Entstehung

 Entstehung

Als am 24. September 2004, dem Abend der Eröffnung, endlich ein langer Weg zuende war, erfuhren die Anwesenden vom Vorsitzenden Jörg Michael Simmer und Geschäftsführer Helmut Rolfes exklusiv, was sich da in den letzten Jahren in der Au wirklich abgespielt hatte.

Lesen Sie die Originalaufzeichnungen dieses Abends, zur einfacheren Lektüre in vier Kapitel unterteilt.

1990 bis 2002

1990 bis 2002

Herborn, 26. November 1990

In der Alten Schmiede am Pertuisplatz erblickt der Verein Herborner Heimatspiele e.V. das Licht der Welt. Eine Gruppierung, von der die Menschen in und um Herborn herum noch einiges hören werden.

Herborn, die neunziger Jahre

kulturscheune-1990-bis-2002-bild1Unter der Führung von Bernd Winnemann und Adelheid Simmer etabliert sich der Verein, wird ein kulturelles Markenzeichen der Stadt Herborn und gewinnt immer mehr Zulauf. Aufgeführt werden die Stücke des Heimatdichters Walter Schwahn, in der Vorweihnachtszeit ein Kinderstück, und im Herbst werden Vortragsabende zu einer festen Institution.

Herborn, auf dem Sprung ins neue Jahrtausend

Die Herborner Heimatspieler sind Frischluftfanatiker. Sie lieben Aufführungen unter freiem Himmel, sei es im Schlosshof oder bei der “urigen” Barbara 2001 auf dem Kornmarkt. Doch der Verein hat ein Problem: Er ist heimatlos! Der jährliche Kampf um Aufführungs- und Probenräume kostet Zeit und Nerven.

Herborn, 21. August 2002

Ein rüstiger Anfangs-Sechziger tritt dem Führungsgremium des Vereins bei und soll dessen Geschicke in der Folge maßgeblich mitbestimmen. Sein Name: Rolfes. Sein Markenzeichen: Sonore Stimme, gepflegtes Auftreten. Seine Funktion: wird von Monat zu Monat wichtiger.

Herborn, 18.09.2002

kulturscheune-1990-bis-2002-bild2Im Protokoll der beim Vorsitzenden Jörg Michael Simmer stattfindenden Vorstandssitzung heißt es unter TOP7: “Adelheid wird beauftragt, einen Termin mit Herrn Müller vom Gutshof zu vereinbaren, in dem es darum geht, die Interessen unseres Vereins an der Nutzung der Räumlichkeiten zu demonstrieren, insbesondere an dem Heuschober bzw. Multifunktionssaal.”

Herborn, 3. Oktober 2002

Es ist ein kühler Morgen, an dem nicht nur der Vorsitzende Geburtstag hat und mitsamt indischer, mütterlicher und winnemännischer Begleitung zu einem Ortstermin in der Au weilt, sondern es ist auch der Tag des ersten Kontakts, mit dem, was fortan nur noch KulturScheune heißt. Statt des Multifuntionssaales (gemeint war seinerzeit der ehemalige Kuhstall) gilt das Interesse fortan der alten Scheune, die erstaunlicherweise einen Keller aufweist.

Herborn, 22. Oktober 2002

Der Vorstand trifft sich vor seiner Sitzung bei Markus zum Ortstermin in der Au. Anschließend werden weitreichende Beschlüsse gefasst (dazu ein ausführliches Zitat aus dem Protokoll):

positiv ist: wahrscheinlich günstige Konditionen zum Kauf; später einmal ein sehr schönes Ambiente drumherum; der Standort: Nähe Stadt/Nähe Autobahn, gute Parkmöglichkeit, angebotene Hilfe von Herrn Müller, generell positive Einstellung von Herrn Müller dem Verein gegenüber. Wir könnten in dem Gebäude Räumlichkeiten schaffen um Requisiten und Kostüme aufzubewahren; es könnte ein Vereinszimmer entstehen und wir könnten eine Möglichkeit schaffen, innen Aufführungen stattfinden zu lassen; außerhalb des Gebäudes könnten wir proben und Aufführungen veranstalten.

negativ ist: Der Keller ist feucht und die Eisenträger sind verrostet, das Dach ist mit Asbestplatten gedeckt

