Oz2014016

In eine phantastische Welt entführte das diesjährige Weihnachtsstück der Herborner Heimatspieler die Zuschauer und die waren sich am Schluss der Aufführung einig: „Es war einfach fantastisch!“

Dass die Premiere von „Die wunderbare Welt von Oz“ in der Herborner Kulturscheune („KuSch“) so gut ankam, lag neben der schauspielerischen Leistung der Darsteller vor allem an der modernen und gelungenen Umsetzung des Stoffs.

Verantwortlich dafür zeichnete Franz Josef Neunzerling, der die auf ein Kinderbuch zurückgehende Erzählung von der kleinen Dorothy, die durch Zufall in einer magischen Welt landet, für die Bühnenfassung der Heimatspieler bearbeitete. Sowohl im Hinblick auf das Buch als auch im Vergleich zu dem bekannten und populären Musical-Film aus den 30er Jahren gab es in Neunzerlings Version zahlreiche Abweichungen, die dem Stück insgesamt den nötigen Esprit verliehen. Die wohl augenfälligste war dabei die Konzeption der Figur des Magiers „Oz“. Dieser erschien dem Publikum gleich in fünf Versionen (u.a. als Monster, als etwas seltsame Blondine und als kleiner Mann). Gespielt wurde er von Jörg Michael Simmer (als großer Oz) und Julius Wolf (kleiner Oz). Gerade Julius Wolf sorgte durch seine starke Rolleninterpretation, die nicht einfach zu spielen war, für Begeisterung beim Publikum. Letzteres hatte, vor allem was die jüngsten Zuschauer betraf, schnell seine Favoriten unter den Figuren gefunden. Neben der Hauptfigur der kleinen Dorothy (gespielt von Elisa Hofmann) waren dies vor allem deren Freunde, die „hirnlose“ Vogelscheuche (Alex Horosev), der „herzlose“ Blechmann (David Löll) und der „mutlose“ Löwe (Eric Thomas). Alle vier Hauptdarsteller zeigten auf der Bühne eine grandiose Leistung und spielten ihre Rollen mit viel Herzblut. Ein schöner Einfall war es dabei, den Blechmann als bayrischen Holzfäller zu inszenieren und David Löll verkörperte das weiß-blaue Urgestein nicht nur sprachlich perfekt. Auch die restlichen Mitwirkenden beeindruckten durch ihr darstellerisches Können, so beispielsweise Katharina Giese als Hexe des Nordens und ihre Gegenspielerin im Stück die Hexe des Westens (gespielt von Brit Neunzerling). Ebenfalls gut spielten, wenn auch nur zu Beginn in einer sprechenden Rolle zu sehen, Lisa Kring und Dimitrij Panow. Für viel Spaß und lautes Gelächter sorgten dann Michel Dahlhaus und vor allem Jasmin Behnam als Torwache in der Smaragdstadt, die des „Herweschen“ mächtig, einiges zu schnattern hatte. Dass die Zuschauer sich von Beginn an mit der phantastischen Welt von Oz identifizieren konnten, war letztlich auch der sehr fein durchdachten und toll anzuschauenden Bühnengestaltung zu verdanken, die trotz vieler optischer Akzente den Blick immer wieder auf die Handlung lenkte. Hier zeichneten Adelheid Simmer für großartige Kostüme und Sophie Reichart mit Bernd Winnemann für die Konzeption des Bühnenbildes verantwortlich. Wem der Stoff hauptsächlich durch den eingangs erwähnten Musical-Film bekannt war, der hatte sich im Vorfeld (wie die Autorin) vielleicht schon etwas ängstlich auf die meist sehr hoch vorgetragenen, für die heutige Zeit antiquiert und leicht kitschig wirkenden Gesangspassagen (die im Übrigen wegen der Tonhöhe oft misslingen) vorbereitet. Hier sei Dennis Werwai nicht nur ein großes Lob, sondern auch ein großes „Dankeschön“ ausgesprochen. Der junge Musiker hatte die Musik zum Theaterstück selbst und vor allem neu komponiert. Die poppig-rockigen Songs, sowie die fetzigen Instrumentaleinlagen, die von „Scenario Five“ (Jana Marie Deworetzki, Jan-Niklas Ulm, Julian Zielinski und Dennis Werwai) gespielt und gesungen wurden, hatten echten Hit-Charakter und unterstützten die Handlung auf der Bühne perfekt. „Die Weihnachtsstücke der vergangenen Jahre haben Maßstäbe gesetzt“, sagte Jörg Michael Simmer zum Abschluss. Das wirklich fantastische Stück in diesem Jahr, bei dem die aus den Jugendgruppen der Heimatspieler (KuKis, Youngster, Junges Ensemble) stammenden Darsteller gemeinsam mit anderen jungen Schauspielern ebenso brillierten wie die weiteren Mitwirkenden, ist diesen Maßstäben ohne Frage gerecht geworden. „In jedem Menschen steckt mehr als er sich zutraut“, die Botschaft der „wunderbaren Welt von Oz“, trifft daher neben allen anderen am Stück Beteiligten auch auf Franz Josef Neunzerling zu, der sich bei seiner zwölften Weihnachtsinszenierung nochmal selbst übertroffen hat.

 

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

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