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Künstler-Gala022

Wenn eine Kleinkunststätte zehnjährigen Geburtstag feiert, dann sieht so ein „Kindergeburtstag“ etwas anders aus als üblich. So auch in der Herborner Kulturscheune,

wo auch die zweite Gala, die die Macher der KuSch auf die Beine gestellt hatten, mit stehenden Ovationen des Publikums endete.

Wer dabei zu Beginn der Show als Zuschauer gedacht hatte, er könne sich entspannt niederlassen, der wurde zunächst eines Besseren belehrt.

Anheizer „Käpt´n Kiez“, alias Frank Wolf, sorgte dafür, dass der Saal tobte. Beim Stimmungslied „Lass mich bitte dein Delfin sein“ flogen Konfetti, Luftballons, Stofftieren, BHs, Wasserbälle und Delfine durch den Raum. Dermaßen aufgelockert waren die Zuschauer zu allem bereit, und es konnte richtig losgehen mit der Geburtstagsparty. Comedian und

Fernseh- und Radiomoderator Johannes Scherer fühlt sich als gebürtiger Aschaffenburger manchmal wie ein Kosovo-Albaner: „Die Grenze der Toleranz ist erreicht, wenn du als Aschaffenburger in München sagst:

´Ich bin Bayer`.“ Scherer nahm einmal mehr den Ex-Bischof von Limburg aufs Korn: „Für die 220 000 Euro, die alleine sein Zierfischbecken kostete, kriegste in Ehringshausen eine ganze Häuserzeile.“ Er streifte die Geschehnisse um den Flughafen Kassel-Calden: „Da ist es wie in Berlin, nur eben anders herum: Jeder will ihn und keiner braucht ihn.“ Über die „Brasilianer von Hessen“, die Vogelsberger, die anscheinend alle mit Vornamen „Aichseu“ heißen, kam er dann schließlich zu jener Bevölkerungsgruppe, die einen Buchstaben mehr im Alphabet führt: „Howard Carpendale kommt in Wirklichkeit aus Merkenbach.“ „Die NSA hat im Handy von Angela Merkel rumgeschnüffelt, und nachgeguckt, welche Überzeugungen, Haltungen und Standpunkte unsere Bundeskanzlerin hat. Inzwischen konnte aber Entwarnung gegeben werden.

Es wurde nichts derartiges bei Frau Merkel gefunden.“ Gewohnt bissig nahm sich HG Butzko den politischen Verhältnissen in Deutschland – und dabei ganz besonders Andrea Nahles - und der Spähaffäre durch den US-amerikanischen Militärnachrichtendienst NSA an.

„Bleibe in Bewegung – egal was auch passiert, irgendwer hat dich als Verlust bereits kalkuliert“, forderte „Wortfront“ (Sandra Kreisler und Roger Stein) musikalisch auf. Zu den teils melancholischen, teils bissigen Texten der Lieder passte die tiefe rauchige Stimme Kreislers, die vom Pianospiel Steins unterlegt wurde.

Bereits bei der Varieté-Gala am Abend zuvor hatte Köperillusionist „Herr Niels“ für Begeisterung und Verblüffung gesorgt. Der Zuschauer spürte bei seiner Darstellung förmlich die Wellenbewegung auf dem Kreuzfahrtschiff, mit dem Herr Niels auf dem Atlantik unterwegs ist.

Stundenlang habe er mit einem Mitpassagier an der Reling gestanden und schweigend auf das Meer gestarrt, berichtete er. Schließlich habe der Mitpassagier das Schweigen gebrochen: „Ach, hier sind wir erst.“ Väter aufgepasst! Wenn demnächst die pubertierende Tochter nicht nach Hause geht, gehen Sie doch einfach in die Disco, um sie zu holen. Und wenn Sie dann noch, so wie René Steinberg am Samstagabend, auf die Melodie von „Happy“ mitten auf der Tanzfläche „Hier ist der Pappi“ singen, wird Töchterlein immer pünktlich zu Hause sein – vorausgesetzt, sie tragen ein Doppelripp-Unterhemd, schwarze Satin-Jogginghosen und Adiletten.

Ein Bauchredner ohne Puppe sieht auf der Bühne ganz schön alt aus, oder?

Doch, wenn er dann laut zu denken beginnt, wie Benjamin Tomkins bei der Künstler-Gala, und dabei nicht nur menschliche, sondern auch „fischige“ Gedanken zum Besten gibt, dann bietet dies eine besondere Situationskomik.

Herborns beliebteste Sachsen „Zärtlichkeiten mit Freunden“ kamen mit ihrem brottrockenen Humor beim Herborner Publikum unglaublich gut an.