 

kulturscheune-1990-bis-2002-bild3Die grundsätzliche Tendenz ist also positiv und die gewünschte Abstimmung, ob wir dem Gedanken, diese Immobilie zu erwerben, näher treten wollen oder nicht, hat zum Ergebnis: 8 Ja–Stimmen und 1 Nein–Stimme. Es wird beschlossen, zunächst eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, d.h. es müssen Zeichnungen von der Scheune angefertigt werden, die den Zustand darstellen, wie wir ihn uns vorstellen. Diese Aufgabe werden Bernd und Markus übernehmen und sich dazu Rat und Hilfe von Herrn Kuhlmann (Statiker) und Herrn Fuchs (Architekt) einholen.

Sabine, Adelheid und Helmut bilden den Finanzausschuss. Sie sollen überlegen und prüfen, in welcher Art und Weise eine Finanzierung des sicherlich nicht unerheblichen Betrages möglich ist. Das erste Treffen wird für 29.10.2002, um 19:30 Uhr, bei Helmut in Merkenbach geplant. Es wird über “Bettelbriefe”, Mitgliederumlagen und Gespräche mit den Banken diskutiert. Es wird auch darüber diskutiert, inwieweit eine Vermietung möglich ist.

Jörg Michael hat bereits Erkundigungen eingezogen, woher wir evtl. Zuschüsse bekommen können. Dies ist einerseits über das Amt für Regionalentwicklung oder über das Amt für Denkmalschutz möglich, da alle übrigen Gebäude unter Denkmalschutz und die Scheune unter “Ensembleschutz” stehen. Denkbar wären ca. 45 T€, wenn wir die notwendigen Auflagen und Kriterien erfüllen können.

Herborn, im Spätherbst 2002

Das Thema “kocht” weiter: Der Finanzausschuss tagt weitere zweimal, eine ersten Kostenschätzung ergibt lächerliche 291.000 Euro (es wird sogar diskutiert, das Ganze mit einem Partnerverein zu schultern).

Herborn, im Dezember 2002

kulturscheune-1990-bis-2002-bild4Es liegen kostenlos erstellte Pläne auf dem Tisch. Es ist die Rede von einer GmbH, Bürgschaften, Kapitalbedarfs– und Finanzierungsplänen, und ganz nebenbei erfahren die Mitglieder in der Weihnachtsfeier am 13.Dezember erstmals offiziell von den Plänen. Zudem gibt es wichtige Termine: Am 11.1.2003 eine Mitglieder–Ortsbegehung und – weitaus folgenreicher – am 3.2.2003 (11 Uhr) den ersten Termin in Wetzlar beim Amt für Regionalentwicklung. Der Satz des Abends am 11.12. (Vorstandssitzung bei Gerlind) stammt von Markus: “Wir sollten alles daran setzen, das Projekt anzugehen, denn dadurch sind fast alle unserer Probleme gelöst!”

2003 bis 2004

2003 bis 2004

Herborn, Januar 2003:

1Erste Excel–Dateien des Kollegen Rolfes geraten in Umlauf. 20–Jahrespläne sind für ihn ein Klacks!
Fazit einer der vielen Finanzausschusssitzungen ist – wie soll es anders sein – “Wir brauchen Geld, und zwar jede Menge.” Also wird beschlossen, zunächst zu versuchen, die Mitglieder so zu begeistern, dass sie bereit sind, für dieses Vorhaben eine separate Spende locker zu machen. Außerdem wollen wir versuchen noch andere Sponsoren außerhalb unseres Vereins zu finden.

Fest steht, dass wir wenn wir eine solche “unternehmerische Entscheidung” treffen wollen, zunächst in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unsere Mitglieder weiter informieren, auf den derzeitigen Stand der Dinge bringen und um eine Entscheidung bitten müssen. Diese Mitgliederversammlung wird auf den 14. Februar 2003 festgelegt.

Markus wünscht sich jetzt auch Öffentlichkeitsarbeit, allerdings müssen wir “die Bälle flachhalten” denn wir wollen ja ein Vereinsheim bauen und keine Stadthalle. Der Name “Kulturscheune” wird in diesem Zusammenhang wieder als treffend festgestellt.

