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Nachdem die Herborner Heimatspieler im vergangenen Jahr das 10-jährige Bestehen ihrer Spielstätte, der Kulturscheune Herborn, gefeiert haben, steht jetzt das nächste große Jubiläum bevor.

Am 26. November jährt sich die Gründung ihres Vereins Herborner Heimatspiele e.V. zum 25. Mal.

Mit über 500 Mitgliedern gehören die Heimatspieler zu den fünf größten (recherchiert?) Vereinen der Stadt. Die Mitglieder haben seit der Vereinsgründung nicht nur jede Menge Theater erlebt. Wir haben zwei Personen gefragt, die die Entwicklung des Vereins hautnah mitbegleitet haben: Bernd Winnemann, Ehrenvorsitzender, Gründungsmitglied und von 1990 bis 2001 Vorsitzender des Vereins sowie Jörg Michael Simmer, ebenfalls Gründungsmitglied und seit 1990 im Vorstand sowie seit 2001 „Kopf“ der Heimatspieler.

Das Stück, das Sie zuletzt auf die Bühne gebracht haben, hatte ja den Titel „Was `n Theater“. Sie stellen darin die eigene Arbeit teilweise auch mit einem gewissen Augenzwinkern dar. Wie oft haben Sie im realen Leben über die Arbeit in ihrem Verein gedacht: „Was `n Theater“?

Bernd Winnemann: Nun, wir leben einfach jeden Tag mit den Heimatspielen – insofern trifft das schon zu.

Jörg Michael Simmer: Das kommt schon mal vor. Je nachdem wie chaotisch Vorstandssitzungen ablaufen, oder wenn dringend Leute gesucht werden, die bei etwas helfen. Es sind in der Regel die Dinge, die im Kleinen passieren, aber dann doch ganz große Bedeutung haben.

Die Heimatspieler sind ja aus dem Herborner Verkehrsverein hervorgegangen, was war damals die Motivation, den Verein zu gründen?

Winnemann: Da greife ich jetzt mal eine alte Metapher auf, die von den damaligen Mitgliedern des Verkehrsvereins stammt. Da hieß es immer: die Kinder des Verkehrsvereins. Nun, irgendwann sind diese Kinder einfach erwachsen, ja flügge geworden.

Wie können wir uns das genau vorstellen?

Winnemann: Wir waren schon eine größere Stammtruppe. Als wir noch zum Verkehrsverein gehörten, haben wir alle zwei Jahre ein Stück aufgeführt und das war ´s. Wir wollten aber irgendwann einfach mehr: öfter spielen und auch andere Stücke spielen. Der Verkehrsverein konnte sich das nicht vorstellen, hatte Bedenken, beispielsweise wegen der Kosten für Kostüme und so weiter. So hieß es immer: „Das geht nicht.“ Wir wissen es heute besser.

In der Zeitung von damals ist zu lesen, dass die Entscheidung, einen eigenen Verein zu gründen, zunächst doch für Zündstoff gesorgt hat….

Winnemann: Ja, das stimmt. Aber die Wogen haben sich schnell geglättet und wir haben bis heute ein sehr gutes Verhältnis zum Verkehrsverein. Ich glaube, der Verkehrsverein ist auch stolz auf das, was wir auf die Beine gestellt haben. Denn nichts ist beständiger als der Wandel.

Im Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre, was ist Ihnen da besonders in Erinnerung geblieben?

Winnemann: Da gibt es sicherlich vieles. Eine Sache, die mir einfällt, ist, dass wir uns 2001 entschieden haben, das Schwahn-Stück „Die Barbara“ nicht mehr wie vorher im Hof der Hohen Schule, sondern direkt auf dem Pflaster vom Kornmarkt zu spielen. Das hat völlig neue Möglichkeiten eröffnet, wir konnten einfach größer spielen. Ein Teil dieser Kulisse war übrigens ein altes Stadttor. Ich bin damals überall rumgelaufen, um so eins zu bekommen. Ich habe mir genau angeschaut, wie so etwas aussehen muss, wie die alten Beschläge waren. Letztlich wurde es uns dann von der Stadt und dem Bauhof gebaut. Heute ist es die Eingangstür der „KuSch“. In lebhafter Erinnerung geblieben sind mir auch die Gastspiele in Greifenstein oder in Frankfurt- Sachsenhausen, wo wir seinerzeit mit dem „Lebkuchenmann“ gastiert haben.

