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Zum zweiten Mal hat das Duo „Carrington-Brown“ ein Gastspiel in der Herborner Kulturscheune („KuSch“) gegeben, und erneut konnten die beiden Wahl-Berliner mit

ihrem ganz eigenen britischen Humor begeistern. Das Publikum hielt es bisweilen kaum noch auf den Plätzen.

Mitunter ist es nicht ganz einfach, sich unter dem Begriff „Musik-Comedy“ etwas vorzustellen. Gerade, wenn es sich im Fall der Akteure um zwei Vollblut-Musiker wie das Ehepaar Rebecca Carrington und Colin Brown handelt (Carrington spielte u.a. mit dem London Philharmonic Orchestra, Brown war einst Background-Sänger bei Robbie Williams), von denen nicht genau zu sagen ist, ob sie nun britische Berliner oder Berliner Briten sind.

Können solche Menschen überhaupt Comedy? Sie können, waren sich die „KuSch“-Besucher einig. In ihren Shows transformieren beide Künstler regelmäßig ihr musikalisches Können hin zu einer gelungenen komödiantischen Aufarbeitung der britischen Popkultur sowie einiger weltweiter Chart-Dauerbrenner. Am Abend in der „KuSch“ zeigte Carrington, als sie - bewaffnet mit einer barock anmutenden Perücke - klassische Töne am E-Piano anstimmte, beispielweise sehr amüsant, wie letztlich Bach der eigentliche geistig-kreative Vater der Beatles ist.

Colin Brown sorgte unter anderem als Nina-Simone-Parodie für viele Lacher. Auch der grandios vorgetragene „Steuerberater-Blues“ (basierend auf eigenen, leidvollen Erfahrungen in der neuen deutschen Heimat) und ein Medley durch die in Deutschland vorhandene, internationale Gastronomie waren sehr starke Nummern.

Famos ebenso der Einzug zur „zweiten Halbzeit“: Nach der Pause erschienen die Comedians in Fan-Outfits der Nationalelf (wohlgemerkt der Deutschen), wobei Colin Brown auf dem Dudelsack „Einigkeit und Recht und Freiheit“ erschallen ließ. Doch nicht nur die musikalischen Darbietungen, Parodien und Erzählungen, die von Michael Jackson, Madonna bis hin zu Gotye reichten, auch die regelmäßig eingestreuten verbalen Comedy-Einlagen brachten das Publikum zum Lachen.

Rebecca Carrington hatte am Abend, wie es in jeder guten Ehe üblich ist, dabei den größeren Redeanteil. Mit viel Humor nahm sie mit auf eine stark überzeichnete Reise in ihre Lebensgeschichte, ahmte unter anderem mit überzogener, hysterisch-dramatischer „Zickenstimme“ eine Prima-Ballerina nach oder näselte sich mit gelangweilter und unartikulierter Schnodderigkeit als Howard Shore (Komponist der Filmmusik zu „Herr der Ringe“) in die Herzen der Zuhörer. Diese hielt es bisweilen vor Lachen kaum noch auf den Plätzen, und langanhaltender Szenenapplaus war dem Duo fast bei jeder Nummer sicher.

„Dream a littledream“, so lautet der Titel des aktuellen Programms von Rebecca Carrington und Colin Brown, und dieser zieht sich als roter Faden gekonnt durch die gesamte Show, wird in den musikalischen wie den Wort-Beiträgen immer wieder deutlich. Hervorragend greifen die beiden zudem Vorausgegangenes erneut auf und schaffen dadurch den einen oder anderen Running-Gag. So berichtete Carrington augenzwinkernd, wie toll sie die deutsche Sprache mit ihren endlos langen Wörtern findet.Trotz derselben könnten sich die Menschen wunderbar einfach artikulieren. Es bedürfe bei einem Streit bloß zweier Ausdrücke: „doch“ und „nö“.

Dies führte das Ehepaar während der Show dann immer wieder plastisch vor Augen. Ferner spielte das von Carrington, in Abwandlung eines Hildegard-Kenf-Hits, gesungene „Für mich soll ´s deutsche Regeln regnen“ immer wieder eine tragende Rolle. Insgesamt ein Abend, der im Zeichen des fröhlichen Spaßes stand.

„Carrington-Brown“ überzeugten dabei mit einem gut ausgefeilten Programm, das mit viel komödiantischem Humor, parodistischer Überzeichnung und bisweilen einer Prise Ironie gespickt, dabei aber nie über die Maßen bissig war. Drei Zugaben mussten die beiden aus Großbritannien stammenden Berliner dem Herborner Publikum geben. Einige Gäste waren so begeistert, dass sie selbst beim Verlassen der KuSch immer wieder in kleine Lachsalven ausbrachen.

 

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

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