Herborn, im Februar 2003:

Es wird viel passieren!!! So ist der Vorsitzende guter Hoffnung. Nach einem Treffen mit Frau Müller–Mollenhauer spekuliert man mit 40000 Euro Zuschuss-Summe. Der Verein lernt, dass Gespräche beim Architekten H. Fuchs immer etwas länger dauern. Im Protokoll vom 11. Februar ist ausdrücklich der Zeitraum 2,5 Stunden erwähnt. Zudem machen wir die Erfahrung, dass man bei Frau Müller–Mollenhauer Termine für Telefongespräche festlegen muss. Es laufen erste Spendenzusagen aus der Wirtschaft ein, Bausteine und Stühle sind in der Diskussion, und nach einem Kreativtreffen des Bauausschusses mit Sven Rolfes, einem Mann vom Bühnenfach, schwirren plötzlich Materialklappen und andere bahnbrechende Dinge durch die Gedankenwelt.

Herborn, der Frühling kommt!:

Die Kosten sind mittlerweile auf 450000 Euro gestiegen. Eine Powerpointpräsentation im Turnerheim soll am 7. März in der kurzfristig verschobenenen Jahreshauptversammlung überzeugen helfen. Das klappt, denn mit 37 Ja–Stimmen, vier Enthaltungen und einer Gegenstimme stimmt das Gremium zu, lässt sich allerdings bis zu einer weiteren Mitgliederversammlung im Juni ein Rücktrittsrecht offen. Erstes Etappenziel geschafft!

Herborn, Geschichte wird gemacht!:

Nach der denkwürdigen Entscheidung im Turnerheim am 7. März 2003 ist am 16. April absehbar – die Mitgliederzahl boomt. 20 “Neue” sind schon eingetreten, Tendenz steigend. Wir beschließen, Beleuchtungsequipment zu erwerben und auf dem Spendenkonto für die Scheune sind 7000 Euro. Wir überziehen die Menschheit mit einer Werbekampagne für die Scheune, wollen bei der Sportgala, beim Bärenbrunnenfest sowie bei “Dilltal radelt” Bausteine verkaufen. Wir müssen die Satzung ändern, was am 27. Mai geschieht. Sachspenden laufen ein, Geld fließt auch – nur die Baugenehmigung fehlt noch. Am 13. Juni 2003 wird der Kaufvertrag unterzeichnet, am 25. Juni wird der Antrag an die IBH auf Bezuschussung gestellt. Keiner ahnt zu diesem Zeitpunkt, was da noch folgen wird.

Zunächst einmal folgt die zweite Außerordentliche MGV des Jahres im Schalander, wo es um den endgültigen Beschluss pro oder contra in Sachen Scheune geht. Scheinbar müssen wir sehr überzeugend gewirkt haben, denn nach der Entscheidung ohne Gegenstimme ist eine Art Aufbruchstimmung spürbar.

Während der Aufführungen zum Sommerstück 2003 passiert einiges: Auch wenn wir den Bewilligungsbescheid der IBH überreicht bekommen – der Zuschuss ist massiv gefährdet, da eine Passage im Kaufvertrag behördlich als Baubeginn gedeutet wird, was nicht sein darf und der Bescheid somit ungültig ist. Die Korrekturen sind jedoch – auch durch massive Hilfe der Kanzlei Accedis – bereits eingeleitet. Zudem müssen wir das Projekt öffentlich ausschreiben, denn: Statt der ursprünglich angedachten 40000 Euro, haben wir den größten jemals an ein privates Projekt fließenden Zuschuss des Amts für Regionalförderung vor Augen, der schlappe 205000 Euro beträgt.

Ganz verschämt wird der erste Spatenstich auf Ende September terminiert, hingegen hofft man auf ein Eröffnungswochenende im August 2004, das mit einem “Knaller” beginnen soll.
Die Vorarbeiten zur Ausschreibung für die Scheune laufen, im Protokoll vom 9.9.2003 wird vermutet, dass wir “vor Ende Oktober/Anfang November nicht mit dem Bau beginnen können”. Daran wird auch ein neues Organigramm zur Bauphase nichts ändern, das an diesem Abend das Licht der Welt erblickt. Das Gärtnerhaus können wir derzeit nicht kaufen (jetzt isses leider weg!).
Ganz nebenbei streckt der Konzert– und Theaterring die Fühler nach uns aus und strebt eine gemeinsame Kulturkonzeption an.

