Neunzerling für das Vorweihnachtsstück verantwortlich und erneut haben er und seine Mitstreiter Maßstäbe gesetzt. Bei den beiden ersten  Aufführungen am vergangenen Wochenende erlebten die Zuschauer ein Theaterspiel, das sowohl viel Spaß als auch jede Menge Spannung beinhaltete.

Der Beginn dürfte für eingefleischte "Peter Pan"-Fans ungewohnt sein, denn die Handlung startet nicht in London. Stattdessen wird mittels Beamer-Projektion eine Schulklasse gezeigt. Danach erst trifft Peter auf Wendy, die schon "fast erwachsen" ist, und nimmt sie mit ins "Nimmerland". Von da an geht es im Stück Schlag auf Schlag: Die Handlung orientiert sich in weiten Teilen am Original von James Matthew Barrie. So zerstreiten sich Peter und die Fee Tinkerbell. Diese rettet dem Jungen, der nie erwachsen wird, später dennoch das Leben und setzt dabei ihr eigenes aufs Spiel. Captain James Hook, der ewige Widersacher von Peter Pan, sucht die Konfrontation und entführt die Häuptlingstocher Tiger Lily (gespielt von Vicky Groos).

Peter kann sie mit Wendy befreien und in der Folge kommt es zum alles entscheidenden Kampf zwischen den "Verlorenen Kindern", ihrem Anführer Peter und den Piraten um James Hook.

Die Inszenierung von Neunzerling glänzt dabei gerade durch die Elementen, die neu hinzugefügt oder neu interpretiert wurden. So ist Tinkerbell, die sehr gut von Brit Neunzerling gespielt wurde, nicht die klassisch nette Fee, sondern eine richtige Zicke, die schimpft wie ein Kesselflicker. Dem weisen Indianer "Old Manitu", sehr amüsant verkörpert von Katharina Giese, mangelt es an Tatendrang. Dafür hat er zu jeder Gelegenheit eine ganzheitliche Lebensweisheit parat, die zwar niemandem nutzt, sich aber ungemein gut anhört.

"Ganz großes Kino" liefern die Piraten ab: Der Dutchman (Jeroen Willemse) und Alf Mason (wirklich großartig gespielt von Eric Thomas), der nicht ganz so helle Mann mit "der Figur einer Edeltanne" sorgen für viel Humor im Stück. Auch David Löll als nicht durchweg böser Captain Hook und Eva Marie Krüger als seine Mutter (diese Rolle beispielsweise, wurde von Neunzerling für das Stück erfunden), lieferten eine sehr gute schauspielerische Leistung ab. Herrlich komisch waren die Mutter-Sohn-Dialoge: "Nenn´ mich nicht immer Kleiner, Mama!", "Nenn´ mich nicht immer Mama, Kleiner!".

Auch Julius Wolf (Slightly), Michael Perry (Nibs) und Lisa Kring (Curly) sorgten als "Verlorenen Kinder" für viel Spaß und sehr gelungenen Szenen; und auch Alex Horosev in der Rolle des Peter Pan sowie Elisa Hofmann als Wendy begeisterten. Neben neuen Rollen, starken, witzigen und intelligent gemachten Dialogen und vielen action-geladenen Szenen bietet das Stück auch Hintergründiges und Nachdenkliches ("Nur wer träumen kann, gelangt zur Wahrheit").

Von der ersten bis zur letzten Minute waren die Zuschauer daher von der Handlung gefesselt. Verstärkt wurde das noch durch eine Reihe von Spezial- und Lichteffekten. Positiv fiel auch das sehr gelungene Bühnenbild auf, für das Bernd Winnemann und sein Team verantwortlich zeichneten und ebenso beeindruckten die von Adelheid Simmer zusammengestellten Kostüme.

Ein weiterer Höhepunkt war die Musik zum Stück, die wieder von Dennis Werwai komponiert und von der Band Szenario Five (Jana Marie Deworetzki, Dennis Werwai, Jan-Niklas Ulm, Julian Zielinski) live gespielt wurde. Songs wie "Komm mit uns nach Nimmerland" oder "Auch Piraten haben Herzen" waren sehr eingängige und schon fast hitverdächtige Nummern. Insgesamt ist das diesjährige "Vorweihnachtsstück" der Heimatspieler defintiv ein sehr gelungenes Theaterstück, das nicht nur etwas für Kinder ist.

Am kommenden Samstag, 5. Dezember,  wird "Peter Pan" ab 18 Uhr noch mal in der Herborner "Kulturscheune" aufgeführt. Karten gibt es zum Preis von 8 Euro (ermäßigt 6 Euro) bei Optik Tafelski, (02772) 2889, der Dillenburger Musicbox, (02771) 24467, oder über die Homepage des Veranstalters (www.kusch-herborn.de) sowie für 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) an der Abendkasse.

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

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