Simmer: Es gibt unzählige Erlebnisse. Wer die Ausstellung in der Aula der Hohen Schule besucht, kann sich selbst ein Bild davon machen. Ein Höhepunkt war mit Sicherheit, dass wir es geschafft haben, eine eigene Spielstätte zu bauen. Ansonsten erinnere ich mich gerne auch an die Anfangszeiten zurück, wo nach den Premieren immer kräftig gefeiert wurde. Die Geselligkeit war damals stark ausgeprägt und wir haben teilweise bis in die frühen Morgenstunden durchgemacht und alte Volksweisen wie das „Schlumbum-Lied“ gesungen.

Das bitte was, wie schreibt man das?

Simmer: Keine Ahnung, wir haben das nur gesungen, nie geschrieben. Das Schlumbum-Lied eben.

Es gibt Vereinsmitglieder, die diese gesellige Zeit vermissen.

Simmer: Ja, sicherlich, aber da hat sich in den letzten 20 Jahren viel verändert, die Menschen, die Produktionen, aber auch die beruflichen Belastungen und vieles mehr. Man kann das Rad der Zeit leider nicht zurückdrehen. Aber nach den Premieren wird natürlich immer noch gefeiert.

Veränderungen ist ein gutes Stichwort: Es kursieren immer wieder mal Gerüchte, der Verein wolle sich umbenennen – nicht alle finden das gut. Ist da was dran?

Simmer: Die Idee entstand tatsächlich in 2013. Wir hatten im Vorstand überlegt, dass sich viel verändert hat und wollten den Bezug zur Spielstätte stärker in den Vordergrund stellen. Letztlich haben wir die Überlegung vielleicht nicht gut genug kommuniziert, denn bei der Abstimmung, haben sich die Mitglieder dagegen entschieden. Es waren übrigens vor allem die Jüngeren, die den Namen „Heimatspiele“ beibehalten wollten. Die Idee ist somit erst mal vom Tisch – aber sicher nicht endgültig.

Winnemann: Ein Problem ist ja mittlerweile auch, dass Leute, die von außen kommen, immense Probleme mit dem Namen haben. Da waren wir dann schon der Heimatverein oder so. Und viele verstehen auch die unterschiedlichen Namen von Spielstätte und Verein nicht. Ich merke oft, wenn ich etwas für den Verein einkaufe, dann heißt es immer: ,Für wen soll ich jetzt die Rechnung ausstellen, auf die „KuSch“ oder auf wen?'“

Mal abgesehen vom Namen, wie sieht es denn überhaupt mit der Zukunft der Heimatspiele aus? Wie ist es um den Nachwuchs bestellt?

Simmer: Wir haben ja mehrere Nachwuchsgruppen, wie die „KuKis“, „Die Youngsters“ oder das „Ensemble 16+“. Dafür Leute zu bekommen, ist kein Problem. Viele Eltern kommen auf uns zu und wir sind in ständigem Kontakt mit den Schulen. Allerdings fällt es uns nicht leicht, die jungen Menschen dann langfristig zu binden. Das ist ja ein Phänomen, mit dem heute so gut wie jeder Verein zu kämpfen hat. Die Leute fangen an zu studieren, machen eine Ausbildung, ziehen weg und stehen dem Verein dann nicht mehr zur Verfügung. Gerade im mittleren Altersbereich, 25 bis 40 Jahre, entstehen dann irgendwann Lücken. Dessen sind wir uns schon bewusst, nur haben wir bisher noch keine Patentlösung dafür gefunden. Der feste Kern wird natürlich nicht jünger, ich tauge beispielsweise ja schon jetzt nicht mehr zum jugendlichen Liebhaber.

Winnemann: Es ist viel Zeit, die man einbringen muss. Das Ehrenamt wird da bei uns schon groß geschrieben – es macht aber auch sehr viel Freude. Und wir können wirklich in allen Bereichen Menschen gebrauchen, die sich engagieren, ihr Talent und ihre Kreativität einbringen. Das muss nicht unbedingt im schauspielerischen Bereich sein. Auch im Kulissenbau, im Fundus oder in der Veranstaltungstechnik benötigen wir Unterstützung. Also einfach mal Kontakt aufnehmen.

