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Jede Menge Lieder am Stück: Der „unglaubliche“ Heinz Gröning befand sich bei seinem ersten Solo-Gastspiel mit seinem Programm voller "Nummer Heinz Hits" ganz auf der Wellenlänge des Herborner Kulturscheunen-Publikums.

Das hing nicht nur aufmerksam zuhörend an den Lippen des Kölner Musikers und Comedians, sondern sang auch eifrig selbst die noch so krummsten Refrains seiner Songs mit.

Im Rahmen der Deutschen Kabarettmeisterschaft hatte Heinz Gröning 2013 die KuSch erstmals gerockt. Und so war es für ihn schon fast ein Heimspiel, als er am Freitagabend die Bärenstadt zum zweiten Mal mit seiner Anwesenheit beehrte. Diesmal trat er einzig und allein als König des Comedy-Liedermaching mit Gitarre und Soundmaschine auf, um Einblicke in seine musikalische Entwicklung unter gleichzeitiger Offenlegung seiner Libido zu bieten.

Heinz, der nach eigenem Bekunden zwar aussieht wie ein kaukasischer Karussellbremser, in dem aber das Herz eines Teletubbies wohnt, stürzte sich ohne lange Vorrede sogleich auf eine Reise in seine Vergangenheit voller musikalischer Höhepunkte.

Von seiner Kindheit und Pubertät bis zum Womanizer versetzte der Liedermacher der etwas anderen Art das Zwerchfell seiner Zuhörer auf Dauerbetrieb. Dank seiner unkonventionellen Liebe zur Sprache präsentierte er, sprachlich neu aufgerüscht, Hits von Elvis Presley, den Bee Gees oder Julio Iglesis. So wurde aus „Amor“ ein „Am Ohr“ wurde und „Only You“ mutierte zu „Ohne Kuh kann der Bauer nicht Bauer sein!“

Der Entertainer mit der Klampfe und der Stimme fürs Harte und Zarte fauchte, knurrte, stöhnte, säuselte, röhrte und schnurrte was das Zeug hielt, lieferte Schlag auf Schlag seine Hits ab, in denen es um das Urlaubsglück am Strand, um Antriebsarmut und um die Helden der Hausarbeit ging: „Wir sind alle Opfer geschlechtsspezifischer Erziehung“. Und bei seiner Beschäftigung mit dem Liebreiz der Frauen, ging es bei ihm nicht ohne langes (musikalisches) Vor- und Nachspiel ab.

Hardrock, Hip-Hop, Soul und Pop-Balladen - der „unglaubliche“ Heinz“ machte in jedem Genre eine gut Figur, ganz gleich ob sitzend, tanzend oder dabei einfach nur grinsend. Nicht nur bei der Neuinterpretierung von Nr.1-Hits, sondern auch bei der wortwörtlichen Übersetzung derselben wie beispielweise von „Stand by me“, das zu „O Mann, wo geht’s lang“ wurde.

Die Ein-Mann-Boygroup trällerte was das Zeug hielt, um auch bösartigen Kinderliedern wie „Hoppe Hoppe Reiter“ eine noch bedrohlicher klingende Note zu verleihen. Und bei seinem ganz großen Hit „Muttermordgefahr“, der auch als Flockdruck sein T-Shirt zierte, bekam das häusliche Grauen einen punkig klingenden Namen. Als sich Heinz schlussendlich mit dem Fliwatüt ins „Taka-Tuka-Land“ träumte, kannte die Begeisterung des Publikums kein Halten mehr. Diesen Mann muss man einfach gern haben!

 

 

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

 

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