2Spannend war auch der Besuch auf der Kulturbörse “Spot” in Osnabrück, nachdem wir zuvor und auch danach auch die Internationale Kulturbörse in Freiburg besucht haben (man muss ja als Veranstalter auch die Künstler kennen).
Für den 20. August 2004 wird eine Musical–Gala geplant – denn die Scheune soll ja mit einem “Knaller” eröffnet werden. Schöner Witz…
Am 21. Oktober findet die Submission der öffentlichen Ausschreibung und am 31. Oktober der größte Fake der Menschheitsgeschichte statt – die Grundsteinlegung. Selten wurde ein “NICHTS” so elegant in Szene gesetzt wie an diesem Tag! Denn: An der Scheune tut sich nichts, es deuten sich Kommunikationsprobleme zwischen den Behörden an.

Bevor nämlich alle ein friedliches Weihnachtsfest angehen können, werden am 20. Dezember im Herborner Rathaus alle Behördenvertreter und sonstige mit dem Bau beschäftigte Menschen innerhalb von zwei Stunden zu einem Krisengespräch versammelt, das einen klaren Zeitplan bis zum Baubeginn und endlich einheitliche Begrifflichkeiten zum Ergebnis hat. O.K. – gebaut wird deshalb trotzdem noch nicht – aber es ist gut, dass man mal drüber geredet hat!!!!!!!!

Es wird ein KUSS geboren, der hier aber nicht weiter thematisiert werden soll.
Zuvor jedoch konnten wir uns über ein echtes Schnäppchen freuen: In Bad Nauheim konnten wir dank Peter Lehr, Thomas Fritsch und einem Schuss Spontaneität bereits Anfang November Lampen, Stühle, Tische etc. aus einem abzureißenden Schulungszentrum der Landesärztekammer sichern.

Während der Vorsitzende und die Zeugwartin im Januar nach Indien reisen, sind sie in Gedanken bei der Vorstandssitzung am 20. Januar. Dort kann Helmut “grünes Licht” aus Wetzlar vermelden, was den Bescheid zwar sichert, aber immer noch keinen Baubeginn zur Folge hat.

Am 4. Februar heißt es im Protokoll: “Es ist davon auszugehen, dass nun der 9.2. als Baubeginn feststeht.”,. Zu früh gefreut, denn es dauert noch bis 14. Februar, ehe etwas passiert. Noch deutlicher wird es am 3. März: Der Satz des Abends stammt von AJ: “Das Dach ist ja weg”, merkt sie bei Helmuts brandneuen Abbruchbildern der Scheune.

Herborn, es geht voran:

3Wir lernen dazu: Das 11/5–er Mäuerchen ist ein alter Hut. Ins Zentrum der Überlegungen geraten Begriffe wie Gassenvorhänge, Kernlochbohrungen oder Leimholzbinder. Aus böhmischen Dörfern werden verinnerlichte Baufachbegriffe…
Die Vereinsstrukturen müssen sich dem Projekt Scheune anpassen. Der graumellierte Herr R. aus M. steigt zum Geschäftsführer auf. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wird zudem ein Wettbewerb zum “Fein–Tuning” des Begriffes Kulturscheune ins Leben gerufen.
Bautechnisch gibt es abenteuerliche Vorstellungen. Streiche drei, setze drei, werf eine um und freu dich drum – so könnte man mit Blick auf die alten Wände der Scheune sagen.
Im April ist die Bodenplatte des Kellers gegossen, die Wände stehen. Im Protokoll der Vorstandssitzung entfällt der obligatorische Punkt: “Neues vom Bau”.

Sehr lustig mutet der Blick auf das Ergebnis des Vorstandstreffens vom 5.5. an: “Die grobe Planung, Ende Mai das Richtfest zu feiern, muss noch nicht geändert werden!” Am 26. Mai rechnet der Vorsitzende laut Protokoll erst “in drei Wochen” mit dem Richtfest. Es soll nicht die letzte Korrektur werden.
Gespräche mit Architekt und Statiker sorgen nicht für Ruhe, da es um die leidige Geschichte der Dachkonstruktion geht. Dort soll im übrigen auch eine Solaranlage angebracht werden. Aber: Nachdem alles in trockenen Tüchern ist, muss dieser Plan aus statischen und zeitlich–planerischen Gründen wieder gecancelt werden.