Und wie sieht es in Zukunft mit dem aus, was auf die Bühne kommt, was ist für den Hessentag geplant und wird es irgendwann mal wieder ein Stück von Walter Schwahn zu sehen geben?

Simmer: Wir haben immer noch den Traum, mal ein Musical zu machen. Für den Hessentag arbeiten wir an einer Neuauflage von „Glenn Miller“. Das Stück haben wir 2013 in einer großartigen Kooperation mit Erwin Gabriel und den „Roten Teufeln“ aufgeführt und es war ein Riesen-Erfolg. Das Stück zählt übrigens auch zu den Höhepunkten in der Geschichte der Heimatspiele.

Winnemann: Die Schwahn-Stücke gehören natürlich ganz fest zu den Heimatspielen, sie sind ja quasi unsere Wurzeln und ohne sie gäbe es uns gar nicht. Wir würden da auch gerne mal wieder was aufführen, aber uns fehlt die passende Kulisse. In der „KuSch“ würde es bühnentechnisch sehr schwierig werden. Andere Spielstätten, wie der Hof der Hohen Schule, stehen so nicht mehr zur Verfügung. Aber vielleicht findet sich ja eine Lösung.

Sie spielen auch selbst Theater, welche Rolle war ihr persönlicher Favorit?

Winnemann: In der Zeit der Heimatspiele war meine Paraderolle der „Totengräber“ in „Tod und Leben“. Man musste immer total in dieser Figur aufgehen und sich auch körperlich in die jeweiligen Zustände hineinversetzen.

Simmer: Bei mir war es die Rolle des Scharfrichters in „Die Barbara“. Ich spiele auch gerne den Bösewicht, solche Rollen gibt es bei den Heimatspielen leider nicht so oft.

Spielen ist ein gutes Stichwort: Herr Simmer, Sie sind gesundheitlich derzeit recht angeschlagen, mussten daher die Teilnahme an zwei Stücken absagen und können auch sonst nicht so präsent für den Verein sein. Was macht das mit Ihnen?

Simmer: Tja, das ist schon bitter, wenn man als eigentlicher „Macher“ plötzlich nicht mehr so kann, wie man will. Besonders bitter war, dass ich beim Vorweihnachtsstück „Peter Pan“ nicht dabei sein kann. Aufführungen für Kinder sind immer etwas Besonderes. Vereinstechnisch haben mich in den vergangenen Monate viele entlastet. Namentlich möchte ich mich bei meiner Stellvertreterin Conny Glade-Wolter, bei Geschäftsführer Helmut Rolfes sowie bei unsere Fachfrau für die Abendkasse, Sabine Rühl, bedanken. Und ich hoffe, dass ich spätestens ab 2016 wieder mittendrin sein kann.

Eine Frage noch, sie reagieren immer etwas brüskiert, wenn man sie als „Laienspieler“ bezeichnet…

Winnemann: Ja, weil das irgendwie abwertend klingt.

Simmer: Klar, es stimmt ja schon, dass wir keine professionellen Schauspieler mit einer fundierten Ausbildung sind. Aber wir haben schon viel auf die Beine gestellt, proben, arbeiten an uns und die Qualität der Stücke, die wir auf die Bühne bringen, ist - übrigens wie auch bei den befreundeten Kollegen aus Dillenburg, den „Dellerleckern“ - ja durchweg hochwertig. Insofern klingt „Laienspieler“ in unseren Ohren wirklich nicht so nett. Wir sind definitiv mehr.

 

 

 
Autor
Jenny Berns

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Jenny Berns ist Volontärin bei der Zeitungsgruppe Wetzlardruck. Nach Abschluss ihres Studiums der Germanistik und Geschichte in Gießen war sie bis März 2012 als Online-Redakteurin tätig und arbeitete 2012-2015 für den Marbuch-Verlag. Ihre Interessensgebiete sind Literatur, Film und Theater.
 

 

 

 

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