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Über ein erneut volles Haus, wie schon bei seinem ersten Auftritt im Frühjahr 2013, konnte sich jetzt Wissenschafts-Kabarettist  Vince Ebert in der Herborner Kulturscheune freuen.

In seinem vierten Programm „Evolution“ wartete er mit verblüffenden, kuriosen und natürlich höchst wissenswerten Erkenntnissen rund um das Geheimnis des Lebens auf. Die vom Publikum sehnlichst erwartete Schimpansendame Sina, die das aktuelle Plakat schmückt, konnte leider nicht mit dabei sein, da ihre Tagesgage einfach zu hoch war. „Dafür hätte ich locker Til Schweiger bekommen“, so der Wissenschaftskabarettist.

„Die Evolution treibt die kuriosesten Blüten“, befand der Diplomphysiker, der sich mit zwei weiteren Kollegen im Showgewerbe tummelt: Angela Merkel und Oskar Lafontaine. Mit dem Big Bang, der im Vakuum völlig lautlos von sich ging, stieg Ebert in einen neunzigminütigen Diskurs über das Wunder der Schöpfung ein, das nach nur drei Minuten schon komplett war. „Da kann der Typ mit den sechs Tagen ganz schön einpacken“, ließ sich er sich vernehmen. Keine gute Botschaft für Kreationisten.

Wie alles begann, und warum der Mensch und nicht die Kakerlake am Drücker ist, obwohl der Mensch keineswegs die Krone der Schöpfung ist, das erklärte Eberts vermittels eines Monitors und den Gesetzen des Humors. Wenn er aus der ölig-schleimigen Ursuppeaus Ammoniak und Methan, quasi den „Vorfahr eines Versicherungsvertreters“ herausfilterte, hatte er die Lacher ebenso auf seiner Seite wie bei seiner Erkenntnis, dass wir mit drei Kilogramm doppelt so viele Darmbakterien wie Gehirnmasse haben.

Und dass auf der Erde - „ein Glücksfall im Planeten-Lotto“ - nicht alles mit rechten Dingen zugeht, manche DNA-Kette aus dem Ruder läuft und Darwins Evolutionstheorie nicht mit dem Musikantenstadl vereinbar ist, darüber wusste Ebert mit genüsslicher Kennermiene zu berichten.

Während er im ersten Teil seines Programms den astrophysischen und biologischen Aspekten der Evolution auf den Grund ging, beschäftigte er sich nach der Pause mit dem soziokulturellen Wesen des Menschen. Seine Frau, die Kirche und die Volksmusik dienten dabei zumeist als Stichwortgeber für seien humoristische Einlagen, die nicht immer zündeten. Die Neandertalergeschichten waren etwas zu derb. Etwas zu oft bemühte er als Running Gag seine Frau und deren Humor.

Auch dass Vince Ebert zur Kirche und Volksmusik ein wenig positives Verhältnis hat, wurde zu deutlich. Mancher Gag bröselte an der Keule des Neandertalers ab. Und die Hoffnung auf das ewige Leben, zerlegte er in Trillionen von Atomen, die im Universum herumschwirren.

Fazit: Der Mensch hat sich gegen Dinosaurier, Säbelzahntiger und Pestviren durchgesetzt. Selbst Fernsehköche können uns nicht aus der Bahn werfen. Inzwischen haben wir keine natürlichen Feinde mehr. Bis auf die eigene Verwandtschaft natürlich. Vince Ebert sieht unsere Zukunft im Nirwana rosig, denn nichts von uns verschwindet. Es ist einfach nur weniger geordnet.

 

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

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