4Ach ja: Das Richtfest… Die Geschichte der “Binder” ist eine Geschichte voller Missverständnisse… Die riesigen Teile sind (aufgrund von kommunikativen, technischen und sonstigen Problemen) seeeeeeeeeeehr lange unterwegs. Nachdem aus Trier am 22.7. per Fax eine Lieferung erst Ende der KW 33 bestätigte wird, müssen wir uns mal einschalten. Und, oh Wunder, am 6. August erreichen die vier großen Fachwerkkonstruktionen endlich ihren Bestimmungsort in der Au.

Spätestens jetzt hat sie begonnen: Die Zeit, in der der frischgebackene Geschäftsführer der Heimatspieler zum Bauleiter mutiert. Wochenpläne in der Koordination der Gewerke werden erstellt und wieder umgeworfen. Hiobsbotschaften diverser Handwerker verkraftet (“Ei so geht das doch net”) und trotzdem ein unerschütterlicher Optimismus verbreitet, dass “alles gut wird”. Aufregungen über Kanalanschlüsse, äußerst komplizierte Stadttore und sonstige hausgemachte Nebenkriegsschauplätze gilt es zu meistern und bei allem soll man immer ruhig und ausgeglichen sein.

6

Dass am 20. August fast 1000 Gäste Zeuge einer gigantischen Musical–Gala auf der Baustelle sind, sei hier nur am Rande erwähnt…
Hier, wie auch bei kurzfristigen Streichkommandos, können wir uns auf bis zu 50 Mitglieder verlassen, die kurzfristig zum “Schaffen” anrücken. Allerdings: Die Firma Nickel versteht die Welt nicht mehr: “Gibt’s bei euch nur Frauen im Verein?”, fragt Michael ratlos ob der weiblichen Übermacht.

2004 – der Final Countdown

2004 – der Final Countdown

Herborn, im Hochsommer 2004:

Der Countdown läuft. Was geht, was geht nicht?! Das Dach ist am 8.8. dicht, der Estrich nicht. Fliesen zur Eröffnung? Bis Ende des Monats besteht der Optimismus: “Wir schaffen das” – aber dann? Keine Chance! Der Keller wird fertiger und fertiger, der graumellierte Herr ob seiner erzwungenen Bauleiter-Tätigkeit auch…
Der Innenausbau nimmt Formen an, böse Zungen sprechen von einer Fabrikhalle. Der Vorsitzende muss beschwichtigen: “Abwarten, bis die Dekoration kommt!” Tag um Tag vergeht, ohne dass sich Überragendes tut.

Herborn, 14 Tage vor der Eröffnung:

Sie sind da! Wer? Unsere Erntehelfer, pardon, das “Kampfgeschwader”, wie ein prominenter Mitarbeiter der uns begleitenden Baufirma die Teilnehmer des internationalen Workcamps zu bezeichnen pflegt. Die Scheune wird international: Hilfe aus Japan, Finnland, Russland, Tschechien, Holland, Deutschland und Jordanien trifft ein und erweist sich rasch als unentbehrlich. Ohne die 13 jungen Damen und Herren aus aller Welt wären diverse Schalungsbretter nicht pünktlich fertig geworden und sähe der Keller anders aus. Und das alles, obwohl sie sich wahrscheinlich eine etwas andere Arbeit vorgestellt hatten. Thank you guys for the big help and support during the last two weeks!!!

Ansonsten räumt es jetzt Tag für Tag rund um die Scheune. Das Vordach nimmt langsam seine heutige Gestalt an. Wir hätten es ja gerne schön gemacht, aber wir durften nicht, wie wir wollten…

Herborn, die letzten Tage:

