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Anne Haigis und Ina Boo begeistern in der "KuSch". Nicht nur musikalisch haben die Besucher der Herborner Kulturscheune ("KuSch") beim Konzert von Anne Haigis geballte Frauenpower erlebt.

Zusammen mit Ina Boo elektrisierte Haigis das Publikum. 

Die aus dem schwäbischen Rottweil stammende Musikerin feierte ihre größten Erfolge in den 80er und 90er Jahren, steht aber auch heute noch für anspruchsvolle, musikalische Stilvielfalt. In der "Kusch" gastierte sie am Donnerstag bereits zum dritten Mal. Auch diesmal würde der Auftritt Haigis zu den "musikalischen Höhepunkten der Saison" gehören, versprach der Geschäftsführer der Heimatspieler, Helmut Rolfes. Er sollte recht behalten, denn mit ihrer unverwechselbaren und enorm voluminösen Stimme begeisterte die Künstlerin von der ersten bis zur letzten Minute. Das ursprünglich  als "Songperlen" angekündigte Konzert beinhaltete zwar viele Songs, die diesen Titel verdient haben, tatsächlich stellte Haigis jedoch ihr neues Live-Album "15 Companions" vor. Dabei begann sie zunächst mit country-lastigen Stücken, präsentierte dann mit "Raise the dead" einen jazzigen Rhythmus gepaart mit Elementen des Acousticrock. Die große stilistische Vielfalt der Künstlerin kam dabei vor allem durch den Gesang zur Geltung: Mal sanft und leise, dann wieder kraftvoll, rau, sägend, so dass Haigis klingt wie Gin und Whiskey in einem und der Zuhörer sich verwundert die Augen reibt, wenn die Musikerin bei der anschließenden Moderation plötzlich Deutsch mit schwäbischem Akzent spricht. Haigis unnachahmlicher Stimmklang findet eine adäquate Partnerin in  Ina Boo. Die geborene Thüringerin hat schon als Solo-Künstlerin zahlreiche musikalische Akzente gesetzt. Zusammen mit Haigis ergibt sich live ein Traum-Duo. Boo faszinierte am Abend nicht nur durch ihr sehr temperamentvolles Gitarrenspiel, sondern begleitete Anne Haigis bisweilen auch auf dem Klavier. Mit ihrer dunklen, aber sehr viel weicheren Stimme bildete sie bei Gesangsparts ein perfektes Gegengewicht zu Haigis und viele der altbekannten Hits bekamen so noch mal einen ganz neuen Anstrich. Kein Wunder, dass bei Stücken wie "Kind der Sterne" oder dem einst mit Eric Burdon und Tony Carey gesungenen "No man 's land" Gänsehautfeeling aufkam. Eine Klasse für sich waren zudem die Coverversionen von "Papa" und "Nacht aus Glas" - eine Hommage an die 1991 verstorbene Trude Herr, bei der der Zuhörer fast schon ein wenig melancholisch wurde. Doch Anne Haigis verstand es, das Publikum mit ihren großartigen Moderationen, die wie lockeres Plaudern unter Freunden wirken, immer wieder zum Lachen zu bringen. So erklärte sie, warum sie die Heintje-Schnulze "Ich bau Dir ein Schloss" interpretiert und vermittelte dabei allen weiblichen Gästen die sehr weise Einsicht, dass Anschmachten gegenüber echten Beziehungen durchaus Vorteile hat: "Mädels, das ist einfacher und vor allem nicht so stressig." Blues, Country, Gospel, Soul und Rock gaben sich beim Haigis-Konzert die Hand und schnelle Nummern überzeugten ebenso wie Balladen. Anne Haigis und Ina Boo elektrisierten dabei das "KuSch"-Publikum von der ersten bis zur letzten Minute. Volumen und Klangqualität ihrer Stimmen stellten sie zum Abschluss des Konzertes noch mal unter Beweis, sangen die Zugabe "Good night ladies, good night gentleman" im Publikum stehend und ohne Verstärker.  

 

  

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

 

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