Christoph Walther und Stefan Schramm müssen eigentlich gar nicht viel tun, um witzig zu sein – nur ihre Präsenz reicht schon für Lacher. Ob sie einen Song von „Rogaker Whitter“ zum Besten geben wollten (den sie ja doch nicht spielten), ob sie über das „christlich“ im Parteinamen der CDU debattierten (Jesus Christus war nicht der drittgrößte Waffenexporteur der Welt) oder Eifersüchteleien austauschten (Dann kriegste halt eben deine Herborner Trulla...wenn dir „Dulges“ schmeckt) – die Burschen waren genial – langsam in ihrem pointierten Humor, aber dafür besonders gründlich.

Der scharfzüngige Polit-Kabarettist Thomas Reis nahm die besondere Beziehung zwischen Angela Merkel und Sigmar Gabriel aufs Korn, zwischen denen er hüpfende Hormone und brodelnde Leidenschaft vermutete. Das führte ihn zu der Ehe im Besonderen (wie Russisch-Roulette – nur mit vollem Magazin) und der Vernunftsehe im Besonderen (ein Widerspruch in sich).

Comedian Martin Sierp suchte als wandelndes Testbild „Pascal Henne Gutfried“ den Mann fürs Leben, wurde mit „Schulleiter Peter“ im Publikum auch fündig. Doch leider war dieser bereits vergeben – und das an eine Frau -, was Sierp nicht hinderte, den Beweis anzutreten, dass besondere Schwingungen zwischen den beiden Männer vorhanden sein müssen – sei es beim Gewürze erraten oder beim Sprühbild des Traummannes.

Lisa Feller schließlich berichtete aus dem häuslichen Umfeld. Der fünfjährige Sohn wolle unbedingt einen Hund. Ihr Gegenargument: „Wir haben doch schon Papi. Und der haart auch.“ Feller las auch Passagen aus ihrem Buch „Lügen haben kurze Beine.“ Und dann war da noch der Grandsegnieur des Abends, der aufgrund der gesundheitlich bedingten Absagen von Ingo Oschmann und Wolfgang Trepper den vielumjubelten Schlusspunkt setzte: Kabarettist und Schauspieler Jochen Busse parlierte vor ausverkauftem Haus über das Älterwerden und Altsein. Da hatte ein jeder etwas davon uns so war Beifall und Gelächter

groß: Der eine lachte, weil er sich im Erzählten wiederfand, der andere, weil er heilfroh war, dass es mit ihm noch nicht so weit gekommen war.

Busse machte vor allem eins klar: Das Alter lässt sich mit Humor leichter ertragen. Woran erkennt man, wie alt ein alternder Mensch denn nun tatsächlich ist? Ganz einfach: „Mit 70 legst du eine Gummimatte in die Dusche. Mit 80 legst du versehentlich die Saugnäpfe nach oben und mit 90 haben sie sich bei dir festgesaugt, du läufst so durch die Wohnung und rufst laut: ´Mutti, die neuen Hausschuhe passen aber nicht´.“ Eine textile Unsitte der männlichen Senioren, erläuterte Busse, sind Funktionshosen – in beige. „Was sollen alte Säcke mit Extratäschchen für Funktionsmesser?“, fragte er sich. „Kampfeichhörnchen abwehren?“ Und dazu noch schlammfarbene Trekkingwesten und Trekkingsandalen mit weißen

Socken: „So ziehen Frauen ihre Männer an, damit sie bei anderen Frauen keine Chance haben“, weiß Busse. Beeindruckend, wie sich der 73-jährige Humorist der alten Schule ellenlange Texte merkte – auch wenn er immer wieder selbstironisch fragte: „Wie komme ich jetzt darauf?“ Als dann nach über vier Stunden die Geburtstagsfeier mit einem von Roger Stein eigens für diesen Abend komponierten Song zu Ehren der KuSch mit dem Finale aller Künstler zu Ende ging, war zumindest der offizielle Teil beendet. Die Party danach soll -unbestätigten Berichten zufolge – bis in die frühen Morgenstunden (5.30 Uhr) gedauert haben.

 

 
Autor
Ute Jung

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Ute Jung ist feste Freie Mitarbeiterin der heimischen Tagespresse. Sie berichtet vorwiegend über das Geschehen im Haigerer Raum.
 

 

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Die KulturScheune Herborn lädt in Verbindung mit dem Stadtmarketing, der Sparkasse Dillenburg, der Firma Rittal sowie der Friedhelm-Loh-Group zur Teilnahme am Wettbewerb um den Herborner Klein­kunstpreis "Schlumpeweck" ein.

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