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Bei der zweiten Runde der Deutschen Kabarettmeisterschaft in der KuSch traf Komödiantin Maria Vollmer auf Polit-Kabarettist Thilo Seibel. Dem Publikum gefiel's!

Begrüßt von Interimstrainer Martin Guth (FaberhaftGuth), der den anderweitig im Einsatz befindlichen Theo Vagedes vertrat, ging es auf der KuSch-Bühne ziemlich wortreich, gesangstark, aber nicht immer wirklich pointenreich zu.

Maria Vollmer lässt ihr Alter Ego Marianne mit sündhaften Gedanken, Sekt zum Frühstück und reichlich Sahneschnittchen von der Leine. Als eine voll in der Realität verankerte Frau um die 40, die in Köln-Nippes ein Reihenhaus, ihren Ehemann Reiner und zwei Kinder verwaltet, präsentiert sie sich dem Herborner Publikum, das sich anfänglich etwas schwertut, ihrer Mixtur aus Herzlichkeit Witz und Ironie zu folgen.

Quirlig, unentwegt plaudernd und plappernd, geriert sie sich mit sekündlich wechselnder Mimik und rasanten Tanzeinlagen als eine Powerfrau, die nicht nur ihren Keller perfekt entrümpelt. Und während ihr Ehemann beim Joggen immer schon an der Fußmatte hängenbleibt, kommt sie beim Kaffeekränzchen mit den Nachbarinnen nicht aus dem Sessel wieder hoch.

Maria Vollmer alias Marianne trifft mit der Beschreibung ihrer komischen Momente des Alltags nicht immer ins Schwarze. Manchen ihrer Erkenntnissen und Erlebnissen fehlt es an Biss, um daraus herzhafte Lacher oder Schenkelklopfer entstehen zu lassen. Mithalten kann sie mit anderen Komödianten-Kolleginnen, wenn sie als frohgemute, mit toller Stimme auftrumpfende Sängerin in die Bütt steigt. Da geraten ihre Texte über „Traumfrauen“, den virtuellen Horror, den Plastiktüten-Wahn oder den Zalando-Schuhtick zu galliger Gesellschaftskritik.

Thilo Seibel, aufgrund des Bahnstreiks mit Maria Vollmer gemeinsam aus Köln angereist, nimmt die brennend aktuellen Themen aus Politik und Gesellschaft mit giftigem Spott und beißender Ironie aufs Korn. „Das Böse ist verdammt gut drauf“, und dagegen muss man was unternehmen. Und so geht er mit Verve dem Bösen und den Bösewichten an den Kragen und versucht dem Guten eine Bresche zu schlagen. Doch was kann man gegen die Vereinigung von Dummheit und Ignoranz tun, die dem Bösen bereitwillig den Weg bahnt? Eigentlich wenig!

Der kleine Kölner mit der großen Klappe und dem Talent mit perfekten Tonfall in die Haut des Politpersonals - von Angela Merkel, Horst Seehofer, Thomas Oppermann und natürlich dem „Commissioner for Digital Econony“, Günther Oettinger, - zu schlüpfen, klärt auf, nennt Ross und Reiter beim Namen. Die analytische Trennschärfe eines Volker Pispers oder eines Max Uthoff hat Thilo Seibel nicht, dennoch regt auch er zum Aufregen an.

NSA oder IS sind Kürzel, die für nichts Gutes stehen. Thilo Seibel legt Hand an das sich beständig weiterentwickelnde Böse, das vor nichts und niemand Halt macht. Dabei lässt er es ordentlich krachen und geht mit großem Abstand als Gewinner des Abends durchs Ziel.

 

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

 

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