Die Küche – sie bleibt heute kalt, aber auch leer. Die Inneneinrichtung kommt nicht rechtzeitig. Aber: Ein Geschirrspüler soll die Stellung halten.
Fliesen? Im Treppenhaus kann man erahnen, wie der Fußboden im Saal hinterher aussieht. Mehr geht nicht.
Vorhänge? O.K. Weg mit dem Perfektionismus. Zeit für Markus und zauberhafte Provisorien mit Siemens-Lufthaken…
Technik: Das Stichwort lautet hier: Minimalkonfiguration. Was da sein kann, ist da…
Türen: Wann wird’s in der Hütte endlich dicht? Hilfe, Herr Danz!!!
Das Foyergebälk: Was? Das soll so aussehen? Schöne Sch… Grün, natur, grau – es lebe die Farbenvielfalt. Egal! Kriegen wir schon. Alles wird gut – aber später…
Das Foyerglas: Genial!!!!!
Die weiße Schalung: Hallo? Bleibt das Loch im Dach? Wie? Der Chef hat sich vermessen? Schlechter Scherz! Na gut. Hallo Kampfgeschwader! Einmal streichen!

Herborn, noch 36 Stunden:

Außenlanlage: Ja, wie? Was ist denn das? Pflasterer? Natursteine? Auf’m Melkschemel? Kurzfristig besorgt. Aha. Und wie die loslegen. Wahnsinn!
Was ist denn das? “Leck mich am Arsch!!!” Ach so, Detlef der Baggerfahrer ist wieder aus dem Urlaub da…
Die Toiletten: Hilfe, wo sollen denn die Leute aufs Klo gehen? Keine Waschbecken, keine Schüsseln und Urinale?? O.K. Crash-Kurs für Anfänger – selbst sind die Mitglieder!!! Und wahrhaftig: Die Spülung funktioniert.

Die Kabelkönige: Rote Lampen aus Bad Nauheim? Die hängen alle und funktionieren? Toll! Die Wandbeleuchtung, geht? Wahnsinn! Schalter und Stecker sind schon dran. Hammer! Notbeleuchtung ist da? Doll! Sonderwünsche der Heimatspieler? “Wir grummeln nur nach innen”, sagt der Chef und arbeitet und arbeitet und arbeitet. Wie wäre es mit diesem Slogan: “Kauß und Christ – da weiß man, dass es gut ist!”
Hitzestau: Mann, was ist das plötzlich warm! Ach so, Herr Danz hat die Türen drin! Halleluja – und die Fußbodenheizung brummt und brummt. Ist doch gleich was ganz anderes…
Dekoration: Stühle, Tische, Bilder – im Baustellen-Chaos legen wir Wert auf die Feinheiten. So sind wir eben, gelle?! Die Wände bekommen “Gesichter”.

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Herborn, der letzte Tag:

In der Scheune wird gesaugt, gepinselt, gerührt, gespachtelt. Hier soll heute Abend die Eröffnung stattfinden? Ist ja fast wie im großen Theater…
Emporenfenster, Außenglastür, Küchentür – alles wird gut…
Und der Vorhang? Herr B aus H. muss erst noch die Reithalle dekorieren, aber nachmittags ist ja auch noch Zeit…

Und dann: 19 Uhr die Gäste kommen. 19.30 Uhr, es geht los. Und wir? Wir haben’s wieder mal fast allen gezeigt, die schon Wetten gegen uns abgeschlossen hatten…

Dankeschön

Dankeschön

Herborn, was bleibt, was kommt?

12Es ist die Zeit gekommen, das zu tun, was an einem solchen Tag wichtig ist. “Danke” zu sagen…
Zunächst einmal denjenigen Personen, die für die Planung dieser Kulturscheune zuständig waren. Die Herren Roland Kurth (Elektro), Valentin Möller (Heizung, Sanitär), Klaus Kuhlmann (Statik) und nicht zuletzt und vor allem Hans-Günter Fuchs (Architekt) hatten es mit uns nicht immer leicht, doch wir denken, wenn wir alle heute auf das Geleistete schauen, können wir stolz sein. Wir freuen uns, dass die Mitarbeit aufgrund der guten Sache kostenneutral oder wie im Falle unseres Architekten zu deutlich günstigeren Konditionen als bei einem normalen Bau abgelaufen ist. Diese Art der Spenden haben uns sehr weitergeholfen und das, obwohl gerade auch in der Anfangsphase, als innerhalb von wenigen Tagen die Baugenehmigung vorliegen musste, ein Höchstmaß an Druck hinter dieser Aufgabe stand. Allen Herren bzw. den Büros ein herzliches Dankeschön.

