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Einmal im Jahr wird die KuSch zum Tigerpalast im Kleinformat und bietet an zwei Abenden ein Programm, das es so nur in der Bärenstadt zu sehen gibt, da die Show extra für diesen Anlass zusammengestellt wird.

Diesmal honorierten die Herborner mit zwei ausverkauften Vorstellungen die Bemühungen der KuSch-Macher, für die das Varieté stets zu den Höhepunkten im Jahresprogramm zählt.

Diesmal war es die bereits achte Auflage des Events und nicht wenige Besucher waren der Meinung, dass es eine der bislang besten ihrer Art war. Anteil daran hatten natürlich in erster Linie die Künstler, die sich auf der KuSch-Bühne präsentierten und die von Niels Weberling (alias „Herr Niels“) und KuSch-Chef Jörg Michael Simmer zusammen ausgesucht worden waren.

Einer der Publikumslieblinge war dabei sicher der Berliner Jochen Schell. Jongleur – damit ist seine Kunst nur unzureichend beschrieben. Magier, Ästhet, ja sogar Tänzer – all das kennzeichnet das, was der Mann mit dem außergewöhnlichen Styling auf der Bühne so treibt, am besten. Wenn Schell eine Vielzahl (selbst gebauter) Kreisel in Bewegung setzt und dies mit großem Geschick auch an den unmöglichsten Stellen balanciert, dann kommen die Besucher aus dem Staunen nicht heraus. Gleiches gilt für seine Ringenummer. Diese geht mit fließenden Bewegungen schon fast in einen Ausdruckstanz über, ohne an Faszination für das Publikum einzubüßen.

Gleich dreimal, mit höchst unterschiedlichen Nummern, tauchten Gerd und Dustin Waree in der Show auf. Papa Gerd als „Doc Shredder“, einer Figur, die sich der traditionellen, aber nur noch selten praktizierten Kunst des „Papier reißens“ verschrieben hat. Aus einfachen Papierbögen schnippelte und riss der Künstler mannshohe Leitern, eine Vielzahl an Herzen oder – zum Abschluss seiner Show – die Hommage an den Auftrittsort: „I love Herborn“ stand da zu lesen – einfach verblüffend.

Sohn Dustin kam als eine Art „Volks-Rockn’Roller“ auf dem Einrad daher. Bei ihm verband sich artistische Fähigkeit, wenn er seilspringend mit seinem Gefährt eine Leiter auf und ab hüpfte, mit musikalischer Präsenz. Denn als wäre die sportliche Leistung nicht schon genug, brachte er – quasi nebenbei - noch Rock-Klassiker wie Blurs „Song 2“ zu Gehör. Dass Vater und Sohn auch ganz anders können, zeigten sie zum Abschluss mit ihrer im Karneval erprobten „Dolls Company“.

Dass Beine nicht zwangsläufig nur zum Gehen da sind, das zeigte eindrucksvoll „Katrina“. Unglaublich, was diese Frau mit ihrem Körper anstellt, wie biegsam und gleichzeitig ästhetisch sie ihn präsentiert. Und auch ihre zweite Nummer am Vertikalseil war als Hommage an Maria Callas eine perfekte Choreografie aus Musik und artistischem Anmut.

Und dann war da noch als unterhaltsame Klammer des Abends der Moderator – Juno. Der Marburger mit dem charmanten Schweizer Akzent nahm das Publikum nahezu spitzbübisch mit in die Welt der Varieté-Kunst und verblüffte die Zuschauer mit seinen kleinen, aber sehr feinen Kunststücken. Auch der eine oder andere Bühnengast aus dem Saal kam dabei nicht hinter die Geheimnisse verschwindender Tücher oder Bälle und fragte sich, wie binnen Sekundenbruchteilen aus einer leeren Schale wieder ein echtes Ei werden konnte.

Fazit: Das Varieté in der KuSch hat auch 2015 bei der achten Auflage wieder Maßstäbe gesetzt, die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits.

 

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

(Fotos: Gert Fabritius)

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