Ass-Dur018

Bereits zum dritten Mal gastierten Dominik Wagner und Benedikt Zeitner, alias „Ass-Dur“,  in der Herborner KuSch. Mit ihrem aktuellen Programm „3. Satz - Scherzo spirituoso“ sorgten sie auch diesmal wieder für beste Stimmung.

Die heiter, bewegte musikalische Satzform bestimmte den Tenor des Abends und durfte mit dem von den Bühnenakteuren gewählten Zusatz ruhig wörtlich genommen werden. Denn Wagner und Zeitner boten am Abend eine durchweg amüsante, leichte Musik-Comedy-Show gemischt mit lustigen Wortspielen, die ganz im Sinne des feucht-fröhlichen Humors stand. „Die schlechte Laune Müllabfuhr“, wie Wagner das Duo in der Gesangs-Moderation zu Beginn der Show nannte, kam bei den „KuSch“-Besuchern von der ersten bis zur letzten Minute richtig gut an.

Jogginghose versus Smoking, der gepflegte Akademiker-Witz contra die Freude am puren Blödsinn, bildeten am Abend den humorvollen Spannungsbogen, den die Fans von „Ass-Dur“ gewohnt sind. Benedikt Zeitner als intellektueller und „frakwürdiger“ Schöngeist musste dabei natürlich wieder den Kürzeren ziehen, während Dominik Wagner in der Rolle des geistigen Bodenturners die Lacher auf seiner Seite hatte.

So unterbrach er die Ausführungen seines Duett-Partners mit Kurzweiligem aus der Kalauerkiste: „Darf man im Schaltjahr eigentlich Automatik fahren?“ oder „Ist Lattenrost eine Geschlechtskrankheit?“. Natürlich war auch der mittlerweile zum Running-Gag gewordene Bi-Ba-Butzemann fester Bestandteil der Darbietung. In einer Jazz-, einer Afrika- und einer Salsa-Variation sowie in einem furiosen türkischen Rap ließen Wagner und Zeitner den Kinderlied-Protagonisten die „KuSch“ rocken.

Besonders illuster war hier die hochkulturelle Variante des „Bibus-Babus-Butzus-Vir saltati in nostra domu“. Dies eben die lateinische Textfassung zur Interpretation nach Bach, dem Fugenspezialisten. Wen wunderte es, dass Wagner, der in seiner Rolle stolz darauf ist, über einen negativen IQ-Test zu verfügen, hier nachfragen musste: „War der auch Fließenleger?“ Dass er, wie sein Comedy-Kollege, jedoch in Wirklichkeit so einiges drauf hat, bewies er im Laufe des Abends nicht nur mit formvollendeten Klaviereinlagen, sondern auch im gespielten „Schnellkurs Geige spielen“. Vom blutigen Anfänger („Sägen kann ich schon.“), über den Heuler, der sich an die „Feuerwehr-Musik von Händel“ wagt, bis hin zum vollendeten Virtuosen durchlief er alle Phasen im Rekordtempo. Am Schluss konnte er dann aber doch nicht aus seiner Haut und bestand darauf, dass das Andante eine Hommage an eben jenen Fußballspieler sei, der auch die „Göttliche Komödie“ verfasst habe.

Einen großen Bestandteil der Show machte ferner die Interaktion mit dem Publikum aus. Die spontan aus der Zuschauermenge zur Sprecherin gewählte Dame aus Fleisbach wurde nicht nur darüber belehrt, dass der schöne Nachbarort einstmals über ein Kino verfügt haben muss, sie konnte zudem das Vokabular der beiden Spaßmacher auch um einen Begriff aus dem Fleisbacher Krisenmanagement erweitern: „Bei uns schlägt man ein Ei drüber.“ Über etwas mehr als 90 Minuten hinweg lieferten sich die beiden „B- und D-Promis“ ihre Wortgefechte auf der Bühne und näherten sich dabei niveautechnisch einander immer mehr an.

Zeitner präsentierte das Wurzelchakra seines Unterbewusstseins und erläuterte seine neueste Passion als Heilpraktiker und Schamane, bei der er nicht nur eine Autismus-Therapie für Delphine, sondern vor allem das Heilfurzen lehrt. Die völlige Symbiose der beiden Charaktere erfolgte schließlich in einem Kleidertausch auf der Bühne, während das Duo vierhändig Mozart auf dem Flügel anstimmte. Bei dieser akrobatisch anmutenden Nummer offenbarte sich ein wohl neuer Trend in der Comedy-Szene, denn Wagner und Zeitner waren innerhalb kürzester Zeit schon die zweiten „KuSch“-Gäste, die die Hosen fallen ließen. Was bei den weiblichen Stars und Sternchen des Showbusiness der „Busenblitzer“ ist, ist bei den männlichen Vertretern des Spaßgenres anscheinend das „Full-Size-Boxershorts-Panorama“.

Begeistert beklatschte das Publikum sowohl die gelenkige Umkleidenummer wie die farbenfrohe Unterbekleidung der beiden. Auch die abschließenden Zugaben wurden nochmal mit fulminantem Applaus quittiert und das lag wohl nicht nur am Hypnoseversuch mittels Zeitners „Einhandwünschelrute“.

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

 

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