Unser Dank geht weiter an die Firma Lauber und deren Chef, Herrn Bernd-Michael Müller sowie die beiden leitenden Mitarbeiter Herrn Hans-Werner Beck sowie Herrn Matthias Krause. Letztere haben uns stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden und geholfen, Probleme zu lösen, die wir teilweise selbst geschaffen hatten. Aber auch und vor allem gilt der Dank natürlich den Mitarbeitern der Firma Lauber für ihre professionelle Arbeit. Bereits an dieser Stelle sei gesagt, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt ein separates Fest für alle am Bau handwerklich beteiligten Firmen und Personen planen…

Wie bereits erwähnt, waren wir mit unseren speziellen Forderungen, wechselnden Plänen und vielschichtigen Stimmen sicher kein einfacher Bauherr. Um so größer ist der Dank an alle beteiligten Firmen und deren Mitarbeiter, die an der weitgehenden Fertigestellung dieses Gebäudes beteiligt waren.

Natürlich haben wir uns auch über die Aufmerksamkeit und Unterstützung in den politischen Gremien gefreut. Nur durch die Aufgeschlossenheit der Damen und Herren im Stadtparlament sowie in den diversen Ausschüssen konnte über die Stadt Herborn eine auf vier Jahre verteilte Unterstützung von 100000 Euro zustande kommen. Quer durch alle/an alle Parteien und auch Abgeordneten auf Landesebene, die uns unterstützt haben: Danke schön!

Ins Rollen gekommen ist das Projekt nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit der Investitionsbank Hessen, vor allem aber mit der kurz als Amt für Regionalentwicklung abgekürzten Behörde in Wetzlar. Gar manche Stunde haben wir dort zugebracht, bis alles in trockenen bzw. geldausscheidenden Tüchern war. Sehr beruhigend waren da stets die Worte von Frau Müller-Mollenhauer: “Wir kriegen das!” Und das “das” ist immerhin ein Zuschuss in Höhe von 205000 Euro aus Landes- und EU-Mitteln. Danke für die positive Begleitung mit allen Reibungspunkten, die es gegeben hat.

Ein Dank geht auch an die vielen kleinen Spender und großen Sponsoren auf privater Seite bzw. aus der Wirtschaft. Die über 100000 Euro, die so zustande gekommen sind, waren absolut wichtig. Leider gehört zu den Details, auf die wir heute (noch) verzichten müssen, auch die angekündigte Spendertafel. Sie ist in Arbeit und wird installiert – aber erst zu einem, späteren Zeitpunkt.

Hilfe wurde uns in rechtlichen Fragen, die die Zuschüsse betrafen, von der Kanzlei Accedis, namentlich Herrn Jörg–Michael Müller zuteil. In Vertragsfragen hatten wir eine kompetente Unterstützung durch die Kanzlei Wunderer und Hardt, namentlich Herrn Dirk Hardt. Auch dafür ein Dankeschön!

Danksagungen haben das Problem, dass man wohlmeinende Mitmenschen gerne vergisst. Deswegen bitten wir schon jetzt um Nachsicht, falls das passiert ist. Wen wir sicher nicht vergessen, sind die tatkräftigen Mitstreiter aus den Reihen unseres Vereines. Sei es als Bausteinverkäufer, “Spendenbettler” oder handwerklich arbeitende Mitglieder – es war und ist wichtig, dass der Rückhalt des Projekts Kulturscheune im Verein groß bleibt.

Die Kulturscheune ist kein Privatvergnügen des Vorstands – jeder, der das behaupten würde, muss Masochist sein. Sie kann und soll vielmehr der kulturelle Mittelpunkt Herborns werden – und um das zu gewährleisten, sind alle Mitglieder dieses inzwischen so erfreulich stark angewachsenen Vereins notwendig. Danke und weiter so!

kbl2014

Dauerkarte Deutsche Kabarettmeisterschaft
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Ticket 1. SpieltagTicket 2. SpieltagTicket 3. SpieltagTicket 4. SpieltagTicket 5. SpieltagTicket 6. SpieltagTicket 7. Spieltag

KuSch TV

Auf diesem YouTube-Kanal berichten wir über Künstler, die auf unserer Kleinkunstbühne in Herborn auftreten.

Schlumpe­weck

Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

KulturScheune Herborn - Herborner Heimatspiele e.V.      Austraße 87     35745 Herborn