Schlumpeweck II 096aaa

 

Sich aus der Riege der zahllosen Riege zahllosen Comedians hervorzuheben, die die Ingredienzien des verbalen Blödsinns so absurdum führen,

dass sie noch wirklich witzig und originell sind, gelingt nur den Wenigsten. Roberto Capitoni, gebürtiger Schwabe mit italienischen Wurzeln, der den zweiten Schlumpeweck-Abend in der KuSch eröffnete, bot denn auch nur wenig Neues aus der Comedy-Kiste. Das Berliner Duo  Hortkind machte um ihre höchst gewagte Comedy-Show hingegen  wenig Worte und lieferte stattdessen total entstaubte Pantomime mit perfekter Körperbeherrschung und kruden Geschichten ab.

Gebürtig aus „Bella Deutschland“ ist Roberto Capitano. Der Vater, der auf einer Vespa nach Deutschland kam, gab ihm die Liebe zu Dolce Vita und Amore mit, die deutsche Mutter die Ordnungsliebe. Daraus rührte der Halbitaliener seine Comedy-Show an, die sich aus forscher Mimik und arg abgenutzter Verbal-Komik à la „Nightwash“ und „Quatsch Comedy Club“ zusammensetzte.

Ach hätte das schön sein können, wenn die Lebensgeschichte, die der quirlige Roberto dem KuSch-Publikum auftischte, mehr komische Poesie statt zu viel überdrehte Possen beinhaltet hätte. Klar, Sex geht immer. Mit Gags auf virile Alte, die mit 70 ihren plärrenden Nachwuchs locker in Griff haben, weil sie nachts sowieso öfters raus müssen, konnte der Comedian ebenso Lacher einfahren wie sein Verweis auf die „schwäbische Flatrate“: „Kannst du mir mal dein Handy geben!“

Von der „Seitenbacher“-Müsli-Werbung über „Bunga Bunga“-Berlusconi und die Wirkung von rückwärtsgedrehten Spielfilmen bis zum Urlaubsverhalten der Deutschen im Ausland, spannte der quirlige, grimassierende  und ständig unter Strom stehende Comedian seine Handlungsstränge. Daraus zog er sein Gag-Kapital. Wirklich gut war er jedoch nur in der Figur seines sizilianischen „Paten“-Onkels, als verhinderter Zauberkünstler in einer Art Superman-Kostüm und bei seiner Feststellung, dass Jesus ein Italiener war: „Nur ein italienischer Mann wohnt bei seiner Mutter bis 30. Nur ein Italiener hält seine Mutter für eine Jungfrau, und nur eine italienische Mutter hält ihren Sohn für göttlich.“

Von einen ganz anderem Kaliber, eine klassische Variante der Kleinkunst – die Pantomime – bedienend, war der Auftritt des Berliner Duos Hortkind. Figürlich Pat und Patachon gleichend und in die Rollen des „Weißen Clown“ und des „Dummen August schlüpfend, zogen Steffen Lemke und Nils Hellmuth eine Show ab, die trotz zahlreicher Slow-Motion-Elemente vor Witz und Spritzigkeit nur so sprühte. Aus der Gegensätzlichkeit ihrer Temperamente zogen sie die Handlungsstränge ihres eigenwilligen Comedy-Programms „Nackt und unplugged“.

Schnoddrig, authentisch und wahnsinnig komisch war ihre Darstellungskunst. Vor keiner noch so absurdesten Pointe schreckten sie zurück, kein noch so verrücktes Kostüm war ihnen zu eng, um darin eine gute Figur zu machen. Hortkind servierten „Trash A Go Go“, schrägen Nonsens und die wohl verrückteste Schachpartie, die man je auf einer Bühne zu sehen bekam. Herrlich war ihr lustiges Filmeraten, ihr Korea-Reisetipp und ihre Parade der besten „High Five“-Varianten (bei der zwei Personen jeweils eine Hand heben, um sie in die erhobene Hand des Gegenübers zu schlagen).

Mit akrobatischer Geschicklichkeit lieferten sich Nils und Steffen einen schlagkräftigen Boxkampf im Zeitlupentempo, und zu guter Letzt präsentierten sie ihren großen Smash-Hit: die Sado/Maso-Stepnummer. Bei Hortkind saß einfach alles, selbst ihr Hit-Medley mit neuen Texten wie „Ein bisschen Stuss (Spaß) muss sein“.

 

 

kbl2014

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Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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