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Für Komik zwischen Feingeist und grober Leberwurst steht der Berliner Musik-Kabarettist und Hellwachträumer Sebastian Nitsch. Im Wettbewerb um

den Herborner „Schlumpeweck“ ließ er das Publikum in der abermals ausverkauften Kulturscheune an seinen gesprochenen, gesungenen und am Keyboard und Piano gespielten Erkenntnissen über die großen und kleinen Dinge des Lebens teilhaben. Quirlig, wortgewandt und enorm gut bei Stimme war Lars Redlich der zweite Act des Abends, der in seiner Pop/Rock/Opern-Comedy alles hervorzauberte, was man als Mann braucht, um sich der Gunst der Frauen und des Herborner Publikums im Besonderen zu versichern. 

Sebastian Nitsch ist einer jener Spezies, die dem Wesen der Dinge, die wir alle kennen, mit ungewöhnlicher Betrachtungsweise auf den Grund gehen. Mit smoothen Klängen und einem rasterelektronenmikroskopischen Blick fürs Detail nahm er das KuSch-Publikum bei der Hand und besichtigte schmutziges Geschirr und die beglückende Wirkung des richtigen Shampoos fürs Frauenhaar. Dazu säuselte der Berliner Kabarettist zum Klang des Klaviers, wie Männer mit Frauen umgehen sollten.
Viel zu Wundern gab es bei dem Mann der eher leisen Töne – und manchmal wunderte man sich auch über ihn. Denn nicht alles, was er uns sagen wollte, erschloss sich auf Anhieb den Zuhörern.  Die U-Bahn-Dialoge, die er mit einer Frauenstimme aus dem Off führte, glichen Oden an die Kunst des einfach mal Loslassens auf dem Weg zu „Nächster Halt Kalker Friedhof“. Sebastian Nitsch träumte den Traum von einer besseren Welt, in der die Narren das Sagen haben. Im freien Fall nach oben, zeigte er, dass die Suche nach dem Glück nichts für Hektiker und Ungeduldige ist.

Lars Redlich, gleichfalls aus Berlin, war da von einem ganz anderen Kaliber. Seine flotte Mischung aus Comedy, Musik und Kabarett war erste Sahne. Bereits von der großen Unterhaltungs-Industrie als Musical-Star und Schauspieler vereinnahmt, gab der smarte Sänger und Multi-Instrumentalist auf der KuSch-Bühne parallel zu seinem anderen Bühnenleben sein selbstironisches Solo-Programm „Lars but not least“ zum Besten.

Obwohl er den Abend in Herborn den Frauen widmete, hatten auch die Männer an seinem vor intelligentem Humos nur so strotzendem Programm, in dem er Hits aus Pop, Rock und Klassik neuen inhaltlichen Verwendungen zuführte, ihren Spaß. „Aus Lady in Black“ von Uriah Heep wurde ein Zahnschmerz-Song mit Geschrei und Gestöhn, und sein Soul-Pop-Love-Song-Medley endete im furiosen „I Will Will Always Love You“, bei dem Whitney Houston aus dem Jenseits mitsang.

Wundervolle Lieder, tolle Texte über seine „Ex“, über das Leben im Allgemeinen und über ungeliebte Gemüsesorten wie Broccoli und die „krasse Kresse“, wechselten sich mit flotten Versen  über C-Promis oder den Penisneid in der „Penis Night“ ab. Dabei verstieg sich Lars Redlich bis in die höchsten Töne und verwandelte mit seiner Falsett-Stimme den Barry Manilow Hit „Mandy“ in „Die Granate von Sachsen“.

Als Entertainer war der Berliner selbst eine Granate. Als Pianist, Klarinettist und Ukulele-Spieler ließ er nichts anbrennen, wie auch als HipHopper im Schlabberlook. Im Stile einer barocken Arie präsentierte er sich als „Schlumpeweck-Checker“. Echte Arienkunst zeigte er gar bei seinem „Carmen“-Kurzprogramm.

Das Publikum war schier aus dem Häuschen und wollte Redlich einfach nicht von der Bühne verabschieden. Man muss kein Prophet sein, um ihn am Sonntag nicht unter den Schlumpeweck-Preisträgern zu erwarten…

 

 

 

kbl2014

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Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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